Silvesterrätsel 11b

silvester11b

Ich hoffe, ihr könnt die Zeichen auf den Steinen erkennen? Eine nicht-überprüfte Aufgabe aus meinem Xiangqibuch für Kinder. Schwarz braucht nur zwei Züge bis zum Matt, aber Rot zieht an und gewinnt!

Antworten bitte als Kommentar.

11 Kommentare

  1. Auf der Suche nach einem sofortigen Matt bin ich leider nicht fündig geworden. Rot kann sich zwar beide Leibwächter abholen, z.B. 1. R2=6 K4=5 2. R6+1 K5+1 3. P7=6 K5=6 4. R6+1, aber nach 4.- K6‑1 geht’s irgendwie nicht weiter.

    Stattdessen sollte man die beiden vielleicht lieber am Leben lassen, weil sie dem Feldherrn Fluchtmöglichkeiten nehmen und weil sie wegen der roten Kanone auf der neunten Reihe ohnehin momentan nicht ziehen können. Wenn man jetzt noch die e‑Linie unter Kontrolle bekommen könnte…

    Mein Vorschlag wäre daher 1. R2‑6, da sowohl nach 1.- R5=8 als auch nach 1.- R5=3 die Besetzung der e‑Linie durch 2. K6=5 die Partie beendet, weil die Mattdrohung 3. P7+1 nicht mehr zu parieren ist.

    Schwarz muss also mit dem Wagen zurück, z.B. mit 1.- R5‑4, weil man von dort den anderen roten Soldaten angreift, oder mit 1.- R5‑3, weil man sich von dort die Option R5=8 offenhält. Leider kann ich auch an dieser Stelle kein Matt finden, weil z.B. 2. C2=1 durch 2.- K4=5 pariert wird, wonach Schwarz plötzlich nebenbei die eigene Drohung R5=4 erhält. Ein Matt gibt es nur, wenn Schwarz nach 1.- R5‑4 2. C2=1 z.B. mit 2.- R5=9 mithilft: 3. R2+7 A4+5 4. P7+1 K4‑1 5. R2+1 A5‑6 6. R2=4 #.

    Daher würde ich wohl ganz profan mit 2. R2=8 den Soldaten mitnehmen, um die wichtigste schwarze Drohung aus der Stellung zu nehmen. Zwar kann Schwarz dann mit 2.- K4=5 Wagengewinn durch 3.- R5+5, 4.- R5‑1 und 6.- R5=2 drohen, was aber leicht durch z.B. 3. R8=3 entkräftet wird. Ich nehme mal an, dass die Stellung gewonnen sein müsste, weil Schwarz die rote Drohung P7=6 nur unter Aufgabe der eigenen Mattdrohung decken kann.

    Als abschließende Pointe will ich noch anführen, dass Schwarz in der Stellung nach 1.- R5‑3 nur scheinbar einen Figurengewinn zur Verfügung hat: 2. R2=8 K4=5 3. R8=3 R5=4 4. R3=6 R4=8 mit Mattdrohung und Angriff auf die Kanone, aber 5. R6+6 reicht aus wegen 5.- R8‑3 6. R6+1 K5‑1 7. R6=2 mit einem Wagen und zwei Soldaten mehr.

  2. Schön, dass ich nicht der Einzige bin, der krampfhaft nach einem Matt gesucht und keins gefunden hat.

  3. Das Buch beschränkt sich auf R2‑6 R5=8 K6=5. Für mich war das eine sehr überraschende Pointe.

  4. Ein paar Gedanken von mir:

    Das Hauptmotiv ist in der Tat sehr nett, aber es ist schon schade, dass Schwarz andere Wege gehen kann, die der Aufgabe die Schönheit etwas nehmen. Meiner Ansicht nach muss Rot in der Hauptvariante von Andreas auch noch halbwegs genau spielen. Nach
    1. R2‑6 R5‑4 2.R2=8 K4=5 3. R8=3 R5=9 scheint mir z.B. sofortiges 4.P7=6, wie in Andreas Kommentar angedeutet, ein Fehler, denn nach 4. … R9=4 5.R3=6 R4+4 dürfte die Stellung Remis sein. Vermutlich sollte Rot die Wagen auf dem Brett halten und erstmal 4.R3=5+ spielen.

    Eine weitere Vermutung von mir würde die Stellung aus rein ästhetischen Gründen auch etwas entwerten. Ich „fürchte“ nämlich, dass Rot auch mit 1.P7=6 gewinnen kann. Vollständig analysiert habe ich das nicht, aber immerhin auf dem Brett angeschaut. Hier nur eine natürlich nicht erzwungene Variante:
    1.P7=6 K4=5 2.P6+1 K5=6 3.R2‑7 K6‑1 4.R2=4 K6=5 5.R4=3 K5=6 6.C2‑7 R5=8 7.K6=5 R8‑7 8.R3+9 K6+1 9.R3=6 und Rot gewinnt.

    Claus

  5. Du hast recht, die Stellung nach 1.- R5‑4 ist nicht so einfach wie ich dachte, das sofortige 4. P7=6 sieht verfrüht aus.

    An den Gewinn nach 1. P7=6 glaube ich aber auch noch nicht so recht. Als Verbesserungsvorschläge hätte ich zum einen 2.- K5‑1 anzubieten, aber vor allem dachte ich zunächst, dass statt 3.- K6‑1 alle anderen sinnvollen Alternativen ausreichen ;-)

    Aber 3.- A4+5 könnte nach 4. C2=5 R5=6 5. K6=5 nebst C5+1 und P6=5 böse ausgehen (4.- K6+1 5. R2=4 K6=5 6. C5‑7 bzw. 4.- K6‑1 5. R2=4 K6=5 6. R4+8 nebst P6+1#).

    Auch 3.- R5=6 gibt vielleicht unnötig freiwillig die e‑Linie auf, auch wenn ich noch nicht sehe, wie Rot z.B. nach 4. K6=5 P2=3 5. C2‑7 R6‑4 weiterkommt (6. K5+1 R6=5#).

    Momentan halte ich 3.- K6+1 für die einfachste Lösung, was nach 4. R2=4 K6=5 5. R4=3 K5=6 sofort zum Remis führen könnte. Schwarze „Gewinnversuche“ gehen jedenfalls nach hinten los, z.B. 5.- R5=6 6. R3+7 R6‑6 7. C2‑1 oder 5.- A4+5 6. R3+7 A5+6 7. C2‑1 R5=8 8. R3+2 R8‑6 9. R3=5 A6‑5 10. R5‑1 K5=6 11. K6=5. Obwohl… Hier kann Schwarz mit 8.- A6‑5 verbessern, weil z.B. 9. R3=5 ungenau ist wegen 9.- R8+1 10. K6+1 P2=3 11. K6+1 R8‑2#.

    Hm, die Stellung scheint jedenfalls viel zu interessant zu sein, als dass man sie profan nach R2‑6 R5=8 K6=5 abbrechen könnte ;-) Jetzt bin ich mal gespannt, was ich trotz Brett mal wieder übersehen habe…

  6. Die Aufgabe ist doch aus einem Buch für Kinder lese ich ganz oben. Der Diskussion nach zu urteilen, der ich mangels Kenntnis des Spiels nicht folgen kann, scheint es schon recht anspruchsvoll zu sein; mal sehen, ob Stefan auch mal aus einem Buch ür Erwachsene Aufgaben stellt…

    (Vielleicht zeigt sich auch hier der hohe Anspruch, der in Fernost an Kinder gestellt wird. Ãœber Fritz und Fertig würde man da wohl nur lachen, oder?)

  7. Vielleicht zeigt sich auch hier der hohe Anspruch, der in Fernost an Kinder gestellt wird.

    Den hohen Anspruch mag es zwar geben, aber diese Aufgabe kann man schwerlich als Beleg heranziehen. Die Aufgabe ist mit einem netten Opfer des Wagen (=Turm) im ersten Zug zu lösen. Wenn Schwarz den Wagen nimmt, wird im nächsten Zug eine undeckbare Mattdrohung aufgestellt. Wenn das die einzige Variante wäre, wäre das eine nette, aber keine sehr schwierige Aufgabe.

    Unsere Diskussionen beziehen sich aber auf zwei Fragen, die in dem Buch gar nicht behandelt werden, nämlich darauf, wie Rot gewinnt, wenn Schwarz den Wagen verschmäht und zuletzt auf die Frage, ob es vielleicht noch einen anderen Gewinnweg für Rot gibt. Beide Fragen werden wie gesagt im Buch nicht behandelt und die Varianten würden vermutlich nicht in das Buch passen. Somit ist die Aufgabe eher ein Beispiel für das in chinesischen Büchern nicht seltene Phänomen, dass durchaus nicht triviale Nebenvarianten unerwähnt bleiben, wobei ich nicht beurteilen will, ob das in diesem Fall aus pädagogischen Gründen oder aus reiner Nachlässigkeit passiert. Wenn ein chinesischer Trainer von seinem Schüler auf diese Varianten angesprochen wird, tut er sich bestimmt auch schwer.

    Andreas, für Deine Fragen brauche ich ein Brett mit Figuren. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich das heute schaffe. Auf 1.P7=6 K4=5 2.P6+1 K5‑1 hatte ich mir 3.C2=5 angeschaut und für aussichtsreich gehalten, aber das mag ein großes Loch haben?!

    Claus

  8. @MiBu: Für ein Kinderbuch reicht doch die Darstellung des Motivs in der kurz gefassten Lösung. Die Antworten auf weiterführende Fragen wie hier folgen dann in den Folgebänden ;)

    @Claus: Keine Panik, ich werde auch erst am Wochenende reagieren können ;) 3. C2=5 ist ein wirklich hübscher Zug. Ich dachte zunächst, dass es 3.- K5=6 tut, aber da habe ich mich geirrt: 4. R2=4 K6=5 5. R4+1! und gegen P6+1# hilft nur 5.- A4+5, was aber nach 6. R4=3 auch zum Matt führt. Sehr hübsch!

  9. Andreas, ich muss mich wohl Deiner Meinung anschließen, dass 1.P7=6 nicht gewinnt. Ich finde trotz einiger interessanter Ideen nichts gegen 3. … R5=6

    Bei Deiner „einfachsten Lösung“ 3. … K6+1 habe ich hingegen noch Ideen für Rot und gehe dabei mit Deinen Anfangszügen mit:

    1.P7=6 K4=5 2.P6+1 K5=6 3.R2‑7 K6+1 4.R2=4 K6=5 5.R4=3 K5=6 und jetzt der Verstärkungsversuch 6.C2‑7 mit folgenden Varianten:

    a) 6. … R5=8 7.K6=5 R8=6 8.R3+9 +-
    b) 6. … P2=3 7.C2=7 R5=3 8.R3+7 K6‑1 9.R3‑1 R3=6 und das Endspiel nach 9.R3=7 ist hoffentlich ebenso gewonnen wie die Stellung nach 9.R3+2 K6+1 10.R3+1 K6‑1 11.R3=6
    c) 6. … P3+1 7.C2=8 R5=2 8.R3+7 K6‑1 9.R3‑2 analog zu b)
    d) 6. … R5‑4 7.R3+7 K6‑1 8.R3‑6 A4+5 (8. … K6+1/K6‑1 9.C2=8) 9.R3=4 A5+6 10.C2=8 und z.B.
    d1) 10. … R5=4 11.R4=6 R4=9 12.C8+7 +-
    d2) 10. … R5=9 11.C8+7 +-
    d3) 10. … R5=2 11.K6=5 (droht P6=5+) R2‑3 12.K5=4 R2+1 13.R4=3 +-
    d4) 10. … K6‑1 11.R4+6 K6=5 12.R4+1 R5=4 13.C8=6 +-

    Der erwähnte schwarze Gewinnversuch 5. … A4+5 scheitert meiner Ansicht nach an 6.C2+1 mit der Drohung 7.C2=5

    Ist aber alles wie gesagt irrelevant, da Schwarz mit 3. … R5=6 die Stellung halten kann. Ich hatte noch auf 4.K6=5 P2=3 5.C2‑7 R6‑4 6.C2=4 gehofft (irgendwie will ich die Kanone immer opfern :-) ), aber Schwarz muss gar nicht nehmen und nach 6. … R6=5 habe ich keine Ideen mehr.

    Claus

  10. Ich hätte ja gern meine „einfachste Lösung“ gerettet, da in deiner Auflistung e) 6.- P2+1 mit der Drohung 7.- P2=3# fehlt. Das Matt lässt sich nur durch 7. R3+7 K6‑1 8. C2‑1 decken, und nach 8.- P2=3 (dennoch!) 9. C2=7 gewinnt 9.- R5=3 Schwarz die Kanone. Dummerweise entstehen jetzt aber Stellungen wie in b) und c), wo Rot die Kanone ohnehin opfert. Und die Endspiele aus b) sehen auch für mich so aus, als wäre Schwarz verloren, jedenfalls haben mir gerade Fantasie und Spielstärke gefehlt, um noch was zu finden.

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