Bauernendspiele (Teil 9)

Die Quadratregel kann auch in einer praktischen Partie Bedeutung gewinnen. Hierbei handelt es sich um die Schlussphase der Partie Lasker gegen Tarrasch aus dem berühmten Tunier St. Petersburg 1914, welches Lasker auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft zeigte und das er knapp vor Capablanca gewinnen konnte. Schwarz droht mit einem Bauerndurchbruch am Damenflügel und den einzigen… Bauernendspiele (Teil 9) weiterlesen

Hässlich

Diese Verteidigung, mit der Schwarz die Rubinsteinschen Damengambitvarianten vermeiden will, führt mit Zugumstellung zu Hanhams Springerspiel, der vom ästhetischen Standpunkte aus hässlichsten Spielweise, die es gibt. Nimzowitsch hat eine ausgesprochene Vorliebe für hässliche Eröffnungszüge, ein Glück, dass er hier von Rubinstein, der stets geschmackvoll spielt, gründlich widerlegt wird, denn es wäre ja geradezu ein Skandal gewesen, wenn das unästhetische Spiel mit dem ersten Preise gekrönt worden wäre!

Anmerkung von Tarrasch zum zweiten Zug des Schwarzen in der Partie Rubinstein-Nimzowitsch (San Sebastian 1912), die mit 1.d4 Sf6 2.c4 d6 begonnen hatte

Dogmatiker

Zum Schluß will ich noch diejenige Verteidigung kurz erörtern, die ich für die beste halte, 3…c7-c5, die sog. Tarrasch-Verteidigung, wobei ich aber hinzufügen muß, daß ich mit dieser Ansicht fast vollständig alleinstehe. Nachdem sie Jahrzehnte hindurch fast ausschließlich angewendet worden war, ist sie nämlich seit einiger Zeit aus der Mode gekommen. Wer sich bei der Beurteilung dieser Verteidigung geirrt hat, ich oder die Schachwelt, wird die Zukunft lehren.

Siegbert Tarrasch: Das Schachspiel (1931)