Schachblätter

Verstopft = Retro (24)

verstopft
4B1R1/3NP1Pp/1Q1p1Prr/RPpKpNPk/6p1/6P1/3BP3/8 w – c6 0 1

Lang­sam kom­men die ers­ten Beschwer­den, die Leu­te wol­len mal wie­der ein Dia­gramm sehen. Aus der Leser­post (dan­ke!) brin­gen wir des­halb heu­te ein klei­nes Pro­blem von Alex­an­der Herbst­mann (Das Geheim­nis des schwar­zen Königs, 1960) mit einer abwei­chen­den Auf­ga­ben­stel­lung (ist das schon Märchenschach?):

Matt in drei Zügen durch den Turm a5, ohne dass die­ser einen Zug macht! Viel Spaß beim Lösen! Ant­wor­ten bit­te als Kommentar.

Kategorien: Schachaufgaben

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18 Kommentare

  1. Gar nicht so schwer. Vor allem, wenn man den ver­rä­te­ri­schen FEN-String dar­un­ter kapiert ;o)

  2. Im Advents­ka­len­der der Queer­sprin­ger hat­te ich die­se Auf­ga­be gestellt, die eine ver­wir­ren­de Geschich­te zu haben scheint.
    Die Auf­ga­be ist defi­ni­tiv älter als 1960, da ich sie aus einem Buch aus den 50er Jah­ren habe. Mei­ne Quel­le nann­te »W. Wolf, 1911«.
    Außer­dem gibt es noch eine zwei­te Ver­si­on die­ser Auf­ga­be. Dar­aus lässt sich wie­der­um eine schö­ne Auf­ga­be for­mu­lie­ren: Set­ze in der Dia­gramm­stel­lung einen wei­ßen Bau­ern auf ein ande­res Feld, so dass man auf die Bedin­gung »ohne dass Ta5 einen Zug mach­t« ver­zich­ten kann.

  3. Ver­ste­he. Es sind sechs Stei­ne auf der fünf­ten Rei­he im Weg, aber mit einem »normalen« Zug lässt sich immer nur einer ent­fer­nen, dann ist kein Matt in 3 (= 5 Halb­zü­ge) mög­lich. Mit wel­chem Spe­zi­al­zug kön­nen zwei Stei­ne auf ein­mal verschwinden?

  4. Werner Berger

    18. März 2011 — 11:52

    Im Deut­schen Wochen­schach 1911, S. 208 erschien die Dia­gramm­stel­lung von »Dr. W. Wolf in Dres­den« mit einem wei­ßen Bau­ern auf a2 statt auf e2 und ohne Bedingung.

  5. Der Bau­er auf a2 nimmt natür­lich das simp­le zwei­zü­gi­ge Matt raus und man benö­tigt auch kei­ne extra-Bedin­gung. Mei­ne Quel­le gibt aber nur den Herbst­mann an. Mit oder ohne Bau­er auf a2 / Extra­wurst fin­de ich die Mas­sen­räu­mung der fünf­ten Rei­he schick.

  6. Ach­tung, Lösungs­ver­such! Nicht wei­ter­le­sen, wer es selbst pro­bie­ren will.

    Da ich mit unse­rem sechs­jäh­ri­gen Schach­nach­wuchs gera­de das „en pas­sant“ Schla­gen geübt habe, tip­pe ich mal auf 1. bxc6. Das erfüllt die von MiBu genann­te Bedin­gung, dass mit einem Zug zwei Figu­ren von der Rei­he ver­schwin­den müssen.
    Jetzt hat Schwarz nur e4 als regel­kon­for­men Zug. 2. Se3 und Schwarz hat wie­der­um nur Kxg5. Nach Ke6 oder Kxd6 setzt der Ta5 matt, ohne gezo­gen zu haben. Ich hof­fe, ich habe nichts über­se­hen – wie in letz­ter Zeit bei Punkt­spie­len fast üblich.

  7. Schaut gut aus, jetzt musst du mir nur noch bewei­sen, dass c7-c5 der letzt­mög­li­che schwar­ze Zug gewe­sen ist (Hal­lo Retro, Tschüß FEN). Und der drit­te Zug soll­te lie­ber Kxd6 lau­ten, da der Bau­er den gan­zen Spass noch um einen Zug ver­zö­gern würde.

  8. Ach ja, ich wuss­te doch, dass ich wie­der etwas übersehe. :-)
    Also Kxd6 ist natür­lich rich­tig, da sonst kein Matt in drei.
    Beweis: Eben war gera­de noch Schwarz dran. Er kann weder den K noch die bei­den T oder den d‑, g- oder h‑Bauern gezo­gen haben. Auch der e‑Bauer kann nicht von e6 gekom­men sein, da sonst Weiß im Schach gestan­den hät­te. Aus dem sel­ben Grund muss der c‑Bauer von c7 und nicht von c6 gekom­men sein.

  9. Aber der schwar­ze Bau­er kann doch schon auf c5 gestan­den haben und Schwarz zog als letz­tes cxd6, oder nicht?

  10. c7xd6 kann geht nicht der letz­te schwar­ze Zug gewe­sen sein. War­um nicht, wird Nordlicht_70 bestimmt auch raus­krie­gen, wenn er sich fragt, war­um Weiß eigent­lich so vie­le Nacht­wäch­ter auf dem Brett hat.

  11. Oh ver­dammt, das »Rückwärtsüberlegen« ist etwas schwie­rig für mich…

    Aber nach­dem MiBu ganz dol­le mit dem Zaun­pfahl gewe­delt hat, ist es mir doch noch ein­ge­fal­len. Erst habe ich über­legt, war­um sich denn der feh­len­de wei­ße Bau­er (alle ande­ren wei­ßen Figu­ren sind auf dem Brett) nicht auf der a‑Linie in eine Dame ver­wan­delt haben kann, sich nach d6 beamt und dort von dem Bau­ern ver­haf­tet wird. Dann die Erleuch­tung. Wenn cxd6 gekom­men sein soll, gibt es also bereits einen Dop­pel­bau­ern auf c. Das kann aber nicht sein, da dies einen Schlag­fall erfor­dert und Weiß zu die­sem Zeit­punkt noch alle Pup­pen hat.

    Das ist das Tol­le an sol­chen »einfachen« Auf­ga­ben. Es steckt sehr viel mehr drin, als ich über­bli­cken kann – und mit freund­li­cher Unter­stüt­zung von HL und MiBu konn­te ich mich auf eine schach­li­che Ent­de­ckungs­rei­se bege­ben. Danke. :-)

  12. Der Retro-Aspekt ist hier etwas spe­zi­ell – die Argu­men­ta­ti­on gegen cxd6 ist der­art sim­pel, dass es schon wie­der schwer ist. Erin­nert mich an eine Sache, die mir bei »Schach mit Sher­lock Hol­mes« oder so ähn­lich unter­ge­kom­men ist: Die Auf­ga­be lau­te­te her­aus­zu­fin­den, wel­che Figur vom Brett gefal­len war. Hol­mes über­leg­te laut und ange­strengt in einer zuge­ge­be­ner­ma­ßen sehr schwie­ri­gen Stel­lung, wäh­rend Wat­son schließ­lich das Lachen nicht mehr zurück­hal­ten konn­te. Als Hol­mes leicht pikiert frag­te, was das sol­le, ant­wor­te­te Wat­son: »Hier fehlt der wei­ße König!« – was natür­lich rich­tig war.
    Ãœb­ri­gens soll­ten wir auch Los­sos Hin­weis auf den FEN-String nicht ver­ges­sen: Das war auch kein Wink mit dem Zaun­pfahl, son­dern mit einem kom­plet­ten Lat­ten­zaun. Sofern wir hier also noch mal eine ver­steck­te Retro-Auf­ga­be vor­ge­setzt bekom­men, soll­te Ste­fan den FEN-String ein­fach weg­las­sen, das merkt eh kaum einer…

  13. Stefan

    18. März 2011 — 22:51

    Ich bin eher gegen einen Zaun gelau­fen, ich weiß näm­lich gar nicht, wie ein FEN funk­tio­niert (ahne aber, dass die Anga­be »c6« etwas zu bedeu­ten hat) und kopie­re die­se seit vie­len Jah­ren auf Wunsch von Per­ma­nent Brain hier hinein.

  14. Äh, 4 lee­re Fel­der, dann ein B (wei­ßer Läu­fer von bishop) usw. bis /, dann die sieb­te Rei­he etc. Groß­buch­sta­be wei­ße Figur, Klein­buch­sta­be schwar­ze Figur. w steht für Weiß am Zug. Und dann gibt es noch so komi­sche Sachen wie e.p. und Rocha­de glau­be ich.

    PB – ist das nicht der, der sich über zuviel Mär­chen­schach beschwert hat und seit län­ge­rem nicht mehr zu lesen war? Würd‘ ich ja kei­ne Rück­sicht mehr neh­men, aber ist ja nicht mein Blog.

  15. Ich wür­de ein­fach die letz­ten Anga­ben im FEN-String weg­las­sen. In die­sem Fall wäre er dann 4B1R1/3NP1Pp/1Q1p1Prr/RPpKpNPk/6p1/6P1/3BP3/8. Damit ist die Stel­lung der Figu­ren auf dem Brett voll­stän­dig determiniert.

    Danach fol­gen noch, hier möch­te ich MiBu ergän­zen: Zug­recht, Rocha­de­rech­te, eP-Rech­te, die Anzahl der Züge, die schon zur Erfül­lung der 50-Züge-Regel gemacht wur­den und die Zug­zahl gesamt.

    Ich wun­de­re mich übri­gens, war­um die Stel­lungs­wie­der­ho­lung nicht im FEN-String hin­ter­legt wird.

  16. Ja, das mit dem FEN war ich! :-) Sehr nett, daß sich eini­ge an mich erin­nern. In letz­ter Zeit habe ich hier nur hin und wie­der sehr ger­ne gele­sen, aber schon lan­ge nichts geschrieben.

    Für Auf­ga­ben wie die­se ist es in der Tat eine gute Alter­na­ti­ve, nur den Figu­ren­teil der FEN-Zei­le – ich glau­be, das heißt dann For­sy­the-String – anzu­ge­ben, damit nichts ver­ra­ten wird. Es ging mir damals vor allem ums müh­sa­me Auf­stel­len in einem Schach­pro­gramm, das man sich damit erspart und nur Copy & Pas­te machen muß.

    Ansons­ten bin ich nach wie vor über­zeugt, daß die­se FEN-Strings die Chan­cen auf Betei­li­gung durch mit­le­sen­de Schach­spie­ler sehr erhö­hen. Gera­de wenn jemand »schwankend« ist ob er sich mit einer evtl. schwie­ri­gen Auf­ga­be näher beschäf­ti­gen will oder nicht, kann die­se Bequem­lich­keit aus­schlag­ge­bend sein. – Die Schat­ten­sei­te besteht natür­lich in der Ver­lo­ckung, zu früh auf­zu­ge­ben und eine Engi­ne zu befra­gen, was aber bei Mär­chen­schach und ähn­li­chem wie­der­um prak­tisch eh nicht geht.

    Viel Spaß weiterhin!

  17. Ich bin auch für FEN.
    @PB: Mit der rich­ti­gen »Problemengine« wäre das Spi­cken natür­lich auch kein Problem.

  18. Es gibt ein Free­ware­pro­gramm namens Popeye, das sehr viel löst. Nur bei eini­gen kom­plett aus­ge­fal­le­nen Mär­chen­kom­bi­na­tio­nen und allem, was mit Retro zu tun hat, muss man auch da passen.

    Die Bedie­nung muss man aller­dings erler­nen, ist nicht so ganz trivial.

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