Hartplatzhelden (14)

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5rk1/1p4qp/5r2/p2b1p2/P1pPpR2/2P1Q1PB/1P5P/5R1K b – - 0 31

Ganz frisch von der Deutschen Meisterschaft, die heute in Bonn begonnen hat. Im Frauenturnier spielte Olga Lopatin in der Partie gegen Anke Freter hier 31…Dg5. War das eine gute Idee?

Meinungen bitte wie immer als Kommentar.

Kategorien: Schachaufgaben

33 Kommentare

  1. Hartplatzheld

    26. Mai 2011 — 21:33

    Natürlich war das eine gute Idee, schließlich hat uns dieser Zug die 14. Folge der Hartplatzhelden beschert :-)
    (Es gab allerdings bessere Züge, und die weiße Antwort 32.Lg2 war auch nicht optimal.)

  2. Werner Berger

    26. Mai 2011 — 23:45

    Würde mich nicht wundern, wenn Weiß Tg4 ausgelassen hat – ist ja eine deutsche Frauenmeisterschaft.

  3. Nordlicht_70

    27. Mai 2011 — 00:24

    Sehr hübsch, das werde ich meinen 9–11jährigen Kiddies mal zeigen, ich vermute, dass die meisten das ohne Weiteres rauskriegen. :-)
    (Allerdings nur, weil ich sie in dieser Stellung eben frage – also mit der Nase drauf stoße – ob hier etwas geht.)

    Kann es vielleicht sein, dass extreme Zeitnot herrschte? Ansonsten wäre es schon verwunderlich, wenn gleich beide Spieler dieser Klasse so etwas nicht sehen.

  4. Hi,

    ich dachte, Du wolltest die deutsche Meisterschaft nicht gucken ?
    Und dann noch die Frauenmeisterschaft ?!

  5. Erinnert mich an die Fußballerin von Turbine Potsdam, die gestern 3 m vorm gegnerischen Tor vor Angst lieber zurückgespielt hat, statt einzuschieben.
    Aber was wären wir ohne unsere Frauen …

  6. Stefan

    27. Mai 2011 — 07:46

    @Nordlicht: Ich glaube, dass keine Zeitnot herrschte, allerdings war die Partie immer im Gleichgewicht und die (niedriger gewertete) Weißspielerin rechnete wahrscheinlich nicht damit, auf einmal eine Chance zu bekommen. Andererseits sollte man bei der Gegenüberstellung der Damen mal kurz gucken, ob was geht.

    @Richard: Wir müssen doch *** als einzigem Vertreter aus dem Bezirk Rostock die Daumen drücken…

    PS: Das soll hier kein Bashing des Frauenschachs werden, allerdings ist das Turnier leider nicht stark besetzt. Es gibt noch einen heftigeren Klops aus der ersten Runde – wollt ihr sehen?

  7. Nur her damit.

  8. Nein, ich will nicht sehen. Denn, wenn auch vielleicht ungewollt, wird es ja doch zu Frauenschach-Bashing. Warum müssen Einsteller geschlechtsspezifisch ausgeschlachtet werden (@FRi: analog Auslassen von Torchancen im Fußball)? Die ›Gurken‹‑Rubrik von Georgios S. spricht da eine andere Sprache, und sie kommt gerade deshalb sympathisch rüber, weil sie kein Ablästern im Sinn hat.

  9. Werner Berger

    27. Mai 2011 — 10:05

    »Wenig blutige Nasen« ist der Tagesbericht überschrieben. Fällt wem ein wenig auf dabei?

  10. @Stefan: aber es ist doch nur ein * ?!

  11. Nordlicht_70

    29. Mai 2011 — 00:17

    Die Männer haben ähnliches drauf. Also, auf zum Männerschach-Bashing. :-)
    DEM, Rd3, Poetsch – Svane 0:1
    In einem gleichen Endspiel begibt sich Weiß freiwillig in eine Fesselung – und kommt darin (nach einem hübschen Zwischenzug von Schwarz) um. Ebenfalls sehr lehrreich.

  12. Zitat: Also auf zum Männerschach-Bashing:

    Bracker – Lederle ebenfalls aus Runde 3 bei den Männern enthält auf den ersten Blick auch einige Wendungen, die ich genauer analysieren müsste, um sie zu verstehen.

  13. Stefan

    29. Mai 2011 — 21:00

    Im Moment finde ich die Partien auf der Turnierseite nicht?

    Am meisten freue ich mich heute aber darüber, dass René * Daniel Fridman standgehalten hat…

  14. Partien der vorhergehenden Runden findest Du, wenn Du auf der Turnierseite zu den Livepartien gehst und dann oben rechts unter dem Bild die Dich interessierende Runde auswählst.

  15. Da hat Stefan ja heute gleich wieder Grund zur Freude. Wobei ich durchaus Verständnis für R. Stern habe: mit Blick auf das Ziel GM-Norm ist ein Kurzremis nach dem gestrigen Kraftakt vertretbar. Nebenbei bemerkt, bei einer solchen Zuganzahl lassen sich natürlich schwerer ›Klöpse‹ fabrizieren als im ›zaghaften‹ Frauenschach. Generell ist mir aber die Lust an der DEM nach der Karenzentscheidung gegen F. Bindrich eh ziemlich vergangen.

  16. Und gleich noch ein Kurzremis und jetzt wieder kein Großmeister am 2. Brett. Falko Bindrich hätte dem Turnier auch insoweit gut getan. Inzwischen gibt es übrigens auch eine Stellungnahme von ihm, vom DSB werden wir hoffentlich auch noch etwas zu diesem Fall hören.

  17. … und heute einen GM geschlagen …
    Die GM-Norm scheint in erreichbarer Nähe zu sein ?!

  18. Niclas Huschenbeth ist doch noch IM?

  19. Werner Berger

    1. Juni 2011 — 20:38

    Ja, er ist immer noch IM, weil eine der Normen aus einem 7‑rundigen Turnier stammt und die nötige Mindestzahl von Partien daher noch nicht erreicht ist.

    Eine Stellungnahme von Alt gibt es auch schon.

    Mir ist nicht ganz klar geworden, ob Alt sein eigenes Verhalten in Runde 2 nun für rechtmäßig hält oder nicht. Einerseits sagt er: »Ich habe … entgegen der Regel Herrn Natsidis noch mitspielen lassen«, dann jedoch: »Das entspricht der Regel, nach der die Karenzzeit erst ab tatsächlichem und nicht ab festgesetztem Spielbeginn zu laufen beginnt.« (Apropos: Wie passt das zu Artikel 6.5, wo von dem »für den Partiebeginn festgesetzten Zeitpunkt“ die Rede ist?)
    Wenn in Runde 2 alles O.K. war – der Schiedsrichter also Ermessen ausüben darf, ob er nun um 14.00 Uhr, 14.01 Uhr oder erst um 14.10 Uhr den tatsächlichen Spielbeginn herbeiführt –, dann sehe ich keinen sachlichen Grund, in Runde 4 anders zu verfahren.
    Spricht man nicht im Verwaltungsrecht von der »Selbstbindung der Verwaltung«, eine Rechtsfigur, die dem Strafrichter, der immer über individuelle Schuld zu urteilen hat, von Berufs wegen vielleicht nicht so präsent war?!

  20. s/GM/Fast-GM/

    ;-)

  21. Stefan

    1. Juni 2011 — 23:17

    @Werner Berger: Ich lese Herrn Alt so, dass er darauf hinweisen will, dass zwischen den beiden Fällen ein gewichtiger Unterschied besteht: Die Runde 2 war noch nicht freigegeben, als der verspätete Spieler erschien, anders als die Runde 4.

    Das führt auch direkt zum Punkt: Hat dieses »Die Bretter sind freigegeben!« eigentlich irgendeine Relevanz? Wann ist »start of the game« (6.5) bzw. »start of the session«(6.6)? »The time determined« klingt ja eher nach der ausgeschriebenen Zeit. Gibt es dafür Bestimmungen im Regelwerk?

  22. Auch Geurt Gijssen zitiert in einem anderen Zusammenhang die Regel 

    As to when a game actually begins, Article 6.5 gives the answer: At the time determined for the start of the game the clock of the player who has the white pieces is started. 

    so, als ob »die Bretter sind freigegeben« für die Anwendung der FIDE-Regeln irrelevant ist. 

    Das wäre auch insofern konsequent, als dass ich schon verschiedentlich erlebt habe, dass die Bretter vor dem eigentlichen Starttermin »freigegeben« wurden, nach dem Motto »es sind ja alle da und sitzen, also können wir auch loslegen, wenn keiner etwas dagegen hat«. Das ist in diesem Fall sicher eine pragmatische Lösung, aber man würde wohl kaum akzeptieren, dass jemand nach Nullkarenz genullt würde, der zwar pünktlich zum angesetzten Rundenbeginn vor Ort ist, aber sich »verspätet«, weil der Schiedsrichter es eilig hat und die Bretter schon fünf Minuten früher freigab.

    Ergo: Der Zeitpunkt des Freigebens der Bretter sollte für die Nullkarenz-Regel völlig irrelevant sein.

  23. Werner Berger

    2. Juni 2011 — 22:00

    Da drängt sich die Frage auf, was geschehen wäre, hätte Natsidis Gegner aus Runde 2 auf pünktlichstem Beginn bestanden und so einen kampflosen Punkt eingefordert?!
    Sieht beinahe so aus, als sei Gschnitzer die Norm gestohlen worden, die Natsidis geschenkt wurde.

    Meines Wissens ist es sogar offizielle Lesart des DSB, dass der Schiedsrichter frei entscheiden kann, ob er pünktlichst oder ein paar Minütchen später beginnen will. Anders wäre Alts Handeln in Runde 2 ja auch nicht erklärbar.

  24. Werner Berger

    2. Juni 2011 — 22:17

    P.S.: Das Gijssen-Zitat stammt aus 2006, also aus der Zeit vor Null-Karenz. Mithin ist fraglich, ob die Aussage heute noch Wert besitzt.

    Darüber hinaus hieß es auch schon in der ab 1. Juli 2005 gültigen Version der FIDE-Regeln in Artikel 1.1 Satz 2: »Der Spieler mit den weißen Figuren beginnt die Partie.« Die Auskunft Gijssens scheint demnach schlicht falsch zu sein: nicht mit dem Ingangsetzen der Uhr, sondern mit dem ersten Zug von Weiß beginnt die Partie.

    (Und wenn ich mir den gesamten Gijssen-Beitrag durchlese, fällt mir auf, dass er ein ums andere Mal gar keine richtigen Antworten auf die ihm gestellten Fragen gibt.)

  25. Danke. Die Antwort auf die eigentlich gestellte Frage hat er ein paar Kolumnen später nachgeliefert.

    Zur Start-Frage: Es gibt tatsächlich einen kleinen Widerspruch der FIDE-Regeln zwischen 

    1.1. The player with the white pieces commences the game.

    und

    6.5. At the time determined for the start of the game the clock of the player who has the white pieces is started. 

    aber im Kontext gesehen, ist für die Karenz eher 6.5 relevant (1.1. regelt die allgemeinen Umstände, eben dass Weiß beginnt und nicht Schwarz sowie dass abwechselnd gezogen wird). 

    Da sich die Nullkarenzregel 6.6

    Any player who arrives at the chessboard after the start of the session shall lose the game. Thus the default time is 0 minutes. The rules of a competition may specify otherwise.

    im Kontext unmittelbar an 6.5 anschließt, darf man erwarten, dass für den Start auch 6.5 relevant ist. Das »determined« impliziert, dass vorher transparent ist, um welche Zeit gestartet wird. Wenn der DSB eine andere Lesart wählt, heißt das nichts anderes, als dass er die FIDE-Regeln für sich abändert. Das ist sein gutes Recht und im Grunde sympathisch, sollte jedoch dann konsequent erfolgen: 6.6. a ist im Geltungsbereich des DSB aufzuheben (wozu alles Recht besteht).

  26. Nachdem jetzt Herr Natsidis sich als großer Sportsmann erwiesen hat, bestätigt es sich, dass es gut war, auf ihn zu warten.

  27. Ab wann herrscht eigentlich Klarheit darüber, ob auch alle Dopingkontrollen negativ waren?!

  28. @Werner Berger

    Der »Selbstbindung der Verwaltung« steht aber der Grundsatz »Keine Gleichbehandlung im Unrecht« entgegen.

    »Selbstbindung der Verwaltung«: Die bei behördlichen Ermessensentscheidungen zu beachtende Auswirkung des Gebots der Rechtsanwendungsgleichheit. Eine Behörde darf von einer mehrmals in gleicher Weise ausgeübten Ermessenshandhabung oder einer Verwaltungsvorschrift nur abweichen, wenn sie für die verschiedene Behandlung einen sachlichen Grund vorweisen kann. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn die bisherige Praxis rechtswidrig war (keine Gleichheit im Unrecht), wenn neue Tatsachen vorliegen, wenn sich die Rechtslage geändert oder die bisherige Praxis sich als unzweckmäßig herausgestellt hat.« (Quelle)

    Auch ich empfinde die Entscheidung als der (Schach-)Sache nicht sonderlich förderlich, so wie die ganze Null-Karenz. 

    Warum nicht wie früher: Der Gegner drückt die Uhr und erhält quasi durch das Zuspätkommen des Gegners eine entsprechenden »Zeitvorteil«. Ist der Gegner nach einer Stunde nicht erschienen, hat man die Partie gewonnen. Und ein Zu-spät-Erscheinen ist in jedem Fall und ohne Frage unhöflich … aber das sind schlechtriechende oder schmatzende (geräuschproduzierende) Gegner auch … und davon hatte ich auch schon reichlich, ohne dass es da eine rechtliche Handhabe gibt.

  29. Werner Berger

    6. Juni 2011 — 20:38

    Welches »Unrecht«?

  30. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Sinn und Zweck der Null-Karenz-Vorschrift ist, dass sich Schiedsrichter zu Spielbeginn nach fehlenden Spielern gesondert umsehen oder diesen sogar »nachtelefonieren« sollen. Dieses Handeln – so ja in der zweiten Runde in Bonn geschehen – ist aus meiner Sicht schon nicht rechtmäßig (= Unrecht).

  31. Simon Berger

    7. Juni 2011 — 11:32

    @GH

    »Warum nicht wie früher: Der Gegner drückt die Uhr und erhält quasi durch das Zuspätkommen des Gegners eine entsprechenden ›Zeitvorteil‹. Ist der Gegner nach einer Stunde nicht erschienen, hat man die Partie gewonnen.«

    Warum denn dann nach einer Stunde? Dann seien Sie so konsequent und lassen die Zeit des Gegners komplett runterlaufen. Also Karenz 90 bzw. 120 Minuten. Viel Spaß dann beim Däumchendrehen, wenn Ihr Gegner doch keine Lust hat.

  32. Apropos ›nachtelefonieren‹ – hatte Natsidis etwa das Handy nicht ausgeschaltet? Oder lief das über das Hotel-Telefon?

  33. @Simon Berger
    Weil mir persönlich eine Stunde »Däumchen drehen« reicht.
    Natürlich kann man über jede zeitl. »Grenze« nachdenken. Ich habe ja nur einmal die (Alternativ-)Regelung in den Raum geworfen, die mir noch so bekannt ist und die ich auch für sachgerecht halte.
    Was »gewinne« ich denn, wenn mein Gegner 5 Min zu spät kommt und beide die Partie nicht mehr spielen dürfen (obwohl beide wollen). Dass Gegner, die einen komplett hängen lassen, keine »echten Schachfreunde« sind, brauchen wir nicht weiter zu diskutieren.

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