Schachblätter

Türme

so tiefgreifend und unauslöschlich dass ein gegensymbolisch wirkender Krieg der einzig verbliebenen Supermacht nahezu unvermeidlich ist ganz egal ob er neuen Terror schürt oder nicht denn
wir spielen
SCHACH
mein Freund das alte orientalische Spiel der Türme (in deren tiefem Inneren wir hilflos stecken) Türme befehligt von
KÖNIGEN PRÄSIDENTEN KANZLERN ANFÜHRERN ich muss konkrete Fragen stellen also
WER hasste uns ich muss den Todespiloten aus den Trümmern den Meteoriten die in der Masse des STAPELS (the pile) verbacken sind herausschmelzen als anderes tödliches verrücktes ALIEN und

Thomas Lehr: September (2010)

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7 Kommentare

  1. Wenn das ein Fettnäpfchen ist, springe ich mit Anlauf hinein: Diese Form von Kunst ist für mich einfach Stuß. Vornehmer drückt es natürlich die Zeit aus.

  2. Stefan

    12. April 2011 — 12:03

    Ich bin noch mitten im Buch, deshalb nur eine kurze Erwiderung: Ich gehe mal davon aus, dass der Rezensent das Buch nicht vollständig gelesen hat, so wie die meisten Rezensenten schon aus Zeitmangel die Bücher nicht lesen, die sie besprechen (und die meisten Leser sich damit begnügen, Rezensionen oder überhaupt Sekundärquellen zu lesen und sich dann für informiert zu halten).

    Natürlich macht der Verzicht auf Interpunktion und normalen Zeilenumbruch das Buch schwer lesbar. Ich weiß nicht, ob das die Absicht des Autors war, aber genau das führt dazu, dass man das Buch nur langsam lesen kann, manchmal zurückgehen muss, um den Satzanfang oder das Satzende zu bestimmen oder nur festzustellen, dass das nicht eindeutig zu machen ist oder die Wörter einfach als Sound nehmen muss. Ich finde das nicht schlecht (habe ansonsten aber auch nichts gegen lesbarere Literatur).

  3. In meiner Küche hängt ein Sprüchemagnet:
    »Ist das Kunst oder kann das weg?«
    Das finde ich sehr treffend.

  4. Genau das denke ich immer, wenn ich versuche, Studien zu basteln.

  5. Kann ich mir gerade nicht verkneifen: Die Parodie der EAV zielte ja auf André Heller, scheint mir hier aber auch zu passen: (Aus dem Album »Spitalo Fatalo«)

    Wenn der Augenblick sich langsam um den Zufall rankt
    und Zärtlichkeit in Stahlbeton ihr Recht verlangt,
    wenn tausend dirigierende Tambourmajore tirilieren
    im brausenden Rondell der Ignoranz.

    Wenn launische Lakaien in morphingetränkter Nacht
    des Morgens zarte Einsamkeit gar hämisch ausgelacht,
    wenn Falter honigtrunken ihre Schwingen abmontieren,
    ja dann, dann wird es heller, doch nicht ganz.

    Ref:
    Wenn Worte tänzeln in verschnörkelt reicher Eleganz,
    sich winden um der Nichtigkeit banalen Talmiglanz,
    wenn Wortmagie sich in der Elfenbeinfabrik verkriecht,
    ja dann, dann wird es heller, doch nicht ganz.

    Wenn lüstern der Satyr versonnen seine Zähne bleckt,
    und kahl vor Gram die Obrigkeit sich ihre Wunden leckt,
    wenn kaiserliche Unzucht keifend um den Ablaß feilscht
    im plüschernen Exil der Nostalgie.

    Und wenn der Weltschmerz sich in seinem eigenen Spiegelbild verdingt
    und Rilke Doppelsalti in der Zirkuskuppel springt,
    dann lädt die Eitelkeit den Ausverkauf zum Stelldichein,
    der Scharlatan stellt dem Genie ein Bein.

    Ref:
    Wenn Worte tänzeln, in verschnörkelter Eleganz,
    sich winden um der Richtigkeit banalen Talmiglanz,
    wenn Wortmagie sich in der Elfenbeinfabrik verkriecht,
    ja dann, dann wird es heller, diesmal ganz.

    Gott denkt in den Genies,
    er träumt in den Dichtern
    und er schläft
    in den übrigen Menschen

  6. Permanent Brain

    16. April 2011 — 00:42

    Das ist eine Hommage! :-)

  7. Ja, wenn die Erste Allgemeine Verunsicherung André Heller kopiert, schaffen sie auch mal ein schönes Lied.

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