Teamgeist

Die Fernschachpost 4/2007 berichtet unter anderem über den aktuellen deutschen Mannschaftsmeister SV Osnabrück von 1919 – mit einem tollen Mannschaftsfoto übrigens. Zu den Gründen des Erfolgs wird neben der individuellen Stärke der einzelnen Spieler auf die perfekte Zusammenarbeit des Teams in allen Phasen der Partien verwiesen. Das führt ja zunächst zu der interessanten Frage, warum Schach ein Mannschaftssport ist. Aber noch mehr würde mich interessieren, wie sich diese Zusammenarbeit ausdrückt. Darf im Fernschach gemeinsam analysiert werden, oder verstößt das gegen die Regeln?

Ansonsten führt das Heft mit mehreren Partien den Beweis, das Schottisch im Fernschach äußerst unangenehm für Schwarz ist. War bisher auch mein Eindruck.

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3 Kommentare

  1. Im Fernschach ist alles erlaubt. Die Spielstärke und eigenen Ambitionen geben die Größe des Kellers vor in dem wahlweise ein Rechenzentrum oder eine GM-Farm eingerichtet wird. Obwohl über EPO in Fernschachkreisen gar nicht diskutiert wird, ist es ein Gerücht, dass sich Jan Ullrich für die kommende Saison bei der HSG angemeldet hat.
    Egal ob Bundesliga oder Champions League die Unimannschaft liegt in der Regel am unteren Ende der Tabelle der Durchschnittselo und kommt am anderen Ende der Tabelle an. In der Bundesliga wird es ein zweiter oder dritter Platz werden und in der Champions League wird in der nächsten Saison um Platz 1 bis 11 gespielt. Das ist wohl auch ein Ergebnis der mannschaftlichen Zusammenarbeit. In regelmäßigen abständen werden die Partien ausgetauscht und in schwierigen Fällen werden die Mitspieler bemüht. In der vergangenen Saison tauchte in einer Parrtie die Frage auf, ob man im Remissinne in ein Bauernendspiel abwickeln darf oder nicht. Immer wieder fand jemand eine neue Variante und am Ende mussten wir den Plan aufgeben und die Leichtfiguren auf dem Brett lassen. Die Partie endete später remis. Diese Endspiel hätte man wohl alleine nicht durschaut und ob das Rechenzentrum im Keller da geholfen hätte, darf auch bezweifelt werden.

  2. admin

    18. Juni 2007 — 10:00

    Gerüchteweise soll sich Joop van Oosterom seine Weltmeistertitel ja mittels der GM-Farm gesichert haben. Gilt das in der Szene nicht als unfein?
    Und zu den Mannschaftskämpfen: Theoretisch könnte man dann ja mittels Klonen bzw. Ãœberlassen der E‑Mail-Accounts ganz allein eine Mannschaft auf die Bühne stellen.

  3. Oosterom hat ja immerhin schon seine Qualitäten als (Nah-)Schachspieler belegt. Es gibt aber auch Spieler, bei denen die Differenz zwischen DWZ und Fernschach-Elo vierstellig ist. Dr. Hofstetter (DSB-Arzt) hat berichtet (FSP 1/2007), dass er ca. 80 Partien spielt. Beim ICCF-Kongress wurde erzählt, dass er das Pensum mit Hilfe von 14 Rechnern bewältigt.
    Mir ist das ziemlich egal, wüsste nur gern mit welcher Motivation so etwas geschieht.
    Mit der Mannschaft hast Du schon recht und so etwas kann niemand prüfen. ich glaube es war Volker Pentzien, der mal im Mannschaftskampf einen Antwortzug von jemanden bekam, der gar nicht mitspielte. da war wohl aus Versehen der kurze Dienstweg eingeschlagen worden. Und falls Du im Fernschach schnell etwas gewinnen willst, solltest Du unter dem Namen deiner Frau spielen, da ist die Konkurrenz nicht so groß …

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