Deutsche Tragödien

Die kürzeste Partie der 7. Runde bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Wörishofen spielte Janis Wehner gegen Arkadij Rotstein. Wir bringen die volle Notation:

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 5.Sc3 Dc7 6.Le3 a6 7.Dd2 Sf6 8.f3 Se5 9.a3 b5 10.Ld3 Lb7 11.O‑O Lc5
9.a3 ist selten, aber erst dies scheint der erste neue Zug zu sein.
12.Sb3

wehnerrotstein.jpg

Bestimmt nicht die beste Fortsetzung. Jetzt folgte sehr kräftig der Schlag
12…Seg4 13.fxg4 Sxg4
Der Weiße glaubte dem Großmeister und gab auf.

Warum eigentlich? Antworten bitte wie immer als Kommentar.

11 Kommentare

.t0mmy 22. Februar 2008

Dxh2#.
Wenn er das vermeiden will, kommt ein nettes Lxe3 und die Dame verläßt die Bühne. Oder hab ich was übersehen?!?

Stefan 22. Februar 2008

Könnte schon sein. Habe ja nicht umsonst an der Ãœberschrift gefeilt ;-)

Martin 22. Februar 2008

Naja ich denke, dass ich nach Te1 mit dem König über die weißen Felder rauslaufen kann… Ohne jetzt groß mit Fritz „reinzuschauen“ :-)

Janis Wehner 25. Februar 2008

Es ist schon klar verloren!
Te1 ist sicher noch der beste Zug aber :
Lxe3 Txe3
Dxh2 Kf1
Dh1 Ke2
Dxg2 und zum Beispiel
Kd1 Dg1
Ke2 Df2 und der ganze Turm geht noch verloren

El Nino 25. Februar 2008

Klare, eindeutige und nicht zu widerlegende Gewinnführung!

Stefan 25. Februar 2008

Auf 18…Dg1 würde man aber vielleicht nicht 19.Ke2 Df2, sondern 19.Te1 spielen.

Hamburgs langweiligster Schachspieler 26. Februar 2008

Allerdings muss Schwarz auch nicht 18…Dg1 spielen, sondern kann (sinnvollerweise wohl nach vorherigem Damentausch) die Qualität mitnehmen, wonach er Turm und drei Bauern gegen zwei Sprunghühner behält. Aufgeben muss Weiß das natürlich noch nicht, aber auf Dauer sollte Schwarz das schon gewinnen.

El Nino 27. Februar 2008

Viell. liest Herr Kollege Rotstein auch diesen Beitrag und teilt uns seine Gedanken mit! Oder hatte er die Stellung nach 13.…Sxg4 einfach als gewonnen abgehakt?

Stefan 27. Februar 2008

@El Nino: So groß ist der Leserkreis hier nun auch wieder nicht ;-)
@HH Die Damen sollte Schwarz m.E. lieber auf dem Brett lassen, weil der weiße König sonst gratis nach e3 ins Zentrum käme. So bleibt er abgeschnitten und der weiße Turm eingesperrt. Eine plausible Folge wäre etwa 14.Tfe1 Dxh2+ 15.Kf1 Lxe3 16.Txe3 Dh1+ 17.Ke2 Dxg2+ 18.Kd1 Sxe3+ 19.Dxe3, wonach diese Stellung entstünde:

wehnerrotstein2.jpg

Sicher besser für Schwarz, aber noch nicht klar. Der h‑Bauer sieht aber gefährlich aus!

ElNino 28. Februar 2008

@Stefan: Viell. wird der Leserkreis ja noch größer!!?
Aber in der Stellung, da könnte man in der Tat als Weißer noch hoffen! Oder Schwarz hat die nötige Technik, das zu gewinnen…Wobei: Was macht Weiß, wenn der h‑Bauer einfach losläuft?

Janis Wehner 28. Februar 2008

Zugegeben: Ich habe nach Sg4 nicht mehr so richtig gerechnet was wohl passieren wird, da ich mir nicht wirklich vorstellen konnte das ein GM ( der vorher ne halbe Stunde in die Stellung geschaut hat) Sg4 spielt wenn’s nicht geht
Das die drei Königsflügelbauern hängen bleiben war mir praktisch sofort klar. Nachdem ich dann den „Pseudogewinn“ von oben gesehen habe, hab ich auch sofort aufgegeben.
In der Stellung nach 19. Dxe3 scheint Weiß schon noch gewisse Chancen zu besitzen(Ideen: Le2, Kd2, Turm raus und dann aktiv werdern e5 Sc5 nebst Se4 vllt. wobei Weiß dann die Dame sehr hilft um Drohungen zu schaffen).
Vielleicht sollte Schwarz doch die Damen tauschen, schließlich hat er ja mit T+3B gegen 2S was mehr und der schwarze König steht auch nicht sehr sicher.

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