Schach/Go (2)

Zwei Lesehinweise:

1. Losso, eigentlich Premium-Blogger bei der Schachwelt, hat seine Seite reaktiviert und postet da vor allem hübsche Aufgaben.

2. Tiger Hillarp Persson (wurde hier schon gefeiert, bevor es cool war), hat ein wunderbares Schachblog namens CHESS AT THE BAG OF CATS, mit gelegentlichen Ausflügen zum Go, was ja in vielerlei Hinsicht passend ist.

Wesen

Während Schach auf einen entscheidenden Sieg über den Gegner aus sei, im Grunde auf dessen schrittweise Beseitigung, komme es bei Weiqi bloß auf relative Vorteile an, die die Einkreisung leerer Räume gewähre. Doch der Identifizierung eines solchen Modells mit einem angeblichen chinesischen Wesen ist schon dadurch der Boden entzogen, dass China seit ältesten Zeiten ja auch eine Spielart des Schach kennt und liebt, das Xiangqi. Die real existierenden Chinesen sind der beste Gegenbeweis gegen Vorstellungen, die das Verhalten durch Abstraktionen wie »Kultur« determiniert sehen.

Mark Siemons zeigt in seiner Rezension zu Henry Kissingers »On China« ein weiteres Mal, dass Schach-Metaphern gefährlich sind.

Gentleman

The second of the Chinese Four Arts is called »Qi«. Often this is translated as »Chess«, but the term describes all logical thinking games. Some see it as referring to »Xiangqi«, Chinese Chess, but that game’s tradition was among the working classes and not a suitable art for a gentleman. It is more commonly recognised that the game referred to is the classic game Weiqi (pronounced »way-chee«). Weiqi means the surrounding game. In the west Weiqi is known as Go.

Tony Atkins wirft die Klassenfrage auf.

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