Die Lucena-Stellung

Die Lucena-Stellung

Im Diagramm sieht man die Position von Lucena. Weiß strebt hier natürlich nach dem vollen Punkt. Auf dem Weg dorthin stehen ihm zwei Gewinnmethoden zur Verfügung.

I. Der Brückenbau

1.Tf1+ Der schwarze König wird abgedrängt. 1…Kg7 2.Tf4 Der Turm gehört vor die Mittellinie. 2…Tc1 3.Ke7 Te1+ 4.Kd6 Der König räumt das Umwandlungsfeld. 4…Td1+ 5.Ke6 Te1+ 6.Kd5 Man nähert sich dem störenden gegnerischen Turm und behält gleichzeitig seinen Bauern im Blick. 6…Td1+ 7.Td4 und schwupps, schon wird es für den Schwarzen ganz schwer, noch etwas Vernünftiges gegen die Bauernumwandlung zu erfinden!

II. Die zweite Methode nimmt folgenden Verlauf:

a) Weiß vertreibt den gegnerischen Turm von der c-Linie, indem er seinen eigenen nach c8 bringt
b) Der weiße König verlässt das Umwandlungsfeld über die c-Linie
c) Bei schwarzen Schachgeboten nähert sich der weiße König dem Störenfried auf den Linien a, b und c.

CH

6 Gedanken zu „Die Lucena-Stellung“

  1. @Werner
    Ja, das ist allgemein bekannt, der Name hat sich aber trotzdem gehalten ähnlich wie der Name der Aljechin-Verteidigung, von der man weiss, dass sie eben NICHT von Aljechin gespielt wurde, sondern von seinen Gegnern.

  2. @Ralph
    Selbstverständlich ist die Aljechin-Verteidigung sehr wohl auch von Aljechin gespielt worden. Die sogenannte Lucena-Stellung hingegen hat Lucena nie gesehen. „Allgemein bekannt“ scheint das noch nicht zu sein, denn sonst wäre das Diagramm nicht mit den Worten „die Position von Lucena“ erläutert worden.

  3. So steht es bei Edward Winter (Nr. 5536) und wer wollte ihm widersprechen?

    Allerdings meine ich, dass Namen nicht wissenschaftlichen Ansprüchen genügen müssen. Die Lucena-Stellung ist unter diesem Namen bekannt und Namen erlauben Kommunikation.

  4. Ich möchte Edward Winter insofern widersprechen, als Bergers Lapsus bereits in der 1. Auflage seiner „Theorie und Praxis der Endspiele“ (1890, S. 209) aufscheint.
    Überdies liegt meiner Meinung nach gar kein „error by Johann Berger“ vor, da dieselbe partiell falsche Quellenangabe – „Lucena, 96; Salvio (Sarratt, 1813, S. 245). – schon in der 6. Auflage des Bilguerschen „Handbuchs des Schachspiels“ (1880, S. 629) vorkommt, die von Constantin Schwede bearbeitet worden war.
    Der Name „Lucena-Stellung“ wird selbstverständlich bestehen bleiben, so wie das Muzio-Gambit nicht zu Polerio-Gambit umbenannt werden wird. Gleichwohl ist festzuhalten, dass die Lucena-Stellung – anders als in der Diagrammunterschrift oben dargestellt – eben keine „Position von Lucena“ ist.

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