Retro (12)

Anspruchsvolles Training, dachte ich, als Ralf gestern beim Kinderschach diese Stellung aufs Brett stellte und vorsichtshalber die Kenntnis der Rochaderegeln abfragte.

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Weiß zieht und hält remis. Aber geht da nicht? Wer es weiß, muss sich hier nicht extra mit den Fingern schnipsen und warten, bis der Trainer ihn ran nimmt. Es darf direkt kommentiert werden.

8 Gedanken zu „Retro (12)“

  1. Der letzte Zug von Schwarz kann nur mit dem König erfolgt sein und ohne Rochaderecht sollte 1.b7 zum Remis führen.
    1…Lxf7+ 2.e6 Lxe6+ 3.Ka1 und nach 4.b8 bekommt Weiß die Dame oder Patt.

  2. Von den schwarzen Figuren kann als letzte nur der König gezogen haben. Deshalb lässt 1.b7 Lf7:+ 2.e6! (2.Ka1? Kd7 3.e6+ Kc7) Le6:+ 3.Ka1! K[df]7 4.b8D Schwarz die Wahl zwischen 4.-Tb8: patt und wenig aussichtsreichen Gewinnversuchen mit z.B. 4.-Tc8. Könnte Schwarz noch rochieren, würde 2.-0-0 gewinnen.

  3. Ich erinnere mich dunkel, die Stellung mal (in “Schach – ernst und heiter” ?) im Zusammenhang mit einer Sherlock-Holmes-Geschichte gesehen zu haben.

  4. @rank zero Ja das ist eine der beiden “Sherlock Holmes Aufgaben”, die andere ist aber nicht so schön (für meinen Geschmack).

    @Stefan Ich verkünde voller Stolz, dass mir im zarten Alter von 10 Jahren das Buch ‘ABC des Schachspiels’ geschenkt wurde, welches ich immer noch besitze. (Dieses und das oben genannte sind tatsächlich die einzigen Schachbücher, die ich wirklich – wenigstens zum Großteil – gelesen habe.) ;-)

  5. Scheint so, dass ich mich zeitlich mit rankzero überschnitten habe: In der Tat, “Schach- ernst und heiter” mit einem, ich tippe jetzt mal ab, Highlight des Schrifttums: “Wenn auch beide unter denselben Bedingungen spielten, so waren diese für Boris Spasski und Robert Fischer allerdings nur oberflächlich betrachtet gleich. Robert Fischer, als USA-Bürger Produkt der gesellschaftlichen Verhältnisse im Kapitalismus, ist wie viele Amerikaner von seiner Kindeheit an an das Geschäft gewöhnt. Für Fischer ist Schach zur Quelle des Broterwerbs geworden. Unter dem Druck finanzieller Erwägungen Sport zu treiben ist dem Menschen der sozialistischen Gesellschaft zutiefst wesenfremd. Im Gegensatz zum Berufsspieler, dem es weniger darum geht, sportlich-schöpferisch Hervorragendes zu leisten, als vielmehr sein Leben aus dem Erlös des Verkaufs seiner Spielstärke zu bestreiten, findet der Sportler in den sozialistischen Ländern eine gesicherte Existenz und kann sich dem Sport ohne materielle Sorgen widmen.” (Tribüne Verlag, 3. Auflage 1983) Ansonsten ein durchaus nettes Buch, aber nur in dieser Auflage ist besagtes Problem enthalten [@ Nordlicht_70: die andere Aufgabe ist eigentlich auch ganz nett]

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