Wiener Blut

Im Café Heine, einer meiner Schreibstuben, verkehrten damals die Freistilringer vom Heumarkt, balgten sich die Mädchen neben der Jukebox, und am Abend kamen die Schach- und Tarockspieler, die bis über die Sperrstunde hinaus blieben, wenn das Hauptlicht schon ausgeknipst wurde, und der Nachtkellnerin „a guade Maut“, also ein anständiges Trinkgeld hinterließen.

Helmut Schödel über den Zweiten Wiener Gemeindebezirk.

Last Minute Wien

Es ist vielleicht das schönste Open Europas – in einer der schönsten Städte Europas in einem der schönsten Säle, die Wien zu bieten hat. Ãœbernächsten Samstag, den 29.Juli beginnt das Wiener Open – und es droht ein Fiasko. Heute, zehn Tage vor der ersten Runde, waren laut Wiener Zeitung-Server erst 63 Spieler für das A‑Open… Last Minute Wien weiterlesen

Leo Trotzki

Er spielte Schach, er las seine Zeitung, er trank Kaffee, er diskutierte. Darin unterschied sich Leo Bronstein während seiner Wiener Jahre von keinem der anderen Kaffeehausgänger. Ob sie nun Karl Kraus, Friedrich Torberg oder Alfred Polgar hießen. Stammgast im Café Central in der Wiener Herrengasse war er, einer, den man kannte. Staunen dann allerdings an den Wiener Kaffeehaustischen, als die Kunde nach Wien gelangte, der Leo, der sich dann Trotzki nannte, habe in Rußland Revolution gemacht und damit Weltgeschichte. Berühmt der angebliche Ausspruch des damaligen Außenministers: „Gehn S‘, wer soll in Rußland Revolution gemacht haben? Der Bronstein aus’n Café Central?“

reise-report über Wiener Kaffeehäuser