Im Hamsterrad (1) = Fairy Tales (10)

Hamster1

Dem Fachmann FRi sei Dank, hier kommt die erste Aufgabe mit einem Hamster. Hamster sind putzige Figuren, aber schwer einzusetzen und deshalb wahrscheinlich eine Rarität im Märchenschach. Hamster sind eingeschränkte Grashüpfer. Sie ziehen wie die Dame, benötigen allerdings einen Schanzstein, den sie — anders als die Grashüpfer — nicht überspringen, sondern davon abprallen, sie landen also auf dem Feld vor dem Schanzstein. Das erinnert mich an meine vormilitärische Ausbildung an der Eskaladierwand, mir ist der Hamster sehr sympathisch.

In dieser Aufgabe von Eligeusz Zimmer (Sachová Skladba 2008) steht der Hamster auf a1, es ist ein Hilfsmatt in zwei Zügen. In der Abwandlung wird der Hamster nach b1 versetzt. Gar nicht schwer! Antworten bitte als Kommentar.

7 Kommentare

MiBu 14. Oktober 2010

Dann versuche ich mal mein Glück:
A) 1.Lb6 Lf7 2.Ha5 Lxc4# (Mangels Stein auf c5 kann der H nicht nach b5.)
B) 1.Sb6 Lc6 2.Hb5 Lb7#
Hoffentlich kommen nicht noch mehr Märchenschachfiguren, sonst ist das Alphabet bald aufgebraucht…
Losso wird wohl an der Aufgabe monieren, ein herkömmlicher T hätte es bei B) auch getan, die Diagonalwirkung des H wird in A) und B) nicht gebraucht – und da schließe ich mich für diese Aufgabe an, ist nicht so dolle. (Wie heißt denn ein „Hamster“, der nur gerade, nicht diagonal ziehen kann? Meerschweinchen? Ratte?)

FRi 15. Oktober 2010

Ja, der Hamster is‘ ne arme Sau …
Ein Turm ginge übrigens in B) nicht so einfach, da die schwarzen Züge dann umgestellt werden könnten. So muss erst die Eskaladierwand aufgebaut werden, ehe der Hamster dagegenrennen kann.

MiBu 15. Oktober 2010

Bei nochmaliger Betrachtung ist das Hauptproblem bei B), dass mit einem sTb1 Weiß im Schach stünde…
Der Begriff „Eskaladierwand“ war mir übrigens neu. Ist dass diese zwei bis drei Meter hohe Bretterwand, die angehende Marines überwinden müssen, während sie von dem oben thronenden Ausbilder angebrüllt werden, vor allem wenn sie es nicht schaffen wie in einer Szene aus „Full metal jacket“? [Man sieht, dass ich erstens aus dem Westen kommen und zweitens „T5“ war. Unter T5 verstand man bei der Bundeswehr nicht etwa einen antiquierten sowjetischen Panzer, sondern die Tauglichkeitsstufe 5 = ausgemustert.]

Stefan 15. Oktober 2010

Ja, ist es. Im Osten wurde wegen der zahlenmäßigen Ãœberlegenheit des Klassenfeindes natürlich niemand ausgemustert, im Gegenteil gab es ab der 9. Klasse vormilitärische Ausbildung mit Uniformen, Marschieren, Scharfschießen und Eskaladierwand. Wenn ich genauer darüber nachdenke, hatte ich sogar schon in der 8. Klasse ein geladenes Maschinengewehr in den Händen, aber vielleicht war das auch ein normaler FDJ-Nachmittag auf dem Schießplatz.

War nicht alles gut in der DDR.

FRi 15. Oktober 2010

@MiBu: Das Problem mit dem wK im Schach ist allerdings nur ein konstruktives. Das ander Problem dagegen liegt direkt in den Zugmöglichkeiten von T bzw. Hamster begründet.
Generell finde ich wenige Anwendungsmöglichkeiten für das arme Tierchen. Viel zu undynamisch, wenig Spezifik. Obiges Stück würde sich bestimmt auch mit einem normalen Grashüpfer bauen lassen (A Ga7 statt Ha1, B ist allerdings etwas schwieriger zu ändern, da ein Gb5 wieder zurück nach b7 könnte) – natürlich wird es aber dadurch auch nicht besser.

Nordlicht_70 15. Oktober 2010

@Stefan
Doch doch, auch die NVA hat nicht jeden genommen.
Beweisstück a: ich
Beweisstück b: nochmal ich :-)
(Ich durfte gleich zweimal und zwar 1987 und 1988 zur Musterung antreten, jeweils mit demselben Ergebnis.)

ElNino 28. Oktober 2010

@ Stefan @ Nordlicht_70: Ich hätte im Urlaub mal öfter hier reinschauen sollen:-)

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