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Weitblick

schirowaronjan
4r1k1/5pp1/2pbr1q1/1p1n4/3P3p/2P1BQPb/1P3P1P/R3RNKB w – - 0 30

Wahrscheinlich ist es Ausdruck großmeisterlicher Würde, eine solche Stellung aufzugeben. Beim auf vier Teilnehmer gestutzten Grand-Slam-Finale in Bilbao tat es Schirow mit Weiß am Zug gegen Aronjan. Unverkennbar ein Marshall-Angriff. Tatsächlich kann Weiß den Punkt g3 nicht mehr lange halten.

Zur Halbzeit liegen Grischtschuk und Aronjan mit 2/3 vor Karjakin mit 1.5/3 und Schirow mit 0.5/3. Die Organisatoren selbst verwenden die (in meinen Augen idiotische) Drei-Punkte-Regelung. Auffällig die hohe Zahl entschiedener Partien, bis jetzt gab es erst zwei Remisen.

Kategorien: Internationales Schach

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück = Beim Durchblättern alter Schachzeitungen (9) = Hartplatzhelden (3) » « Goldig

8 Kommentare

  1. Die Drei-Punkte-Regelung ist doch hervorragend, gerade in Zweikämpfen hat sie sich überaus bewährt.

  2. In Zweikämpfen sollte man Siege noch viel höher bewerten, um dieser elenden Remisschieberei vorzubeugen!

  3. @Stefan: Bist Du sicher, dass das bei einem Zweikampf Sinn macht? Wenn ich einen Zweikampf gewinnen will, muss ich eine Partie mehr für mich entscheiden als der Gegner. Ob die 1:0 oder 100:0 zählt, ist rein optisch…
    Ich glaube, die Problematik bei Zweikämpfen wie der FIDE-WM (oder so, ich bin da nicht auf dem laufenden) ist der Gedanke »Wenn ich die erste Partie verlieren, bin ich schon fast ausgeschieden, also vermeide ich nach Möglichkeit das Risiko!«, was viele Spieler zu zwei schnellen Remisen mit anschließender Schnellschachlotterie bewegt.

  4. Ich glaube, dass Etez für seine knochentrockenen Analysen bekannt ist und auch ich bin bekennendermaßen Kramnik-Feind. Bei den Kommentaren 1 und 2 kann deshalb keine Ironie im Spiel sein (ich muss mich jetzt sehr zügeln, kein Smiley zu machen).

    Ansonsten sehr einverstanden, ich bin für lange Zweikämpfe, ein WM-Match sollte 24 Partien haben um die von dir beschriebene Konsequenz zu meiden. Diese »Zwei-Partien-Matche« beim Weltcup sind ja im höheren Sinne Zirkusveranstaltungen.

  5. Sorry, wenn ich das so deutlich sage, aber das spiele ich weiter. Im Endeffekt ist man in der Stellung doch schon von allen Zwängen befreit. Wenn man verliert, ist es normal, aber die Hoffnung auf das Wunder besteht noch.

  6. Gegen Aronjan würde ich auch weiterspielen, ganz einfach, um seine Technik zu bewundern. Schirow hatte aber wohl auch schon ziemliche Zeitnot und war frustriert, weil er einer Zugwiederholung ausgewichen war.

  7. Tsss, das kommt davon, wenn man ironische Kommentare liest und die dabei nicht abgedruckten Anführungszeichen übersieht. Touché!

    Zugwiederholung? Ich kenne die Partie nicht, aber das dürfte dann wohl sowas wie Lg4 Lf3 Lh3 Lg2 Lg4 gewesen sein. Den L nach h1 zu stellen, schraubt das Risiko aber sichtlich zu hoch, abgesehen von der zu hohen Aktivität des Lh3 steht der auch noch dem K im Weg, wenn es auf g3 einschlägt. Und die Df3 steht auch schlecht…
    Weiterspielen? Mit welchem Zug denn? Es droht erkennbar Lg4 Dg2 h3. Nach Dd1 folgt sofort hxg3 oder Sxe3, Reihenfolge ist vermutlich egal.

  8. Ja, Dd1 ist der einzige sinnvolle Zug und dann sind e3 und g3 überlastet.

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