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Die Lucena-Stellung

Die Lucena-Stellung

Im Dia­gramm sieht man die Posi­ti­on von Luce­na. Weiß strebt hier natür­lich nach dem vol­len Punkt. Auf dem Weg dort­hin ste­hen ihm zwei Gewinn­me­tho­den zur Verfügung.

I. Der Brückenbau

1.Tf1+ Der schwar­ze König wird abge­drängt. 1…Kg7 2.Tf4 Der Turm gehört vor die Mit­tel­li­nie. 2…Tc1 3.Ke7 Te1+ 4.Kd6 Der König räumt das Umwand­lungs­feld. 4…Td1+ 5.Ke6 Te1+ 6.Kd5 Man nähert sich dem stö­ren­den geg­ne­ri­schen Turm und behält gleich­zei­tig sei­nen Bau­ern im Blick. 6…Td1+ 7.Td4 und schwupps, schon wird es für den Schwar­zen ganz schwer, noch etwas Ver­nünf­ti­ges gegen die Bau­er­num­wand­lung zu erfinden! 

II. Die zwei­te Metho­de nimmt fol­gen­den Verlauf:

a) Weiß ver­treibt den geg­ne­ri­schen Turm von der c‑Linie, indem er sei­nen eige­nen nach c8 bringt
b) Der wei­ße König ver­lässt das Umwand­lungs­feld über die c‑Linie
c) Bei schwar­zen Schach­ge­bo­ten nähert sich der wei­ße König dem Stö­ren­fried auf den Lini­en a, b und c.

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Kategorien: Basics

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6 Kommentare

  1. Weder die im Dia­gramm abge­bil­de­te noch eine ähn­li­che Stel­lung stam­men von Luce­na. Das Brü­cken­bau-Manö­ver ist erst­mals bei Ales­san­dro Sal­vio 1634 dar­ge­stellt.

  2. @Werner
    Ja, das ist all­ge­mein bekannt, der Name hat sich aber trotz­dem gehal­ten ähn­lich wie der Name der Alje­chin-Ver­tei­di­gung, von der man weiss, dass sie eben NICHT von Alje­chin gespielt wur­de, son­dern von sei­nen Gegnern.

  3. @Ralph
    Selbst­ver­ständ­lich ist die Alje­chin-Ver­tei­di­gung sehr wohl auch von Alje­chin gespielt wor­den. Die soge­nann­te Luce­na-Stel­lung hin­ge­gen hat Luce­na nie gese­hen. „All­ge­mein bekannt“ scheint das noch nicht zu sein, denn sonst wäre das Dia­gramm nicht mit den Wor­ten „die Posi­ti­on von Luce­na“ erläu­tert worden.

  4. So steht es bei Edward Win­ter (Nr. 5536) und wer woll­te ihm widersprechen?

    Aller­dings mei­ne ich, dass Namen nicht wis­sen­schaft­li­chen Ansprü­chen genü­gen müs­sen. Die Luce­na-Stel­lung ist unter die­sem Namen bekannt und Namen erlau­ben Kommunikation.

  5. Ich möch­te Edward Win­ter inso­fern wider­spre­chen, als Ber­gers Lap­sus bereits in der 1. Auf­la­ge sei­ner „Theo­rie und Pra­xis der End­spie­le“ (1890, S. 209) aufscheint.
    Ãœber­dies liegt mei­ner Mei­nung nach gar kein „error by Johann Ber­ger“ vor, da die­sel­be par­ti­ell fal­sche Quel­len­an­ga­be – „Luce­na, 96; Sal­vio (Sar­ratt, 1813, S. 245). – schon in der 6. Auf­la­ge des Bil­guer­schen „Hand­buchs des Schach­spiels“ (1880, S. 629) vor­kommt, die von Con­stan­tin Schwe­de bear­bei­tet wor­den war.
    Der Name „Luce­na-Stel­lung“ wird selbst­ver­ständ­lich bestehen blei­ben, so wie das Muzio-Gam­bit nicht zu Pole­rio-Gam­bit umbe­nannt wer­den wird. Gleich­wohl ist fest­zu­hal­ten, dass die Luce­na-Stel­lung – anders als in der Dia­gramm­un­ter­schrift oben dar­ge­stellt – eben kei­ne „Posi­ti­on von Luce­na“ ist.

  6. Dan­ke für die Auf­klä­rung! Wir soll­ten den Arti­kel lang­sam bei der Wiki­pe­dia anmelden ;-)

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