Die 13. Runde in Linares sah drei Remispartien und einen aufregenden Kampf zwischen Morozevich und Topalov, die sich nicht besonders zu mögen scheinen. Morozevich lenkte die Partie sehr frühzeitig außerhalb aller theoretischen Fahrwasser und gewann schließlich nach sechseinhalb Stunden und zweimaliger Zeitnot ein aufregendes Endspiel. Nach 52 Zügen war die Stellung aus dem ersten Diagramm entstanden. Morozevich spielte 53.Sg4. Wahrscheinlich hätte hier 53.Kf3 mit der Idee, den h‑Bauern schleunigst abzuholen, gewonnen. 53…Kd4 (53…Kb4 54.g4 Kxa4 55.Kg3 Kb5 56.Kh4 Kc6 57.Kh5 Kd6 58.Kxh6 Ke7 59.g5) 54.Kg4 Se3+ (54…Ke3 55.Kh5 Kf4 56.g4) 55.Kh3 und Weiß bewegt König und g‑Bauern langsam nach vorn. 53.g4 mit derselben Idee sah auch vielversprechend aus. In der Folge vermied Topalov ein Remis und konnte nach Springertausch den e‑Bauern sogar einen Halbzug vor Morozevichs a‑Bauern verwandeln. Tatsächlich war das Damenendspiel aber wegen des vom König unterstützten vorgerückten g‑Bauerns besser für Weiß.

Nach 69 Zügen stand schließlich die Stellung aus dem zweiten Diagramm auf dem Brett. Zeit für die unbarmherzigen Tablebases: 70.g6? 70.Df1+! Kb2 71.Df2+ Kb1 72.g6 hätte – warum auch immer – gewonnen. 70…e4? 70…Dh1+! 71.Kg7 Dg2 72.Dxe5 Df3! hätte – warum auch immer – Remis gehalten. 71.g7 e3 72.Dc3+ Kb1 73.Dxe3 Dh1+ 74.Kg6 Dg2+ 75.Dg5 Dc6+ 76.Kh7 Db7 77.Dg1+ Ka2 78.Dh2+ Ka1 79.Kh8 De4 80.g8D und Topalov mochte den Trick 80…Dh7+ nicht mehr ausprobieren.

Stand vor der letzten Runde:

1 Anand 8
2 Carlsen 7½
3 Svidler 7
4–5 Aronian, Morozevich 6½
6 Ivanchuk 6
7 Topalov 5½
8 Leko 5