Textaufgabe

Da ich Faustregeln mag: Gibt es ein Endspiel mit König und zwei Bauern gegen König, das bei eigenem Anzug nicht gewonnen ist?

29 Kommentare

wortwart 9. Januar 2015

Kein Problem mit Doppelbauern auf einer Turmlinie.

Hartplatzheld 9. Januar 2015

Ansonsten gibt es auch noch die Möglichkeit, dass ein Bauer direkt verloren geht und das entstehende Endspiel König und Bauer gegen König remis ist, z.B. W (am Zug): Ka1, Bc5, e3; S: Kd5.

rankzero 10. Januar 2015

Oder nette Beispiele wie W Kc6 Bb7 b5 S Kb8, das ohne b7 gewonnen wäre.

rankzero 10. Januar 2015

Dies konsequent betrachtet gibt eine Musterstellung, die man sich auch merken könnte:

W Kd2 Bd5 d6 S Kb6

Stefan 10. Januar 2015

Dachte ich mir doch, dass das lehrreich sein könnte :)

Wie sieht es mit drei Bauern aus?

Hartplatzheld 10. Januar 2015

Der Tripelbauer auf a- oder h‑Linie ist immer noch remis (sofern der König ihn stoppen kann), bei Tripelbauern auf anderen Linien ist die Stellung remis, wenn der König die beiden vordersten Bauern verspeisen kann und das entstehende Endspiel König und Bauer gegen König remis ist. Die rankzero-Stellung ist hingegen mit einem dritten weißen d‑Bauern gewonnen.

rankzero.de 12. Januar 2015

Der Vollständigkeit halber eine leicht exotische Stellung, die nicht durch diese beiden F&auml:lle abgedeckt ist:

W Kh6 B g6 g5 h5 S Kh8

Ohne g6 oder ohne g5 (oder ohne g6 und h5) ist es gewonnen.

(Angelehnt gibt es noch das Dauerpatt W Kh6 B g6 g5 h7 S Kh8)

Ich sehe allerdings nicht, wie die Stellung ohne beachtliche weiße Fehler entstehen könnte.

MiBu 12. Januar 2015

Dann wäre noch zu erganzen wKa8 Ba7 und zwei Bauern auf a- und/oder c‑Linie gegen sKc7/c8.

Hartplatzheld 13. Januar 2015

@rankzero.de: Ich schlage vor, in der angelehnten Stellung den g6 nach h5 zu versetzen :-)
Die erste Stellung kann ohne beachtlichen weißen Fehler entstehen, wenn Schwarz in der Stellung W: Kh6, Bg4, g5, g6 S: Kg8, Sf4 mit 1…Sh5 für die Galerie spielt.
Die Ergänzung von MiBu weist noch auf weitere Lösungen für die ursprüngliche Aufgabenstellung hin:
Nicht nur W: Ka8, Ba7 + c‑Bauern S: Kc8 oder c7 ist remis, sondern auch W: Ka7, Ba6, c6 S: Kc7 bei weißer Zugpflicht.

Hauke Reddmann 14. März 2015

Ich weiß jetzt nicht, wo ich das mal gesehen habe, aber AFAIK gibt es exakt eine Stellung KBB/K modulo einigermaßen natürlicher Nebenbedingungen (kein Patt, Weiß am Zug, kein Doppelbauer, keiner der Bauern ist angegriffen, …?), die Remis ist. Leider weiß ich auch die Nebenbedingungen nicht mehr, so daß dieser Kommentar recht inhaltsfrei ist :-)

Losso 15. März 2015

Tja, dann mache ich es mal offiziell.
Es gibt eine Stellung K + 3(!) Bauern gegen König, keine Doppelbauern, Seite mit den Bauern ist am Zug, die nicht gewonnen ist.
Sie entsteht am Ende dieser Studie von Didukh, Pervakov, Sumbatyan 2012
Weiß: König h1, Turm a6, Springer c5, Bauern f4 und e5
Schwarz: König h8, Läufer g8, Springer c1, Bauern c3, f5, g3 und h6
Weiß am Zug, remis

Ich hatte das Stefan schon gemailt, aber er scheint momentan nicht dazu zu kommen.
Ich versuche, gleich nochmal das Dia zu posten, aber das könnte evtl systemseitig abgelehnt werden.

MiBu 16. März 2015

Als Freund des Blitzspiels muss ich natürlich noch ergänzen, dass König und drei Bauern (egal wo) gegen König nur Remis ist, wenn Rex solus nicht matt ist, die Platte unten (bzw. die Anzeige auf 0:00) und der Gegner letzteren Umstand bemerkt hat.

Stefan 17. März 2015

Ich gebe mal Lossos Diagramm:

dreibauern

Da muss noch einiges Material verschwinden, um sich dem Thema zu nähern…

MiBu 19. März 2015

Die Zielstellung ist mir noch völlig unklar. Versuchen wir also zunächst nur den ersten Zug: Geht etwas anderes als 1.e6?

Stefan 19. März 2015

Zielstellung ist es, einen Bauern, den Springer und den Läufer zu schlagen :)

1.e6 sieht gut aus, Ld5+ Se2+ g2+ g1D ist eine heftige Drohung.

Auf 1.e6 schlage ich 1…c2 vor.

MiBu 19. März 2015

Darauf bietet sich für mich 2.Tc6 an, um bei einem Wegzug des Sc1 gewappnet zu sein.

Losso 1. April 2015

1.e6 c2 2.Tc6 Se2 ist der Anfang.

Als Freund des Blitzspiels muss ich natürlich noch ergänzen, dass König und drei Bauern (egal wo) gegen König nur Remis ist, wenn Rex solus nicht matt ist, die Platte unten (bzw. die Anzeige auf 0:00) und der Gegner letzteren Umstand bemerkt hat.

Falsch! Und man braucht noch nicht einmal Doppelbauern und darf sogar den Anzug haben. Gibt es in dieser Studie noch zu sehen.

Losso 1. April 2015

Um die Neugier zu steigern…
Dies ist die Einleitung zu dieser Studie aus dem Preisbericht:

Some time ago a question circulated in chess circles whether there was a position that was drawn despite the opponent having three pawns against a bare king and having to move as well. Another important stipulation was that there could be no doubled pawns on the board. When I was asked this question, I had to think for a few minutes before finding the correct answer. This answer can be found in the following study.

MiBu 3. April 2015

Dann wäre mein erster Impuls 3.Sd3. Allerdings frage ich mich, was Weiß nach 3.-Lxe6 antwortet; Txc2 kommt offensichtlich nicht in Betracht, und Txe6 kann mit g2+ Kxg2 Sxf4+ beantwortet werden.

Hartplatzheld 3. April 2015

Da hiermit 3.Sd3 widerlegt ist, bleibt anscheinend 3.Se4 als einziger Kandidat übrig.

CBartolomaeus 4. April 2015

Hmm, »widerlegt« scheint mir ein wenig verfrüht. Nach 3. Sd3 Lxe6 4. Txe6 g2+ 5. Kxg2 Sxf4 kann Weiß 6. Sxf4 c1,D 7. Txh6+ nebst 8. Th4 spielen. Nach einer anschließenden Umgruppierung Kg3 (ggf. ein umliegendes Feld), Sg2 sehe ich nicht, wie Schwarz weiter kommt.

CBartolomaeus 4. April 2015

Okay, mit 4. … c1D+ kann Schwarz in die Variante von MiBu überleiten: 5. Sxc1 g2+ 6. Kxg2 Sxf4+ nebst 7. … Sxe6. Also doch lieber 3. Se4 – das scheint auch besser zur gesuchten Zielstellung zu passen.

MiBu 4. April 2015

Se4 scheint gut zu sein, denn tatsächlich ist wKg2 sKh8 Be4g3h6 auch mit Schwarz am Zug Remis; es gilt nun nur noch eine Variante dahin zu finden.

CBartolomaeus 5. April 2015

Nach 3. Se4 kam mir zunächst die Variante 3. … Lxe6 4. Txc2 Ld5 5. Txe2 Lxe4+ in den Sinn. Nach 6. Txe4 fxe4 7. Kg2 stehen alle Knöpfe auf ihrem Platz – nur leider gibt es noch den Bauern auf f4, der die Stellung für Weiß verloren macht.

Weiß kann aber 6. Kg1 spielen. Nach 6. … h5 (auf etwa 6. … Kg7 folgt 7. Te3 g2 8. Tg3+ und Weiß hat keine Sorgen mehr) 7. Td2 h4 8. Td6 Kg7 9. Td7+ Kg6 (oder Kh6) spielt Weiß 10. Td8. Da 10. … Kg7 (oder Kh7) wegen 11. Td7+ nichts bringt, muss Schwarz den Turm hinter die Bauern lassen, wonach ein Gewinn nicht mehr zu sehen ist (z.B. 10. … Kh5 11. Tg8 g2 12. Tg5+ und anschließend pendelt der weiße König zwischen g1 und h2).

Ansonsten sehe ich aber noch nicht, wie es nach 3. Se4 weitergeht.

Hartplatzheld 5. April 2015

Es gibt ja auch noch die Variante 4…fxe4. Danach verliert 5.Txe2 Lg4 (u.a. weil nach 6.Tg2 Lf3 7.Kg1 Lxg2 8.Kxg2 Kg7 9.Kxg3 Kf6 der Zug 10.Kf4 nicht regelkonform ist).

CBartolomaeus 6. April 2015

Oh, stimmt, die Idee Lg4 ist mir völlig entgangen (»da steht ja auch ein Bauer auf f5 dazwischen«). Und nach 4. … fxe4 ergibt sich auch eine neue Möglichkeit, wie der störende Bauer auf f4 das Brett verlassen kann.

Losso 8. April 2015

Na, jetzt seid ihr aber schon sehr nah.

Die Antwort auf Stefans ursprüngliche Frage hat MiBu schon gegeben: 

[…]tatsächlich ist wKg2 sKh8 Be4g3h6 auch mit Schwarz am Zug Remis[…]

MiBu 14. April 2015

Hartplatzheld und CB haben es doch faktisch schon gepostet: Nach 1.e6 c2 2.Tc6 Se2 3.Se4 Lxe6 4.Txc2 fxe4 muss sich Weiß mittels 5.f5! vom störenden Stein trennen. 5.-Lxf5 6.Txe2 Lg4 7.Tg2 (Ta2 Lf3+ Kg1 h5 gewinnt für Schwarz) Lf3 8.Kg1 Lxg2 9.Kxg2 und die Zielstellung ist erreicht.

Losso 14. April 2015

Super, fein gemacht!

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