Schachblätter

Fairy Tales (2) = Retro (15)

fairy2

Noch ein Ver­such im Mär­chen­schach mit chi­ne­si­schen Figu­ren. Die Figu­ren auf g1 und e7 hei­ßen Mao, nach dem chi­ne­si­schen mÇŽ (马) für Pferd. Sie zie­hen auch wie das Pferd im Xiang­qi, also erst gera­de und dann schräg, aber ohne zu springen.

Die­se Auf­ga­be ist wie­der von Michel Cail­laud (feen­schach 1979) und es ist eine Retro­auf­ga­be. Bei­de Sei­ten haben mit Maos statt mit Sprin­gern gespielt, ansons­ten gel­ten die gewohn­ten Schach­re­geln. Die Rocha­den sind noch möglich.

Wo wur­den die Läu­fer geschla­gen? Wie­vie­le Züge hat der Mao von b8 aus min­des­tens gemacht? Ant­wor­ten bit­te als Kom­men­tar. Ich habe die Lösung noch nicht nach­ge­schla­gen und darf mitraten. 

Kategorien: Schachaufgaben

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13 Kommentare

  1. Ein paar Beob­ach­tun­gen, die viel­leicht wei­ter helfen:
    1. Auf bei­den Sei­ten sind noch alle acht Bau­ern vor­han­den, somit fan­den kei­ne Umwand­lun­gen statt.
    2. Bei S feh­len 6 Figu­ren. W hat fünf mal mit B geschla­gen: axb3 oder axb4, b2xc3, e2xd3, d3xe4 und g2xh3.
    3. Der Mb1 konn­te erst nach bxc3 ins Spiel kom­men, der Mg8 erst nach exf6. Der Mb1 kann nicht über a3-b5-c7 oder-d6 gesprun­gen sein. (Oder viel­leicht doch, wenn der B noch auf d7 stand? Die­se Regel ist für mich gewöhnungsbedürftig.)
    4. Es stellt sich die Fra­ge, wo der Lf1 geschla­gen wur­de. Ich kann nicht erken­nen, wie man ein Feld wie d3 oder f5 als ein­deu­tig nach­wei­sen könn­te. Also rate ich (oder lei­te aus der Annah­me, dass die Auf­ga­be ein­deu­tig lös­bar ist, ab), dass man irgend­wie nach­wei­sen kann, dass er vor exd3 und gxh3, also auf dem Ursprungs­feld geschla­gen wor­den ist – und zwar durch dem Mb8, der dem­nach min­des­tens vier­mal gezo­gen hat (und dann durch D‑e2xf1 erle­digt wor­den ist, das wäre dann der noch feh­len­de w Schlag­fall, der nicht durch einen Bau­ern erfolgt ist.
    5. Noch mal gera­ten: Nahe­lie­gend ist, das W gxLh3 gespielt hat. Daher ist das ver­mut­lich falsch, und es ist b6/La6/Ld3 oder c4 und exd3 oder dxc4 nach­weis­bar. (b6 ist auch der Zug, der den Mb8 befreit hat.)
    6. d6 dürf­te spät erfolgt sein. Sonst ist nicht erklär­bar, wie der Lf8 raus­ge­kom­men und für einen Schlag­fall durch Bau­ern zur Ver­fü­gung gestan­den hat. Könn­te also sein, dass axb4 nach­weis­bar ist. 

    Vie­le Annah­men und Ver­mu­tun­gen. Wer kann belast­ba­re Bewei­se liefern?

  2. Stefan

    19. Oktober 2009 — 14:47

    Ich gehe mal in den Admin-Modus und habe die Lösung nach­ge­schla­gen. Hef­ti­ger Stoff.
    Also: Da Maos nicht sprin­gen kön­nen, muss es mit Bau­ern­zü­gen los­ge­hen. Und so vie­le Bau­ern­zü­ge hat Weiß ja nicht…

  3. 1.a3 oder 1.f3.

  4. Das (White men can’t jump, black men won’t too!?) hat­te ich noch gar nicht betrach­tet. Auf­grund der Schlag­fäl­le geht nur 1.a3 und 2.f3 (oder vice ver­sa). Aber damit sind kei­ne Figu­ren­zü­ge gewon­nen, Kf2 oder Ta2 schei­tern schließ­lich an der Neben­be­din­gung „Rocha­den gehen noch“. Also müss­te der drit­te w Zug ein Schlag­zug sein. Dann wären die schwar­zen Züge 1.-d6 und 2.-Lh3, was natür­lich ganz im Gegen­satz zu mei­nen o.g. Mut­ma­ßun­gen steht. Aber da der Be7 spä­ter nach f6 geschla­gen hat und 1.-b6 2.-La6 3.-Ld3 zu lang­sam ist (W fehlt ein drit­ter Zug), geht’s wohl nicht anders. Immer­hin ist damit der wK-Flü­gel befreit, da Mf3 und Tg1-g6-f6 o.ä. mög­lich ist. Dann muss aber der sL über e7-d8-a5 und dann nach c3 oder b4. Also schla­ge ich vor, dass es so anfängt: 1.a3 d6 2.f3 Lh3 3.gxh3 c6 4.Mf3 Dc8 5.Tg1 Dd7 6.Tg6 Dc8 7.Tf6 exf6. Dann immer Mf3-h4-f3. S spielt Le7-d8-a5-c3. Es folgt bxc3. Dann Dd8-a5-b4 und axb4. Der Mb8 zieht nach d7- Dann Ta8-c8, der M muss wie­der nach b8 zurück, da er wegen Bd6 nicht nach vor­ne kann(!) und Tc8-Tc7-e7-e5-a5, um den L auf a3 zu schla­gen, was mit Mxa3 beant­wor­tet wird. Sind bis hier­hin Feh­ler drin?

    (Fort­set­zung folgt.)

  5. 3. Mf3 schei­tert lei­der an dem Bau­ern, der dort steht :) Weiß kann wohl zunächst nur Lf1-g2-f1 usw. spie­len, bis Schwarz sich über­legt hat, wie er sei­ne Figu­ren am bes­ten los wird. Ein wei­te­rer Schnip­sel: das frü­he d6 schränkt die Mög­lich­kei­ten stark ein, wie der Me7 dort hin gekom­men sein kann, mei­nes Erach­tens nur über c8 und dort hin nur über b6. Das wie­der­um ver­hin­dert frü­hes b6 von Schwarz, was Mb8 über c6 ins Spiel brin­gen würde.

  6. was natür­lich auch Quatsch ist, weil der Mao nicht von b6 nach c8 kann, wenn auf b7 was rumsteht…

  7. also muss Schwarz cxb6 und bxc6/bxc5 gespielt haben

  8. Stefan

    19. Oktober 2009 — 19:03

    Ich woll­te die Auf­ga­be schon abha­ken, aber jetzt kommt ja doch eine Men­ge in Gang. Der Anfang ist natür­lich rich­tig und die ers­te Fra­ge schon zu 25% gelöst! Auch klei­ne­mes xiang­qi-erfah­re­ne Bemer­kun­gen tref­fen zu. Als nächs­tes soll­tet ihr viel­leicht über­le­gen, wel­che Figu­ren die schwar­zen Bau­ern von c und b geschla­gen haben können.

  9. Zeigt mal wie­der, dass der Ver­such, kom­pli­zier­te Auf­ga­ben vom Blatt zu lösen, ziem­lich bana­le Feh­ler (vor­zugs­wei­se vom Typ Rest­bild) produziert.
    Außer­dem blo­ckiert natür­lich die Auf­stel­lung b6/c5 die Annah­me, dass die Bau­ern bei­de geschla­gen haben müs­sen. Dass Mf5-e7 ein­fach nicht geht (auch nach exf6 nicht), leuch­tet einem Nur-West­schach-Spie­ler eben nicht so schnell ein bzw. es dau­ert, die Pro­ble­ma­tik des Me7 zu erkennen.
    Aber ist es wirk­lich so, dass W vor­erst nur Lf1-g2-f1 spie­len kann? Der Be2 lie­ße sich doch recht schnell durch Dc8-f5-d3 nach d3 locken. Dann geht Me2,Lf1,Tg1-g6-f6. Nach exf6 kann S Le7-d8 spie­len und dann Me7. Der muss wohl nach c4. (Zwar geht Mf5-e3-c4 wegen des Bd3 nicht, aber Me7-c6-a5-c4 scheint zu gehen.) Dann wäre die Ziel­stel­lung wie­der etwas näher. Dann gin­ge es mit Ld3-e4-c6 wei­ter, was bxc6 ermög­licht. Dann wie­der­um geht Ma6 und Ta8-b8-b3-c3. Nach bxc3 kann Ma3-b5-d4-e2-g1 fol­gen; der Mg1 ist über e2-f4-d5-b6 nach c8 gekom­men. S zieht dann Le7, damit W Mxe7 spie­len kann. Wei­ter spielt W Db1-b6 um cxb6 zu ermög­li­chen sowie La3-b4 und a3. S zieht Mxb4 und W axb4.
    Wenn ich dabei nichts über­se­hen hät­te, wäre die Lösung wLb4Lc6,sLh3Le7 und 2. Aber den Kon­junk­tiv habe ich natür­lich völ­lig bewusst gewählt. Es gibt tat­säch­lich noch ein ziem­li­ches Pro­blem glau­be ich, und zwar gehen S zwi­schen­durch die Züge aus, da er weder K noch Th8 zie­hen kann [Rocha­de!] und nach dem Abge­ben von Lc8 und D kei­ne beweg­li­chen Figu­ren mehr hat, solan­ge exf6 nicht gesche­hen ist. Der Zug h6 ist ein Tem­po, aber es wer­den mehr benö­tigt. HILFE!!

  10. Stefan

    20. Oktober 2009 — 21:17

    Es ist eine fürch­ter­li­che Quä­le­rei, war aber lei­der die ein­zi­ge Auf­ga­be, die ich gefun­den habe, in denen Maos als ein­zi­ge Mär­chen­schach­fi­gur vor­kom­men. Hier steht die voll­stän­di­ge Lösung und dan­ke fürs Mitraten!

  11. Jetzt glaubt mir das natür­lich nie­mand mehr, aber auf der Fahrt zum Büro ist mir ein­ge­fal­len, dass Md7 gekom­men sein muss, damit der Ta8 zie­hen kann. Der offen­sicht­li­che Nach­teil ist, dass der Md7 (umrahmt von Bc7,d6,e7) patt steht und erst nach cxb6 wie­der ins Spiel kom­men kann. Ich bezweif­le aber, dass mir die­se Ent­de­ckung gehol­fen hät­te, die voll­stän­di­ge Lösung zu fin­den. (In dem letz­ten Ansatz z.B. habe ich das Feld a3 benutzt, dass durch 1.a3 blo­ckiert ist… Noch ein Rest­bild vom Diagramm!) 

    Das Inter­es­se ande­rer war aber allen­falls lau­warm – hat­te PB etwa doch recht?

  12. Da gab es mal einen äußerst uner­freu­li­chen Kom­men­tar zu einem Hilfs­patt­se­ri­en­zü­ger mit 153 Zügen über „Mär­chen­schach und ande­re Per­ver­si­tä­ten“ (kein wört­li­ches, son­dern ein sinn­ge­mä­ßes Zitat). Das sei alles Mist, inter­es­sie­re doch so gut wie kei­nen, son­dern nur ein paar Spin­ner, etwa in dem Stil. Nun, die­se Retro-Auf­ga­be hat außer unse­rem Blog­ger noch drei Leu­te inkl. mir zu Kom­men­ta­ren ver­an­lasst, das wars. 

    Die heu­ti­ge Auf­ga­be war dann wie­der ein ortho­do­xer Vier­zü­ger – viel­leicht schal­tet sich der Schrei­ber der o.e. Tira­de nun doch wie­der zu…

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