Lern­power ist wich­ti­ger als jedes Talent. Ein Bei­spiel ist Schach­gross­meis­ter Vik­tor Kort­sch­noi. Er mein­te vor kur­zem in einem Inter­view im «Tages- Anzei­ger» auf die Fra­ge, wie er mit 75 Jah­ren immer noch Schach auf inter­na­tio­na­lem Niveau spie­len kön­ne: «Dafür gibt es eine ein­fa­che Erklä­rung: Ich war nie ein Wun­der­kind. Des­halb muss­te ich ein Leben lang ler­nen. Das hat­te einen Nach­teil: Ich ent­wi­ckel­te mich sehr, sehr lang­sam. Mein bes­tes Schach spiel­te ich erst mit 47. Aber es hat­te auch einen Vor­teil: Ich ent­wi­ckel­te mich immer wei­ter. Und ich ent­wick­le mich – hof­fe ich wenigs­tens – auch heu­te noch wei­ter. Ich ana­ly­sie­re jeden Tag vier Stun­den lang Schachpartien.»

– via NZZ, 20.11.2006