SOWJETSKI SPORT
Ihre Mei­nung zur Ein­füh­rung eines Zwei­jah­res-Zyklus der Schachweltmeisterschaften?
SMYSLOW
Ich glau­be, in der Pra­xis wird sich am Ende der bis­he­ri­ge drei­jäh­ri­ge Aus­tra­gungs­mo­dus als am zweck­mä­ßigs­ten erwei­sen. Ich bin über­haupt gegen Refor­men im Schach.
KASPAROW
Ich möch­te mich kate­go­ri­scher äußern. Der Welt­meis­ter ist eine bedeu­ten­de Figur am Schach­fir­ma­nent. Ihn in eine Situa­ti­on zu brin­gen, sich zu „ver­schlei­ßen“, ist unsin­nig. Ein Zwei­jah­res­zy­klus ist mei­nes Erach­tens nur für jene zum Vor­teil, die im Wes­ten auf eine Schach-Show aus sind. Sol­len die Welt­meis­ter­schaf­ten etwa in eine Art Karus­sell ver­wan­delt wer­den? Selbst­ver­ständ­lich kommt das für wirk­li­che Schach­spie­ler nicht in Betracht. Des­halb fällt auch nie­man­dem ein, den Vier­jah­res­rhyth­mus der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten zu ändern …

– Schach 3/1984