Schachblätter

In die Lostrommel (7+8)

Pre­mie­re beim Kais­si­ber: Nach­dem Num­mer 35 nach guter Tra­di­ti­on mit eini­ger Ver­spä­tung erschie­nen war, kam Num­mer 36 nur ein paar Wochen danach und frü­her als ange­kün­digt in den Han­del. Das Preis­aus­schrei­ben bezieht sich auf bei­de Hef­te. Hier mei­ne fünf Lieblingsartikel:

1. Adri­an Har­vey: Als das Glo­ba­le Dorf für das Schach Wirk­lich­keit wurde

Ein wun­der­ba­rer Arti­kel über die Erfin­dung von Schach­ko­lum­nen und Schach­zeit­schrif­ten im 19. Jahr­hun­dert. Eine Zeit weit vor Null Tole­ranz und Doping­kon­trol­len. Damals ging es noch etwas lang­sa­mer zu:

Es steht fest, dass Staun­ton eine viel län­ge­re Bedenk­zeit woll­te als Harr­witz, der sei­ner­zeit for­der­te, dass man für einen ein­zi­gen Zug maxi­mal zwan­zig Minu­ten ver­brau­chen dürf­te – eine For­de­rung, die Staun­ton strikt ablehnte.

Howard Staun­ton wäre heu­te mit eini­ger Sicher­heit Schachblogger.

2. Vol­ker Her­gert: Neo-From – ein weh­mü­ti­ger Rückblick

Kais­si­ber bringt auf 20 Sei­ten Froms Gam­bit auf den aktu­el­len Stand. Mög­li­cher­wei­se hat­ten gar nicht alle mit­be­kom­men, dass Neo-From Pro­ble­me hat. Bezie­hungs­wei­se, was Neo-From ist. Bezie­hungs­wei­se, was das From­gam­bit ist. Habe ich immer­hin mal selbst gespielt.

3. Die­ter Mohr­lok: Erin­ne­run­gen an Fritz Sämisch

Fritz Sämisch erzählt Die­ter Mohr­lok, war­um Capa­blan­ca gegen ihn eine Figur ein­ge­stellt hat. Ich mag die­se alten Geschichten.

4. Bent Lar­sen: Héctor Ros­set­to (1922–2009)

Sie­he 3. Hof­fent­lich bleibt Lar­sen uns und dem Kais­si­ber noch lan­ge erhalten.

5. Klaus Kög­ler: Plät­ze ohne Touristen

Ein wei­te­rer Teil in der vom Kais­si­ber aus­ge­strahl­ten Mit­tel­gam­bit-Saga. Eine wun­der­bar kom­men­tier­te Ama­teur-Fern­par­tie. Es gibt wenig Par­tie­kom­men­ta­re, die man ein­fach lesen kann.

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6 Kommentare

  1. Als Kon­trast­pro­gramm zu Lar­sen kann man hier lesen, was Frank May­er über Ros­set­to mit­zu­tei­len wusste.

  2. Immer­hin: „Das Leben von Ros­set­to über­schritt recht häu­fig das rei­ne Schachspiel.“

    Die­se Sen­sa­ti­on fin­det man so wohl tat­säch­lich nur auf „Schach und, naja, Kultur“.

    Eine ande­re Fra­ge: Ist es rich­tig, dass es nicht mög­lich ist, bestimm­te älte­re Bei­trä­ge der Schach­blät­ter wie­der­zu­fin­den? Such­funk­ti­on, Inhalts­ver­zeich­nis, Tag­lis­te – alles Fehlanzeige??

  3. Dan­ke für die Anre­gun­gen! Eine Such­funk­ti­on soll­te irgend­wann mal her, das wer­de ich mir zum nächs­ten Blog­ge­burts­tag wün­schen. Ansons­ten kann man tat­säch­lich nur über die Zufalls-Tags unten, die jewei­li­gen Tags zum Arti­kel und über die Kate­go­rien suchen. Eine Tag­wol­ke scheint mir bei über 1.300 Tags nicht so rich­tig sinnvoll.

  4. Such­funk­ti­on gibt es doch via url – ein­fach http://schachblaetter.de/?s=suchbegriff benutzen.

  5. Oder ein­fach googlen.
    Zum Beispiel:
    „+schach­blät­ter und +„frank may­er““ eingeben,
    dann erschei­nen als Tref­fer 1 und 2 Schachblätter-Beiträge
    (und als Tref­fer 3 der auf­schluss­rei­che Thread „Wie­so wur­de Frank May­er gesperrt?“).

  6. Die goog­le-Krü­cke ist aber sehr unschön, da einer­seits kei­ne Voll­stän­dig­keit gesi­chert ist, ande­rer­seits vie­les mehr­fach auftaucht.

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