Konsequent (5) = Retro (28)

konsequent5a
b1k5/4n3/K1P4P/4nrP1/3P1pP1/3p4/3P2p1/6q1 b – - 0 1

Wir kommen dann jetzt wunschgemäß zum vorläufigen Höhepunkt dieser kleinen Serie zum Konsequenzschach, die Aufgabe ist wieder von Michel Caillaud (Die Schwalbe 1984).

Konsequentes serielles Hilfsmatt in 36 Zügen! Schwarz macht also 36 Halbzüge in Folge in Weiß setzt daraufhin einzügig matt. Vorschläge und Ãœberlegungen bitte als Kommentar.

22 Kommentare

  1. Wie kann man mattsetzen? Wohl nur durch 36.Lb7 cxb7. Damit das matt ist, müssen die Felder d7, d8, b8 und c7 verstellt werden. Bei d7 und d8 ist das kein Problem, bei b8 und c7 sehr wohl, da D,T und S nicht in Betracht kommen. Auf g1 kann man sich einen L holen, aber wo kommt der zweite her? Kann man unter Konsequenzbedingungen eine Stellung erzeugen, in der der letzte w Zug g2-g4 gewesen sein müsste und so fxg3 e.p. ermöglichen? [Ein S nach c3, der Umwandlungsläufer nach e3, T nach b5, D nach c5, anderer S nach d5 wären Ansätze, aber mehr auch nicht. Was ist mit Bg5 und h6, und vor allem: Wie schließe ich g3-g4 aus?]

  2. g3-g4 lässt sich am einfachsten ausschließen, wenn der schwarze König auf h4 oder f4 steht. Eventuell muss man g5 und h6 vorher noch beseitigen? Und schafft man all das und das Zurückbringen des Königs nach c8 in 36 Halbzügen?

  3. MiBu, warum brauchst Du einen Springer auf c3?

    Ein Problem sehe ich noch: man muss nicht nur g3-g4 ausschließen, sondern auf fxg4 und hxg4!

  4. Ach so, eine Figur auf c3 soll c3xd4 als letzten Zug ausschließen. Ich stelle mal die Hypothese in den Raum, dass auch f3 und h3 besetzt sein müssen, um das en passant zu ermöglichen. Irgendwie reichen die schwarzen Figuren nicht für die zu besetzenden Felder, die da sind:
    c3 und e3 (um Schlagen auf d4 als letzten Zug auszuschließen)
    b5 und d5 (um Schlagen auf c6 auszuschließen)
    c5 (um letzten Zug c6 auszuschließen)
    h3 und f3 (um Schlagen auf g4 auszuschließen)

    Muss man also eventuell noch d4 vorher abholen?

    Und wie hilft Mibus Aufstellung oder eine ähnliche eigentlich, um als letzte Züge Ka7-a6 und Ka5-a6 auszuschließen? Muss dazu vielleicht noch der Läufer nach b6?

    Aber mit einem Lb6 reichen die schwarzen Figuren immer noch nicht, um b5, c5, d5, h3 und f3 abzudecken. Ich gebe erstmal auf ;-)

  5. Mit dem Aufgeben ist das immer so eine Sache, also hier noch eine Ergänzung, aber dann höre ich ganz sicher auf ;-)

    Man könnte natürlich auch noch den d2 abholen und dann d3 in einen Springer oder Läufer verwandeln, der dann hilft, h3 und f3 abzudecken.

    Also mal eine erste Arbeitshypothese, die noch zu viele Züge hat und der es außerdem an Eindeutigkeit mangelt:

    Züge bis zum en passant:
    Kd8-e8-f7-g6xg5xh6-g5-h4 (8 Züge)
    Sf3 (1 Zug)
    Tb5 (1 Zug)
    g1Lxd4-b6 (3 Züge)
    Dd1xd2-c3-c5 (4 Züge)
    Sd5 (1 Zug)
    d2-d1S-f2-h3 (4 Züge)
    Das sind 22 Züge und jetzt sollte fxg e.p. möglich sein, richtig? Das wäre dann Zug 23 und ich sehe nicht, wie man in 13 weiteren Zügen den König zurück nach c8 und die richtigen Figuren nach b8,c7, d7 und d8 bringt. Aber vielleicht ist es ja eine Spur?

  6. K nach h4 ist natürlich eine gute Idee, um g3-g4 auszuschließen, bin ich nicht drauf gekommen. Mir scheint, dass der L aber nicht zwingend nach b6 muss, a5 ginge auch. Und b5 lässt sich auch anders besetzen, was besser ist, da ein Tb5 am Ende b7 kontrollieren würde:
    Txg5-h5xh6-h3 (4)
    Dxd4-c5 (2)
    g1L (1)
    Le3xd2-a5 (3)
    d2-d1S (2)
    Sc3-b5 (2)
    Sf3 (1)
    Sd5 (1)
    Kd8-e7-f6-g5-h4 (5)
    Macht 21 Züge. Nun 22.fxg3 e.p.
    Kg5-f6-e7-d8-c8 (5)
    g2-g1L (2)
    Lh2-b8 (2)
    Lac7 (1)
    Dd6-d7 (2)
    Th8-d8 (2)
    Lb7 (1)
    Sind 15 Züge, macht zusammen 37. Also einer zuviel und zudem eine Vielzahl an Zugumstellungsmöglichkeiten. Irgendetwas fehlt, womit 1. ein Zug gespart wird und 2. die Reihenfolge eindeutig wird. Da ich jetzt wie Claus das Handtuch werfe, mögen andere in die Bresche springen!

  7. Nein, ich steige nicht wieder in Varianten ein, aber ein Gedanke kam mir gerade unterwegs: Kann die Stellung nach dem e.p. eigentlich legal sein, gibt es in der Stellung dann einen legalen letzten weißen Zug? Wir haben mit unserem Aufbau dafür gesorgt, dass g2-g4 der letzte weiße Zug vor dem e.p. gewesen sein muss. Kann es dann einen letzten legalen weißen Zug nach dem e.p. (unter Konsequenzbedingungen) gegeben haben? Falls nein: Beweist das, dass wir auf dem falschen Dampfer sind?

  8. Ein berechtigter Einwand, hatte ich natürlich auch nicht beachtet. Ich vermute, Stefan und Losso kringeln sich vor Lachen über unsere Versuche, das Ding zu knacken. Alle anderen trauen sich ja eh nicht (oder sind nicht interessiert).
    [Um aber die Frage zu beantworten: Geht schon, dann muss aber der Bg5 noch auf dem Brett sein! Auf f4 steht der sB und nach h4 haben wir den sK gefahren, also kann Bg5 nicht zuletzt gezogen haben, wenn g4 blockiert ist. Nach fxg3 e.p. kann g4-g5 geschehen sein. Allerdings muss der sK nach h4 einen Umweg machen; c7-d6-d5-e4-f3-g3-h4. Ich muss also nicht nur einen, sondern drei Züge einsparen gegenüber meinem letzten Kommentar.]

    Ich wähle den Publikumsjoker aus Sorge um meine geistige Gesundheit.

  9. Ich kringle mich bestimmt nicht vor Lachen, ich könnte das nicht lösen. Die Aufgabe hat übrigens nicht Losso sondern HL herausgesucht, Losso darf sich also gern beteiligen…

    Ihr seid schon sehr dicht an der Lösung. Die Idee mit SKh4, um fxg3 e.p. und später g2-g1L zu ermöglichen ist vollkommen richtig. Der nächste Schritt wäre, eine konkrete Stellung aufzubauen, in der der weiße Rest retropatt steht bzw. entfernt ist (ist glaube ich auch schon passiert).

    Wenn es allerdings die Psychohygiene erfordert, poste ich alsbald die Lösung.

  10. Noch ein Tipp: Der d2 muss ja nicht unterverwandelt werden (obwohl das natürlich schön wäre).

  11. Mit Mibus Idee, g5 erstmal stehen zu lassen und dem Tipp d1D habe ich immer noch einen Zug zu viel, wer hilft?

    vor dem e.p.:

    Dxd4-c5 (2)
    g1L-e3xd2-a5 (4)
    d2-d1D-h1xh6-h3 (5)
    Sd5-c3-b5 (3)
    Kc7-d6-d5-e4-f3-g3-h4 (7)
    Sf3 (1)
    Td5 (1)
    Das sind 23 Züge.
    Dann 24.fxg e.p.
    und danach
    Lc7 (1)
    g2-g1L-a7-b8 (4)
    Kxg5-f6-e7-d8-c8 (5)
    Td8 (1)
    Dd7(1)

    und dann leider erst im 37.Lb7

  12. Ich glaube, ich habe den Zug gefunden:
    Kc7-d6-d5-f3-g3 (6)
    Sf3 (1)
    Td5 (1)
    Sf5xd4-b5 (3)
    Dc5 (1)
    g1L-e3xd2-a5 (4)
    d2-d1D-h1xh6-h3 (5)
    Kh4 (1)

    Das sind 22 Züge.

    23. fxg e.p.

    und dann
    Lc7 (1)
    g2-g1L-h2-b8 (4)
    Kg5-f6-e7-d8-c8 (5)
    Td8 (1)
    Dd7 (1)

    36. Lb7

    Wenn das stimmt, muss »nur« noch jemand die richtige Reihenfolge ermitteln ;-) Ich steig erstmal wieder aus.

  13. Noch während des Aussteigens hereingerufen:
    Nach dem e.p. muss g2-g1L-h2-b8 natürlich vor Lc7 kommen, weil der jüngste Läufer sonst nicht durchkommt.

  14. Von ganz ganz draußen gerufen: Danke, ohne Mibus Gedanken und Deinen Tipp hätte ich das nie gefunden.

    Ich denke, dass die Reihenfolge auch genauso sein muss wie von mir angegeben. Vor dem e.p. geht es nicht anders, da sonst immer jemand im Weg steht. Ich dachte erst, dass nach dem e.p. die Reihenfolge König vor Läufer auch geht, aber das stimmt nicht, da Schwarz erst das Feld a5 räumen muss, bevor er den g5 schlägt. Wenn man nämlich vor Lc7 auf g5 schlägt, gibt es wieder keinen letzten legalen weißen Zug.

    Und endgültig weg für heute! ;-)

  15. Hier tummelt sich unglaubliches problemschachliches Potential!
    Glückwunsch zur Lösung!
    Und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – DER Autor ist einfach einzigartig…

  16. Dann Applaus für Claus! (Und Daumen runter für diesen miserablen Reim.) Immerhin kann ich mir zuschreiben, auch ein bis zwei Ideen gehabt zu haben.
    @FRi: Versuchen so etwas zu lösen ist ja leicht verquer, aber wie muss man ticken, um so etwas zu konstruieren? Muss gleich mal Dr. Hannibal Lecter fragen, der kennt sich mit sowas bestimmt auch aus.

  17. @MiBu: Ja, wie muss man ticken, um Problemschach-GM zu werden.
    Gute Frage, ich weiß es nicht …

  18. »Konsequentes serielles Hilfsmatt in 36 Zügen« … Geht wahrscheinlich nur mit LSD?
    »19.April 1943: Albert Hofmann testet die von ihm entdeckte Droge LSD im Selbstversuch« – sowas steht heute im ARD-Videotext, Seite 434

  19. Vielleicht weißt Du es in ein paar Jahren, FRi. Ich glaube, Du erlebst das noch.

    Ich finde, dass es ein Unterschied ist, ob man ein Problemschach-GM mit Mattproblemen oder Retro-Serienzügern wird.

  20. Mir fehlen dazu noch 53 Albumpunkte, also bei einem für mich repräsentativen Schnitt von etwa 5 Pkt. pro Periode zehn mal drei Jahre. Dann wäre ich 75 .…
    Möglich ist das schon – wenn dieser Blog so lange überlebt, werden wir das Thema wieder aufgreifen (schnell Permalink sicherstellen).

  21. Ich frage mich ja, wie das dann ist, wenn man Kompositions-IM (oder meinethalben auch Löse-IM) ist und dann an einem Schachturnier teilnimmt, bei dem es heißt: IM, GM startgeldfrei.

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