Ein weiterer Teil der Exil-Schachblätter, wieder von Sven-Hendrik, der hier seine leider voraussichtlich letzte Partie für den Greifswalder Schachverein für eine Schachaufgabe nutzt. Hinweise bitte als Kommentar. Die ganze Partie kann hier nachgespielt werden.

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Jetzt haben wir uns so oft die russischen Turmmanöver angeschaut, geholfen hat es nichts. In der abgebildeten Stellung schätzte ich richtig ein, dass die Stellung nach 33. Kd2 remis ist, z.B. 33…Thc8 (auf 33…Tb3 folgt 34.Th1 oder 34.Kd1) 34.Txh6 und Schwarz gibt Dauerschach. Ich wusste aber schon, dass ein Remis der Mannschaft nicht hilft, also dachte ich über Alternativen nach und spielte
33.Te7
33.f5 wird zwar auch remis, aber stellt Schwarz noch vor die größten Probleme. Leider hatte ich diesen Zug gar nicht in Betracht gezogen. Mein Gegner antwortete
33…Tc2
Mit mulmigem Gefühl im Bauch schlug ich nun auf e6.
34.Txe6

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1k5r/8/4R1pp/3pP3/5PP1/3pP2R/2r3P1/4K3 b – – 0 33

Ich spürte, dass etwas nicht stimmte und tatsächlich war dieser Zug ein Fehler (Kd1 war zwingend erforderlich). Mein Gegner sah das mögliche Manöver jedoch genauso wenig wie ich und spielte
34…Te2+
Jetzt war ich mir sicher, dass ich zumindest nicht verlieren würde. So ist es am Leser, die Stellung zu entschlüsseln.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich nach
35.Kd1 Kb7 36.Txg6 Ta8 37.Tg7+ Kb6 38.Txh6+ Kb5
zwar einige Bauern gewonnen hatte, aber aufgrund der Drohungen auf der ersten und zweiten Reihe nichts besseres hatte als auf b7 und c7 Dauerschach mit dem Turm zu geben.

Sven-Hendrik Loßin