Schachblätter

Fair Play (5)

Der Schieds­rich­ter trat an Herrn S. her­an mit den Wor­ten: „Ihr Geg­ner behaup­tet, Sie wür­den ein Han­dy mit sich füh­ren. Trifft das zu?“

Frank Zel­ler mit einem beden­kens­wer­ten Fall­bei­spiel des aktu­el­len Regel­un­fugs. Nach die­sen Maß­stä­ben hät­te ich in die­ser Sai­son durch­gen­ullt wer­den müssen.

Kategorien: Marginalien

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6 Kommentare

  1. Man möch­te ein­fach nur brechen :/

  2. M. E. lag hier kei­ne Fehl­leis­tung des Schi­ris vor, er muss sich an die Rege­lun­gen hal­ten, die der Ver­an­stal­ter vor­gibt. Aller­dings haben die wohl irgend­wie die schon zum 1.10.14 in Kraft tre­ten­de Regel­än­de­rung verschlafen?
    Ab da gilt näm­lich die­se Regelung
    (Tat­säch­lich, die FIDE sieht mal ein, dass sie mit die­ser Regeln den Ama­teur­sport tor­pe­diert. Viel­leicht ging aber auch nur die Anzahl der ELO-aus­ge­wer­te­ten Tur­nie­re dras­tisch zurück, damit Ver­an­stal­ter von Ama­teur­tur­nie­ren 11.3.b umge­hen konn­ten und es fehl­te leicht ver­dien­tes Geld? ;-) )

    Da hilft wohl nur noch, sich vor Anmel­dung beim Aus­rich­ter zu erkun­di­gen, wel­che Rege­lun­gen ange­wen­det wer­den und Tur­nie­re zu mei­den, in denen die Ver­ant­wort­li­chen die Rege­lun­gen här­test­mög­lich auslegen.
    Solan­ge ich die GSV-Tur­nie­re orga­ni­sie­re – das sind Ama­teur­schach­ver­an­stal­tun­gen (teil­wei­se auch mit star­ken Ama­teu­ren) – wird es sol­che har­ten Regel­aus­le­gun­gen nicht geben. Dafür ver­zich­te ich auch ger­ne auf eine ELO-Auswertung.

  3. M. E. liegt eine deut­li­che Fehl­leis­tung vor: Schließ­lich war ja wohl inhalt­li­che Begrün­dung der Han­dy-Regel, dass man Bera­tung von außen aus­schlie­ßen woll­te. Die­se hat hier aber nicht nur in der theo­re­ti­schen Opti­on, son­dern akut nach­ge­wie­sen der Geg­ner durch sei­nen Vater in Anspruch genom­men, so dass die­ser in jedem Fall zu nul­len wäre. Der Rest ist Ermes­sens­sa­che: Wenn man Para­gra­phen rei­ten will (und da der Ver­an­stal­ter lei­der eine ver­nünf­ti­ge Modi­fi­ka­ti­on der Aus­schrei­bung unter­las­sen hat), kann man das gan­ze 0:0 wer­ten. Wägt man das Aus­maß des Fehl­ver­hal­tens ab, wäre aus mei­ner Sicht auch ein 1:0 zu recht­fer­ti­gen. Besinnt man sich gar dar­auf, dass der Gedan­ke der Sport­lich­keit an ers­ter Stel­le steht, schließt man den Jugend­li­chen samt Vater nach dem Fair­ness­pa­ra­gra­phen vom Tur­nier aus (und hat damit womög­lich noch wert­vol­le Erzie­hungs­ar­beit geleis­tet) – irgend­wie eine Lieblingsoption.

  4. Hartplatzheld

    26. März 2015 — 10:12

    M.E. liegt eine Fehl­leis­tung aller Betei­lig­ten vor. Der Ver­an­stal­ter hat offen­sicht­lich nicht mit­be­kom­men, dass die FIDE das Han­dy­ver­bot gelo­ckert hat (oder noch schlim­mer – er hat es mit­be­kom­men, aber trotz­dem kei­ne ange­mes­se­ne Rege­lung getroffen).
    Der Spie­ler S. hat eine Spie­ler­ver­ein­ba­rung unter­schrie­ben, aber anschei­nend nicht rich­tig durch­ge­le­sen, was eigent­lich in der Aus­schrei­bung steht (u.a. der Hin­weis „Kei­ne Mobil­funk­ge­rä­te im Tur­nier­saal erlaubt!“), außer­dem hat er nach die­sem Vor­fall das Tur­nier ver­las­sen, ohne sich jedoch abzu­mel­den – sein Zweit­run­den­geg­ner hät­te sicher­lich lie­ber gespielt als einen kampf­lo­sen Punkt mitzunehmen.
    Ãœber das Ver­hal­ten des Spie­lers R. braucht man kei­ne wei­te­ren Wor­te zu ver­lie­ren, und der Schieds­rich­ter hät­te m.E. durch­aus die Mög­lich­keit gehabt, den Gegen­stand nicht als ein Han­dy, son­dern als eine lee­re Hül­le anzu­se­hen und dar­auf hin­zu­wei­sen, dass er im wei­te­ren Tur­nier­ver­lauf nicht mehr über­prü­fen wird, ob es sich um ein Han­dy oder eine lee­re Hül­le han­delt, son­dern nach Augen­schein ent­schei­den wird.

  5. Ein 16jähriger Spie­ler, der es nötig hat, auf die Art und Wei­se zu »gewinnen«, soll­te bes­ser die Sport­art wechseln…

  6. Die armen Sportler!

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