Schachblätter

Vereinsabend XVII

Als dann end­lich genug geblitzt war, wühl­ten wir eine alte Schach­zei­tung raus, weil Sla­wo­mir sein Buch mit den Stern­chen-Auf­ga­ben ver­ges­sen hat­te. Han­nes woll­te die Kegel­auf­ga­ben, aber zum Glück konn­te ich mich durch­set­zen: Zwei Hilfs­matts in zwei mit jeweils zwei Lösun­gen. Wäh­rend dies (Wita­li Medi­n­zew, Schach 2005)

medinzew

zügig von der Hand ging (ich war noch trau­ma­ti­siert) und uns viel­leicht fünf Minu­ten kos­te­te, brach­ten wir hier­mit fast ein Stun­de zu (Horst Bött­ger, Schach 2005), vor allem natür­lich, weil ich unbe­dingt der dicken fal­schen Fähr­te fol­gen wollte.

boettger

Erschöpft, aber auch ein biss­chen glück­lich gin­gen wir nach Hause.

Falls jemand aus der geneig­ten Leser­schaft auch möch­te – tut euch kei­nen Zwang an!

Kategorien: Schachaufgaben

Doppelkanone » « Bent Larsen (4. März 1935 – 9. September 2010)

13 Kommentare

  1. 15 Minu­ten mit nem WLAN-Han­dy auf dem stil­len Örtchen ergaben:
    Zu 1:
    1. gh/hgS Tg8/Th8 2. Sh3/Sg3 Td8#
    Zu 2:
    1. Lxd6 Lc8 2. Kd3 Lf5#

    Die zwei­te Lösung kommt, wenn ich mal wie­der ein Bedürf­nis habe, es sei denn, MiBu ist schnel­ler ;o)

  2. Jetzt habe ich doch noch mal rein­ge­schaut, da ich mir sicher war, dass das Echo auf LxT der Zug TxL ist. Und tatsächlich:
    1. Txc1 Se5+ 2. Ke3 Sg4#

    Hof­fe, das stimmt alles.

  3. @ Los­so Whow, das ging ja fix. Wenn du bei uns abends beim Trai­ning wärst, bräuch­ten wir wohl eine gan­ze Men­ge mehr alter Schachzeitungen. :-)

  4. Tss, nach dem „Knal­ler­spiel“ Bay­ern-Rom (War­um gegen Ita­lie­ner eigent­lich zu Aber­tau­sen­den in die Sta­di­en? Alles Maso­chis­ten? Schö­ner Sport wird da wohl eher nicht gebo­ten.) war ich natür­lich zu müde, um noch den Rech­ner anzu­schal­ten, son­dern bin fast direkt schla­fen gegan­gen. Und nun im Büro vol­ler Taten­drang ange­kom­men – war nichts mehr zu lösen.
    Aber zum Abschal­ten blät­te­re ich im Bett lie­gend auch ger­ne mal in mei­nen Büchern, dabei ist bei mir ges­tern eine Stu­die hän­gen geblie­ben. Autoren­na­me habe ich ver­ges­sen – wird nach­ge­reicht – aber die Stel­lung bekom­me ich noch hin: W Ke8 Lf8 Bd3e5g6h6, S Kg8 Th8 Bf3h7. Weiß soll gewin­nen, wobei es nicht mit 1.Lc5 los­geht (Ich habe mich aller­dings gefragt, ob Schwarz nach 1.-hxg6 2.e6 wirk­lich ein kla­res Remis hat, aber neh­men wir mal zuguns­ten der Stu­die an, dass sei so.) Also, wie kann W die tra­gi­ko­mi­sche Stel­lung des Th8 ausnutzen?

  5. 5.d4 Zug­zwang.

  6. Stefan

    16. September 2010 — 12:31

    Ich spen­die­re mal ein Dia­gramm für die weni­ger Phan­ta­sie­be­gab­ten wie mich:

    mibu

    PS zum Fuß­ball: Ich fra­ge mich manch­mal auch, war­um ich mir Ver­bands­li­ga angu­cke. So viel schlech­ter kann AS Rom gar nicht sein…

    PPS für Los­so: Glückwunsch!

    PPPS für die Exper­ten: Sind die bei­den Hilfs­matts jetzt eigent­lich beson­ders schön? Oder beson­ders schwie­rig zu konstruieren?

    PPPPS: Die Stu­die ist natür­lich unlösbar!

  7. Das ers­te fin­de ich ziem­lich banal, das zwei­te ist gut.

    Grund:
    Beim ers­ten sind zwar die Pha­sen iden­tisch, aber der Auf­bau ist wenig dif­fe­ren­ziert. Der wBf5 ist nur dazu da, den Schwenk über die 5. Rei­he zu ver­hin­dern. Ein guter Löser sieht so etwas sofort. Selbst mir, als nicht so gutem Löser ist das auf­ge­fal­len und hat die Lösung ein­fa­cher gemacht. So eine Figur ist ein ech­ter Verräter.

    Beim zwei­ten sind eben­falls die Pha­sen iden­tisch: Figu­ren­schlag, Zug einer Leicht­fi­gur, Königs­zug, Leicht­fi­gur aus dem ers­ten Zug setzt matt. Bei LxT wird der Lb7 bemüht, bei TxL der Sc6. Das Matt erfolgt auf zwei ver­schie­de­nen Fel­dern und es wirkt recht öko­no­misch. Aller­dings hat der schwar­ze König in der Aus­gangs­stel­lung Flucht­fel­der, das wird mW als nach­tei­lig emp­fun­den, da es oft Hin­wei­se dar­auf gibt, wel­che Fel­der noch über­deckt wer­den müssen.

    Das ers­te bekä­me ich wohl auch noch kon­stru­iert, das zwei­te Hilfs­matt eher nicht.

    Ansons­ten bin ich der Ansicht, dass die Inter­ak­ti­on an einem Spiel­abend eher dem Fin­den der Lösung im Wege steht als dass dies hilf­reich ist.

  8. Das Pro­blem dürf­te schnell klar sein:
    1. Nach 1. g7 f2 2. gxhD+ KxD 3. Kf7 zieht der schwar­ze Bau­er mit Schach ein, so dass es nicht mehr zu Lg7# kommt.
    2. Dann pro­biert man 1. g7 f2 2. Le7 f1D 3. Lf6 und stellt fest, dass man nach 3.-Dxf6! ein Patt­ver­mei­dungs­pro­blem hat.

  9. Anm. zum Fuß­ball. Die Roma und Big Fran­ces­co sind z.Z. tat­säch­lich nicht das, was sie mal waren. Den­noch hät­te ein hel­ler Hackentrick-Moment von Tot­ti ges­tern fast zu einem Tor geführt. Mit den Aber­tau­sen­den in den Sta­di­en ist das so eine Sache, schon aus Sicher­heits­grün­den (Ultras) herrscht dort längst nicht mehr eine Fuß­ball­fest­stim­mung wie in den meis­ten BL-Sta­di­en. Wer etwas über den ita­li­en. Fuß­ball erfah­ren möch­te und en pas­sant mehr über ita­li­en. Geschich­te mit­be­kom­men will als aus manch dickem Wäl­zer, dem sei Bir­git Schö­n­aus aus­ge­zeich­ne­tes und kurz­wei­li­ges Buch „Cal­cio. Die Ita­lie­ner und ihr Fuß­ball“ (Köln: Kiepenheuer&Witsch, 2006) empfohlen.

  10. WB und SHL haben in Rekord­zeit gelöst (oder sich erin­nert), Applaus. Zu ergän­zen wäre noch, dass die Stu­die einem Herrn A.Guljajew stammt und 1940 kom­po­niert wur­de, zumin­dest steht es so in „Stel­lungs­be­ur­tei­lung und Plan“ von Karpow/Mazukewitsch. [Wobei ich anneh­me, dass Kar­pow nicht viel mehr als sei­nen Namen zum Buch bei­getra­gen hat, aber das ist eine ande­re Fra­ge.] Ach ja, und 1.Lc5 reicht nicht ange­sichts 1.-hxg6 2.e6 Kh7+ 3.Kd7 Kxh6 4.Lf2 Kg5 5.d4 Kf4 5.d5 g5 6.d6 g4 7.e7 g3 8.Lxg3+ Kxg3 9.e8D= oder ana­lo­ger Varianten.

  11. Kann viel­leicht doch jemand die Lösung auf­schrei­ben? Ste­he gera­de ein biss­chen auf dem Schlauch.

  12. Doch so schwierig?
    Das von Los­so beschrie­be­ne Patt­ver­mei­dungs­pro­blem wird nach 4.gxh8D/T+ Dxh8 mit dem von mir wei­ter oben ange­ge­be­nen 5.d4 Zug­zwang gelöst, Rest trivial.
    @MiBu: Ich habe mich nicht „erin­nert“, son­dern gelöst, und zwar ohne Dia­gramm und ohne Brett. Mit der Vor­ga­be, dass es nicht mit 1.Lc5 beginnt, war es aus mei­ner Sicht ganz ein­fach, da es dann zu 1.g7 eigent­lich kei­ne sinn­vol­le Alter­na­ti­ve gibt, 2.gxh in einer Stu­die gewiss nicht die Lösung dar­stellt und sich damit die Läu­fer­be­we­gung nach f6 wie von selbst ergab.

  13. @WB: Na dann, don­nern­der Applaus. Aber Du hast natür­lich recht – die Stu­die löst sich mit dem Eli­mi­na­ti­ons­ver­fah­ren fast von sel­ber; was Dei­ne Per­for­mance ohne Brett und Dia (damit täte [Ger­ma­nis­tik­ken­ner: Wel­ches Tem­pus ist das denn bloß und das über­haupt kor­rekt ver­wandt?] ich mich ziem­lich schwer) nicht schmä­lern soll.
    @all: Was mir an dem Werk gefällt, ist der Bd3. Wäh­rend Los­so oben moniert, dass der Bf5 im ers­ten Dia­gramm nur eine Auf­ga­be haben kann (und damit Tg/h8 ver­rät), sieht es hier anders aus: Der Bd3 scheint pri­ma vis­ta nur das läs­ti­ge Schach Df1-b5 zu unter­bin­den, und erst beim Schluss­zug der Stu­die wird klar, dass er noch einen Job hat.

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