Schachblätter

Weihnachtsrätsel

Anläss­lich der bevor­ste­hen­den Fei­er­ta­ge mag eine etwas schwie­ri­ge­re Auf­ga­be durch­aus ange­bracht sein. Viel­leicht mag jemand außer­halb des Krei­ses sei­ner Lie­ben ein Schach­brett her­vor­kra­men und ein biss­chen tüf­teln. Die­se Stu­die stammt von Rolf Rich­ter. Weiß am Zug gewinnt. Es han­delt sich hier­bei wie­der um eines mei­ner Lieb­lings­mo­ti­ve – in außer­or­dent­lich gehäuf­ter Form. Weiß muss acht­ge­ben, dass er nicht matt- und der Schwar­ze nicht patt­ge­setzt wird. Wer die Lösung zu ken­nen glaubt, pos­te sie gern als Kom­men­tar. Ansons­ten wer­de ich nach dem Gän­se­bra­ten auflösen.

Kategorien: Schachaufgaben

Die Wunder des Nordens » « Malmö Open 2006 (5)

6 Kommentare

  1. Das muß ein Rie­sen­zu­fall sein: Die­se Stu­die kam vor ein paar Tagen auch im Com­pu­ter­schach und Spie­le-Forum unter http://f23.parsimony.net/forum50826/ vor. (Um die Lösung nicht zu ver­ra­ten, gebe ich vor­sichts­hal­ber das genaue Pos­ting nicht an.) Die dor­ti­ge Fas­sung ist aber nicht ganz ori­gi­nal­ge­treu, bzw. es ist das ers­te Zug­paar weg­ge­las­sen wor­den. Die Stu­die war Teil eines alten Schach­pro­gramm-Tests zum sel­ben Thema.

    „Etwas schwie­ri­ger“ ist stark unter­trie­ben! :-) Die Haupt­mo­ti­ve sind viel­leicht bald zu ent­de­cken, aber einen kom­plet­ten exak­ten Lösungs­baum zu erstel­len, ist mir selbst mit Pro­gramm­hil­fe nicht in kur­zer Zeit gelun­gen. Es ist ein bril­li­an­tes Bei­spiel höchs­ter Stu­di­en­kunst. – Zum Glück ist das Spie­len gewöhn­li­cher Par­tien viel ein­fa­cher als das Lösen sol­cher Aufgaben.

  2. Ich pos­te mei­nen Ver­such mal so, dass er erst frei­ge­ge­ben wer­den muss.
    1. nimmt das ande­ren nicht den Spaß, und
    2. muss wohl irgend­wo noch ein Feh­ler sein (Grund: s.u.)

    Also: Das The­ma ist ja schon impli­zit ver­ra­ten: Lau­ter Läu­fer-Unter­ver­wand­lun­gen. Mal sehen, wie­viel wir hinbekommen.

    1. Ld1+ Ka3 2. f8 ist klar, weil erzwun­gen. War­um L?
    2. f8D muss zum Patt füh­ren, ver­su­chen wir also d6 3. Dxd6 Sb4!, und wir stel­len erstaunt fest, dass W am Zug nichts gegen das Patt mit Ld4+ und Sc2+ machen kann.
    2.…Lxf8 Ich habe ewig nach­ge­dacht, wo eigent­lich der Unter­schied ist. Blind­heit!2… .d6 3. Lxd6 Sb4 4. f7 Ld4+ 5. Lxd4 Sc2+ 6. Lxc2 ist ein­fach des­halb nicht Patt, weil das Feld b4 frei ist. Kurio­ser­wei­se ist das vor­her schwer zu sehen, weil es vom S blo­ckiert wird und unter Kon­trol­le des wL stand (Rest­bild!).
    3. f7! Damit ist die Dia­go­na­le a1-h8 geräumt. 3. b8D/L führt nicht zum Erfolg – das ist ver­mut­lich der här­tes­te Teil der Kon­struk­ti­on, zumin­dest eine sehr lan­ge Vari­an­te, um die­sen Dual aus­zu­schlie­ßen. 3.…Lc5 4. Dd6 Lxd6 5. f7 Lc5 6. f8L (Dame führt wie gewohnt zum Patt) Lxf8 7. Lh4 sieht doch eigent­lich gut aus, oder? Matt­ge­fahr vor­erst gebannt! – aber 7.…Sc5! hält ein­fach b6 auf und droht Matt mit Sb3+ Lxb3 ab und b2.
    Das kann nur durch das Tem­po 8. b7 Sxb7 9. Lg5 Sc5 10. f5 ver­hin­dert wer­den, aber dann 10.…Sb3+ 11. Lxb3 Kxb3! Dies­mal der König! Weiß steht platt, da der d‑Bauer läuft, den wL ablenkt und dann das Manö­ver a3; Lf8-h6-c1-b2 geht.

    3.…Lc5 4. f8L War­um dies­mal? 4. f8D d6 5. Df6 ist zu betrach­ten (5. Dxd6 Sb4 wie oben). Dar­auf folgt das net­te Se5! 6. Dxd6 Lxd6 7. b8L Lb4! Dies­mal so her­um. 8. Ld6 (8. Lxe5 Lc3+) Lxd6 9. f5 Lb4 10. Lxe5 Lc3+! 11. Lxc3 und patt, weil dies­mal der L b4 kon­trol­liert. Der Feh­ler oben war also doch zu was gut.…
    4.…Lxf8 Und jetzt bin ich rat­los. The­ma­tisch wäre der Gewinn­weg mit zwei wei­te­ren Unter­ver­wand­lun­gen, etwa 5. b8L Lb4 6. Ld6 Lxd6 7. h7 Lc5 8. h8L Lxb6 9. f5 +-. Aber was spricht gegen den ein­fa­chen Gewinn
    5. h7 Lc5 h8L Ld6 f5 ohne Unter­ver­wand­lung von b? Sehe ich nicht. Soll­te das schö­ne Stück dua­lis­tisch sein?

    Fro­he Weih­nach­ten an alle!

  3. Ohne die Stu­die genau­er ange­se­hen zu haben (viel zu kom­pli­ziert für mich): 5. h7 lässt 5. … Lg7# zu.

  4. Wie mei­ne Vorredner.
    1.Ld1+ Ka3 2.f8L d6 (Ver­füh­rung!) 3.Lxd6 Lxd6 4.f7 Lc5 (Lb4 ist wohl gleich) 5.f8L Lxf8 6.b8L Lc5 7.Ld6 Lxd6 8.h7 Lc5 9.h8L Lxb6 10.Lc3 mit Gewinn­stel­lung, den­ke ich. Die War­nung vor Matt und Patt war natür­lich eine Hilfe.
    Gibt es ein Com­pu­ter­pro­gramm, das das Pro­blem vom 1.Zug an in annehm­ba­rer Zeit löst? Ich hat­te schon befürch­tet, dass irgend­wann noch die Fra­ge auf­taucht: Aus wel­cher Eröff­nung ist die Stel­lung entstanden?
    Allen einen guten Rutsch und ein gesun­des und „punk­ti­ges“ 2007!

  5. Wie­der zurück und hof­fe, dass alle ein schö­nes Fest hatten. 

    Ent­schul­di­gung wegen der furcht­bar schlam­pi­gen Ana­ly­se oben. Manch­mal ist es doch sinn­voll, ein Brett zu neh­men und die Stel­lung auf­zu­bau­en, bevor man vor lau­ter Geis­ter­va­ri­an­ten das Matt in 1 nicht mehr sieht.
    Also: 4…Lf8 ist natür­lich Quatsch, da ein­fach b8D alles erle­digt (Lc5 Dh8).
    4.…d6 5. Lxd6 Lxd6, und jetzt schei­nen sowohl 6. h7 als auch zuvor 6. b8L zu gewin­nen (s.o.)

    Aller­dings ist mei­nem Vor­red­ner zuzu­stim­men, dass man weit kon­zep­tio­nel­ler sowie­so 2.…d6 zur Haupt­va­ri­an­te machen soll­te, dann fällt das nicht so ins Gewicht. Das Ping­pong­spiel der Ablen­kung und Räu­mung kommt da viel schö­ner zum Tra­gen als beim auf­ge­scho­be­nen Opfer 4.…d6.
    Für die Kon­struk­ti­ons­op­ti­mie­rer wäre es natür­lich DIE Her­aus­for­de­rung, auch noch b6 zur Unter­ver­wand­lung zu brin­gen, aber woher das Tem­po nehmen?

    Allen einen guten Rutsch!

  6. admin

    28. Dezember 2006 — 17:36

    Die Schach­blät­ter sind stolz auf ihre über­aus qua­li­fi­zier­te Leserschaft!

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