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Eine Remisstellung aufgeben (1)

Durch Auf­ge­ben hat noch nie­mand eine Par­tie gewonnen,

lau­tet eine der vie­len ewi­gen Wahr­hei­ten Tar­ta­kowers. In der 8. Run­de der Lan­des­li­ga hat­te Chris­ti­an Bar­to­lo­mä­us in einer zähen und lan­gen Par­tie mit Schwarz die­se Gewinn­stel­lung gegen Andre­as Schin­ke herausgeholt.

Das Dra­ma nahm nun sei­nen Lauf. Andre­as spiel­te 65.h7. Natür­lich wie­der extre­me Zeit­not auf bei­den Sei­ten. Chris­ti­an zog rasch 65…Sf7. Bleibt noch in der Gewinn­zo­ne. 65…Sg6 hät­te aber ganz ein­fach gewon­nen, da dem wei­ßen König das Feld f4 ver­sperrt blie­be. So jedoch 66.Kf4 Kd4? Und: Auf­ga­be von Weiß! Tat­säch­lich ist die Stel­lung jetzt remis: 67.Kf5 e3 68.Kf6 Sh8 69.Kg7 e2 70.Kxh8 e1D 71.Kg7. Der schwar­ze König steht zu weit weg. 66…Sh8! hät­te dage­gen noch gera­de so gewon­nen: 67.Kf5 e3 68.Kf6 e2 69.Kg7 e1D 70.Kxh8 De7 71.Kg8 Ke6 72.h8D Df7 matt – der schwar­ze König steht dicht genug dran.

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2 Kommentare

  1. Trau­rig, aber wahr. Ein­zig das Tar­ta­kower-Zitat passt hier nicht so rich­tig: Auch durch Wei­ter­spie­len hät­te Weiß die Par­tie nicht gewonnen ;-)

  2. Und Weiß soll­te doch das Poten­ti­al eines Rand­bau­ern im Sprin­ge­rend­spiel ken­nen – Ulli hat­te das sei­ner­zeit sogar unter sei­ne „Memo­r­able Games“ ein­ge­reiht: http://www.mathematik.hu-berlin.de/~teschke/reyer4.htm

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