Schachblätter

Fairy Tales (9)

Auf Hinweis eines eifrigen Lesers kommt heute mal eine Textaufgabe:

Angenommen, Weiß und Schwarz haben nur noch einen König auf dem Brett. Wie viele Grashüpfer muss Weiß mindestens haben, um bei eigenem Anzug mit jeder beliebigen Aufstellung gewinnen zu können?

Fragen und Antworten bitte als Kommentar.

Kategorien: Schachaufgaben

Im Hamsterrad (1) = Fairy Tales (10) » « Fairy Tales (8)

14 Kommentare

  1. Ich tippe auf 4 und habe das mit der tablebase kontrollieren wollen. Die nimmt aber G nicht an, scheint defekt zu sein ;-)
    Im Ernst: Könnten auch gut mehr sein, schließlich könnte der sK in der Ausgangsstellung ein paar wG aufgegabelt haben – oder nicht?

  2. Stefan

    13. Oktober 2010 — 17:40

    Hängende Grashüpfer sind natürlich ein Problem. Ich wusste aber nicht, wie ich da gerichtsfest eine Einschränkung formulieren sollte.

  3. Wie sieht denn überhaupt eine Mattstellung aus? Wenn der G nur direkt hinter einem »Schanzstein« landen kann, wäre also wKb6, Ga6a7c7d6,sKa8 matt. (Ist glaube ich kein Retropatt, letzter Zug war Gb7-a7.) So kam ich auch auf 4 G: Bei Eckstellung des sK können zwei der vier Felder vom wK kontrolliert werden. Für die beiden anderen benötige ich je zwei G, da der G schwächer ist als der Pao (diese Figur war mir bis vor kurzem unbekannt) oder wegen mir auch die Kanone.
    ABER: Reicht denn die Kraft des relativ schwachen G aus, um den sK in eine Ecke zu drängen, wenn wir von einer Stellung ohne hängende G ausgehen, also etwa wKe1Gc1d1f1g1, sKe8? Ich habe da Zweifel, aber mangels Vertrautheit mit dieser Figur auch keine abschließende Meinung.

  4. Hhm, wäre Gb7-a7 nicht illegal, weil nichts übersprungen wurde? Lässt sich aber vielleicht durch Ga5-a7 ersetzen.

    Es gibt wahrscheinlich keine Programme, die Märchenschachfiguren unter Partiebedingungen berechnen können?

  5. Ich hab›s ich hab›s, lange habe ich darüber nachgedacht, dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es ist einfach glasklar und kann nicht anders sein. Die Lösung ist natürlich 42. ;-)

  6. Gb7-a7 war natürlich nix, Ga5-a7 ist ok. Vorher kam der sK von b8, dort wurde er mit Ge5-c7+ angegriffen. Aber er hätte natürlich nach c8 gehen können, von daher kann KGGGG‑K sowas wie KSS‑K sein: Man kann zwar mattsetzen, aber das Matt nicht erzwingen. Wenn ich etwas darüber nachdenke, brauche ich 4G auf einer Linie oder Reihe, damit alle gedeckt sind. Mit der Konstellation Ke2 Ge4e5e6e7 kann ich also den sK auf einem Flügel isolieren, aber damit die G wieder beweglich werden, brauche ich den eigenen K als Bock, aber dann bricht der sK wohl aus. Bestimmt brauche ich wenigstens 5G, aber ich glaube, ich stelle das Nachdenken über diese Skurrilität jetzt ein.

  7. Da man schon 4 GGGG zum Mattsetzen braucht, werden bei der Bedingung »beliebige Aufstellung« wohl auch 5 nicht reichen, da diese bei der Platzierung direkt neben dem sK nicht so schnell weghüpfen bzw. gedeckt werden können.
    Ein »Märchenschachpartieprogramm« ist mir nicht bekannt.
    @Stefan: Hast Du zu dieser interessanten Frage eine verifizierte Lösung parat?

  8. @FRi: Nein keine Lösung, nur einen interessierten Leser, der die Diskussion über seinen drolligen Einfall sicher still-vergnügt verfolgt. Vielleicht ist das ja eher etwas für die Fachpresse?

    Ich werde dann mal mit dem Hamster fortsetzen.

    [Kann man eigentlich nur mit Hamstern mattsetzen?]

  9. Ich denke, Hamster können nicht mattsetzen, Ich denke gerade sogar, dass Hamster nichtmal in der Lage sind,Figuren zu schlagen, sofern es keine anderen Märchenschachbedingungen nebenher gibt. Der Hamster zieht doch wie der Grashüpfer, nur schafft er es nicht über den Sprungbock und fällt auf das Feld vor dem Sprungbock (deswegen finde ich die Bezeichnung so putzig).

  10. Stefan

    14. Oktober 2010 — 19:33

    Hamster sind friedliche Tiere!

    Hamster2

    Foto: sualk61

  11. Ich hab zwar auch keine Lösung, wollte aber mal anmerken, daß es Mattstellungen mit drei Grashüpern gibt, zum Beispiel
    Kc7, Ga1, Ga6, Ga7 – Ka8
    Ka6, Gb6, Gb7, Gc6 – Ka8

    Mein erster Gedanke war, daß der Grashüpfer eine eher schwache Figur ist und GGG vermutlich nicht allgemein zum Sieg reichen dürfte. Inzwischen bin ich mir da aber nicht mehr so sicher: drei Leichtfiguren reichen schließlich problemlos, und ob der Grashüpfer wirklich deutlich schwächer ist als ein Läufer oder Springer?

  12. Kleines Beispiel: Ka1, Gb1, Ga2, Gg8, Gh8, Gh7 – Kg7

    Wenn ich es richtig sehe, fallen alle drei Grashüpfer in der oberen Ecke, z.B. 1. Gf6 Kxf6 2. Kb2 Kg7 3. Gb3 Kxg8 nebst 4.…Kxh7 – Schwarz hätte wohl sogar noch einen Zug mehr Zeit. Damit also mindestens 6.

    Immerhin, bei einem eckbedrängtem Viererknäuel scheint immer einer zu entkommen, wir können also bei sechs Anfangshüpfern davon ausgehen, dass mindestens drei dauerhaft verfügbar sind. Dass diese aber immer ausreichen, bezweifle ich.

    Mit vier dauerhaft verfügbaren Grashüpfern sollte man in der Lage sein, den gegnerischen König dauerhaft horizontal und vertikal abzuschneiden, wenn der eigene K mithilft (vier Hüpfer im Quadrat sind unverwundbar und bilden, etwa anfangs im Zentrum postiert, eine einflussreiche Barriere auf dem Brett).

    Also Antwort: Sieben reichen auf jeden Fall, eventuell auch sechs, fünf sind zuwenig.

  13. Intressante problemen, aber sie haben vieleicht nicht die correcte regeln fur das Hamster. Ich denke das Hamster kann ein bisschen mehr kaotich gehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=a9a62lYkrXE

  14. Sehr schön. :-)))
    Manchmal habe ich das Gefühl, auf meinem Brett tummeln sich ganze Herden von unsichtbaren Hamstern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2020 Schachblätter

Theme von Anders Norén↑ ↑