Schachblätter

Konsequent (1) = Retro (26)

konsequent

Wunschgemäß werden wir wieder etwas schwieriger und steuern einen neuen Planeten in der Märchenschachgalaxis an. Es handelt sich hier um eine Aufgabe (Michel Caillaud) mit der Konsequenzbedingung, die mir auch vollkommen neu war. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist Konsequenzschach Retroschach ohne Gedächtnis, das heißt in jeder Stellung wird die Legalität neu überprüft, aber ohne Kenntnis der vorangegangenen Züge. Wir werden gleich sehen, wie das funktioniert.

Konsequentes Matt in zwei Zügen. Vorschläge bitte als Kommentar.

Kategorien: Schachaufgaben

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7 Kommentare

  1. Permanent Brain

    7. April 2011 — 23:23

    1.c4! Jetzt ist nicht beweisbar, daß soeben c2-c4 erfolgt sein muß, und somit dxc3 ep. (was die Verteidigung Td6-d1 gewährt hätte) nicht machbar. 1… beliebig, 2.O‑O#.

    1.O‑O# wäre hingegen illegal, da in der Ausgangsstellung der sK via e1 gekommen sein muß. In der Stellung nach 1.c4 kann er jedoch auch via b3 nach a1 gelangt sein, so daß O‑O nicht mehr verboten ist.

    (In der Hoffnung die Konsequenzbedingung richtig zu deuten…)

  2. Konsequent wäre natürlich 1.0–0#, allerdings wird das wohl nicht gehen, was ich nun durch Retroanalyse beweisen müsste?! Also mal überlegen: In der oben abgebildeten Stellung muss der schwarze König irgendwie nach a1 gekommen sein. Wohl über e3 und d2, also hat der weiße König schon gezogen, demnach geht 1.0–0# nicht. Also spiele ich 1.c4. Nun verliert die Stellung ihr »Gedächtnis« (also den Zug 1.c4). Dementsprechend geht 1…dxc3 e.p. nicht, da Weiß auch einen anderen Zug gemacht haben könnte (z.B. Db4-b3). Desweiteren kann nun der schwarze König über b3 und a2 nach a1 gekommen sein (wieder der »Gedächtnisverlust«), Nun ergibt 2.0–0 ein Matt, da die Rochade retroanalytisch noch möglich ist. Zur Vervollständigung: 1.c3 geht natürlich nicht wegen 1…dxc3 2.0–0+ Td1. Interessantes neues Problem.

  3. Verdammt; PB war schneller…;-(

  4. Permament Brain

    8. April 2011 — 00:09

    Es wundert mich selbst. :-)

    Soweit ich mich erinnere, ist es das erste (und wahrscheinlich einzige :-) ) Mal, daß ich eine derartige Aufgabe offenbar richtig lösen konnte. Allerdings ist mir entgangen, daß der sK auch über d2 gekommen sein kann, was jedoch dieselbe Konsequenz hinsichtlich O‑O hat, wie von HL beschrieben.

    Zur Vervollständigung; Ke1-f1-g2# scheitert banal an 1…Sf4.

  5. Schön, dass die Konsequenzbedingung (im Märchenschach auch passenderweise als »Amnäsie« bekannt) richtig gedeutet wurde. Denn sonst hätte man die Konventionen (kurz: eP nur erlaubt, wenn Zulässigkeit beweisbar, Rochade erlaubt, wenn Unzulässigkeit nicht beweisbar) hier erwähnen müssen und dann wäre es nur noch einfach gewesen.

  6. Sehr schön! Ich wollte fast gegen die (1) im Titel protestieren, da mir selbiger schon bekannt vorkam – aber dann musste ich feststellen, dass es sich doch um eine leichte Abwandlung handelt.

  7. Inzwischen muss ich alle Überschriften technisch auf Vorgänger überprüfen, schon allein wegen der Plagiatsjäger. Du bist da ja beruflich vorgebildet… 

    Die (1) soll hier andeuten, dass es weitere Folgen in der Serie gibt.

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