Schachblätter

Genesis

harris
8/8/8/8/8/8/8/8

Und das Brett war wüst und leer. Viel­leicht ein guter Aus­gangs­punkt für einen Aus­flug ins Mär­chen­schach. Die Auf­ga­be ist von Peter Har­ris (feen­schach 2007) und lau­tet: Füge eine Figur hin­zu, dann Hilfs­matt in 3.5 Zügen. Und weil die­ses Ergeb­nis mit her­kömm­li­chen Schach­re­geln nicht zu erzie­len ist, wer­den sechs Mär­chen­schach-Regeln vor­ge­schrie­ben: Anti-Ander­nach, Anti-Cir­ce, Ein­stein-Schach, Längst­zü­ger, Repu­bli­ka­ner-Schach, sen­ti­nel­les Pio­nAd­ver­se. Ich habe mal nachgeschlagen:

1. Anti-Ander­nach
Zie­hen­de Figu­ren mit Aus­nah­me der Köni­ge wech­seln die Far­be. Schla­gen­de Figu­ren sind nicht betroffen.

2. Anti-Cir­ce:
Bei einem Schlag­fall ver­schwin­det der geschla­ge­ne Stein vom Brett und der schla­gen­de Stein auf­er­steht nach den übli­chen Cir­ce-Regeln. Die Wie­der­ge­burt erfolgt also auf dem Ursprungs­feld der Par­tie­an­fangs­stel­lung (mit der glei­chen Feld­erfar­be). Ein Schlag­fall ist nur legal, wenn der schla­gen­de Stein tat­säch­lich wie­der­ge­bo­ren wer­den kann (sprich: das Wie­der­ge­burts­feld frei ist). Schlägt ein Bau­er auf sein Umwand­lungs­feld, so wan­delt er sich zuerst in eine Figur um; danach wird die Umwand­lungs­fi­gur anti­cir­ce-mäßig wiedergeboren.

3. Ein­stein-Schach:
Jeder nicht­schla­gen­de Stein ver­liert einen Teil sei­ner Kraft und ver­än­dert sich gemäß dem Sche­ma: D zu T zu L zu S zu B. Der Bau­er bleibt Bau­er, da er sich am Ende der Ket­te befin­det. Jeder schla­gen­de Stein ver­stärkt sich gemäß dem Sche­ma: B zu S zu L zu T zu D. Die Dame am Ende der Ket­te gilt als „gesät­tigt“ und ver­bleibt als Dame auf dem Brett. Köni­ge sind aus­ge­nom­men. Bau­er­num­wand­lun­gen gibt es nicht, das heißt Bau­ern blei­ben auf ihrer Umwand­lungs­rei­he als zug­un­fä­hi­ge Mas­se ste­hen. Bau­ern kön­nen durch die Umwand­lung aus einem Sprin­ger auch auf die Grund­rei­he der eige­nen Par­tei gera­ten. Von hier aus kann ein Bau­er einen Ein­fach­schritt machen. Nach einer Rocha­de wan­delt sich der betei­lig­te Turm in einen Läu­fer um.

4. Längst­zü­ger:
Schwarz hat stets den geo­me­trisch längs­ten Zug aus­zu­füh­ren. Danach ist der Abstand zwi­schen zwei ver­ti­ka­len oder hori­zon­ta­len Fel­dern = 1, zwi­schen zwei dia­go­na­len Fel­dern =sqrt(2), der Sprin­ger­zug =sqrt(5), 0–0 = 4 und 0–0‑0 = 5.

5. Repu­bli­ka­ner-Schach:
Es gibt kei­ne Köni­ge auf dem Brett, aber jede Par­tei kann nach einem Zug den geg­ne­ri­schen König auf ein Feld set­zen, auf dem er (legal) matt ist.

6. Sen­ti­el­les PionAdverse
Bei dem Zug einer Figur ent­steht ein Bau­er der ande­ren Far­be auf dem Aus­gangs­feld des Zuges. Die Regel gilt nicht für Bau­ern oder für Figu­ren, die von der 1. oder 8. Rei­he aus zie­hen. Sie gilt auch nicht, wenn schon acht Bau­ern auf dem Brett sind.

Kann man so etwas lösen? Kann man sich der Lösung nähern?

Kategorien: Schachaufgaben

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30 Kommentare

  1. Sehr inter­es­sant.
    Nach 20 sek über­le­gen den­ke ich mir…
    ‑Ich brau­che zur Lösung (mind.) 3 Figu­ren, davon zwei Könige.
    ‑Nur durch Regel 6 bekom­me ich neue Figu­ren auf’s Brett – der Bau­er kann aber kein König werden.
    ‑Einen König bekom­me ich nur ein­mal nach Regel 5 – durchs Matt ein­set­zen. Die ers­te, dem lee­re Brett hin­zu­ge­füg­te Figur, müss­te daher ein König sein.

    Aber wahr­schein­lich hät­te ich noch’ne Minu­te über­le­gen sol­len, weil alles doch ganz anders ist.… ;-)

  2. Ja, man braucht Figu­ren, aber einen wei­ßen König m.E. nicht unbe­dingt. Es muss ja nur der schwar­ze König matt­ge­setzt wer­den. Und den set­zen wir nach dem sieb­ten Halb­zug ein.

  3. Hat der Begriff „Anti-Ander­nach“ irgend­et­was mit Hel­mut Wieteck zu tun?

  4. Die Regeln 2 und 3 wider­spre­chen sich bezüg­lich der Umwandlung.

  5. @WB: Die Anti-Ander­nach-Regel wan­delt die Ander­nach-Mär­chen­schach-Regel ab. Die­se wur­de wohl zu Ehren des Mär­chen­schach­tref­fens in Ander­nach benannt.

    @SHL: Hhm, ich den­ke, Regel 2 ist spe­zi­el­ler. Nicht unge­wöhn­lich, dass bei eine sol­chen Regel-Wirr­war Unklar­hei­ten ent­ste­hen. Viel­leicht lässt sich das Pro­blem ja ohne Bau­er­num­wand­lung lösen.

  6. Ahaaaa- Es geht hier um eine Auf­ga­be…:-) Ein „Han­sa-Geschä­dig­ter“ ent­schul­digt sich für die man­geln­de Aufmerksamkeit!

  7. Geht‚s hier nur um die nor­ma­len Schach­fi­gu­ren oder auch um ande­re, wie z.B. Gras­hüp­fer etc. ?

  8. Ich den­ke, Mär­chen­schach­fi­gu­ren wären in der „Aus­schrei­bung“ geson­dert erwähnt wor­den. Die Auf­ga­be scheint aber für uns voll­kom­men zu schwer zu sein.

  9. Die­se Spiel­ar­ten mögen ja alle inter­es­sant sein, aber alle Regeln neben­ein­an­der erge­ben der­ar­tig vie­le abstru­se Kon­stel­la­tio­nen auf­grund sich aus dem Nichts mate­ria­li­sie­ren­der Figu­ren etc., dass ich nicht den gerings­ten Lösungs­an­satz sehe. Neben wir (völ­lig will­kür­lich) an, die ein­zu­set­zen­de Figur ist ein wS auf e5. Wenn ich den nach f7 zie­he, ver­wan­delt er sich nach Regel 2 in einen B, aber nach Regel 1 der ande­ren Far­be, gleich­zei­tig ent­steht nach Regel 6 ein s Be5. Nun ist Schwarz dran, und der Längst­zug nach Regel ver­langt f5 (wird dann w, und auf f7 ent­steht ein wB). Weiß kann dann f8D spie­len, auf f7 ent­steht ein sB. Die Df8 zieht nach a3 (Längst­zug) und wird dort zum wT usw. usw.

    Bei dem Cha­os habe ich kei­nen Lösungs­an­satz, schließ­lich spie­le ich auf her­kömm­li­che Wei­se Schach und kann gele­gent­lich bei einem „kon­ven­tio­nel­len“ Hilfs- oder Selbst­matt was bei­tra­gen, aber hier klin­ke ich mich aus.

  10. Geht mir auch so, ich weiß nicht, wo man einen Faden zu packen bekom­men könn­te. Mich hat nur die Aus­gangs­stel­lung fas­zi­niert, aber wahr­schein­lich ist es genuss­brin­gen­der, die Schach­re­geln nur in einem Punkt abzu­wan­deln, also eine Mär­chen­schach­fi­gur oder ‑regel. Da habe ich schon eine Idee.

    Even­tu­ell wer­de ich für die­se Auf­ga­be noch­mal einen Spe­zia­lis­ten von der Schwal­be zu Rate zie­hen, damit haben wir ja schon gute Erfah­run­gen gemacht. Könn­te mir vor­stel­len, dass es ein Klas­si­ker ist.

  11. Sechs Mär­chen­be­din­gun­gen sind wirk­lich etwas viel…

  12. v.a. fra­ge ich mich, WIE der Autor hier alle denk­ba­ren Neben­lö­sun­gen aus­schlie­ßen kann!!!!!!!!

  13. Ich bin als Sach­be­ar­bei­ter der Mär­chen­schach-Abtei­lung der Schwal­be gebe­ten wor­den, hier mei­ne Ein­schät­zung wie­der­zu­ge­ben. Bei der Betrach­tung der Auf­ga­ben­stel­lung und der bis­he­ri­gen Kom­men­ta­re ist mir als ers­tes auf­ge­fal­len, dass die ange­ge­be­ne Defi­ni­ti­on von „Ein­stein­schach“ nicht stimmt. Ein Bau­er kann von der eige­nen Grund­rei­he nicht nur einen Einfach‑, son­dern auch einen Zwei- und Drei­fach­schritt aus­füh­ren. D.h. ein wBe1 kann auch e3 und e4 in einem Zug errei­chen. Die ange­ge­be­ne Def­in­tio­nen der Mär­chen­be­din­gun­gen sind voll­stän­di­ge Defi­ni­tio­nen und kön­nen im Zusam­men­spiel meh­re­rer Mär­chen­be­din­gun­gen nätur­lich Ein­schrän­kun­gen erfah­ren. Wenn wegen Ein­stein­schach kei­ne Umwand­lun­gen mög­lich sind, hat sich die Fra­ge der Umwand­lungs­re­ge­lun­gen für Anti­cir­ce natür­lich erle­digt. Aller­dings kommt die Regel zum Tra­gen, wenn z.B. ein Bau­er irgend­wo einen Stein schlägt. Er wird dann zum Sprin­ger (Ein­stein­schach) und als sol­cher (nicht als Bau­er) gemäß Anti­cir­ce zurück­ver­setzt. Das­sel­be gilt natür­lich auch für ande­re Stei­ne, die per Schlag ihre Pha­se ändern.
    Zurück zur Auf­ga­be: Mär­chen­schach ist für einen nor­ma­len Par­tie­spie­ler und selbst für vie­le Pro­blem­schä­cher schon Extrem­sport. Und Peter Har­ris ist bekannt (oder berüch­tigt?) dafür, dass er ein Extre­mist unter den Extrem­sport­lern ist. Ich mei­ne dies nicht abwer­tend, denn er schafft es immer wie­der, durch eigen­wil­li­ge Kom­bi­na­tio­nen von Mär­chen­be­din­gun­gen völ­lig neue Effek­te im Mär­chen­schach zu erzeu­gen. Dabei fällt auf, dass je weni­ger Stei­ne auf dem Brett umso mehr Mär­chen­be­din­gun­gen zum Ein­satz kom­men. Sol­che Auf­ga­be wer­den ver­mut­lich nicht kom­po­niert, son­dern mit Com­pu­ter­hil­fe gefun­den, was die geis­ti­ge Leis­tung des Autors aber nicht abwer­ten soll, denn die Idee und die kor­rek­te Umset­zung fal­len nicht vom Himmel.
    Die Fra­ge, ob eine sol­che Auf­ga­be ohne Com­pu­ter­hil­fe über­haupt gelöst wer­den kann, möch­te ich nicht beant­wor­ten. Wer dies schafft, hat mei­ne unein­ge­schränk­te Hoch­ach­tung, denn ich glau­be nicht, dass ich das in ver­tret­ba­rer Zeit schaf­fen wür­de. Auf den ers­ten Blick scheint es 640 Mög­lich­kei­ten zu geben, eine Figur zu ergän­zen. Aber ein paar Vor­über­le­gun­gen könn­ten viel­leicht wei­ter­hel­fen. Da Weiß beginnt (h#3,5), kann nur ein wei­ßer Stein ein­ge­setzt wer­den. Ein Bau­er schei­det aus, da eine „Figur“ (Stein der Grund­rei­he) ein­ge­setzt wer­den soll. Er wür­de auch nichts brin­gen, da er kei­ne neu­en Bau­ern gene­rie­ren kann. Ein wei­ßer König schei­det eben­falls aus, da „Repu­bli­ka­ner­schach“ bis zum letz­ten Zug ohne Köni­ge gespielt wird. Auch ein wei­ßer Sprin­ger macht kei­nen Sinn, da die­ser nach dem ers­ten Zug zwar einen sB hin­ter­lässt (wenn er nicht auf einer der Grund­rei­hen ein­ge­setzt wird), aber selbst zu einem schwar­zen Bau­ern wird (wegen Anti-Ander­nach und Ein­stein), womit dann nichts mehr geht. Wie sieht es mit einem wei­ßen Läu­fer aus? Machen wir die Pro­be aufs Exem­pel. Ange­nom­men +wLd4 und dann 1…Lf6(=sS) [+sBd4]. Egal wo der sS hin­zieht, er hin­ter­lässt einen wB und wird selbst zu einem wB, wonach wie­der nichts mehr geht. Viel­leicht ist 1…Le3(=sS) [+sBd4] bes­ser, 2.Sf5(=wB) [+wBe3] exd4(=wS) [wS->g1] und Schwarz kann nicht mehr zie­hen. Ich ver­mu­te, dass eine wD ein­ge­setzt wer­den muss, und zwar nicht auf einer der Grund­rei­hen, damit gleich im ers­ten Zug ein sB gene­riert wird. Dann wären es „nur“ noch 48 Mög­lich­kei­ten, was immer noch mehr als genug ist. Eine zusätz­li­che Schwie­rig­keit besteht dar­in, dass man auf einem lee­ren Brett auch kei­ne Hin­wei­se auf ein mög­li­ches Matt­bild erhält, was sonst beim Lösen von Schach­pro­ble­men eine gro­ße Hil­fe sein kann.
    Damit wäre ich mit mei­nem Latein auch schon am Ende. Eine gro­ße Hil­fe für’s Lösen wird es wahr­schein­lich nicht sein. Wer die Lösung unbe­dingt wis­sen will und sie nicht selbst fin­den kann, wird wohl den Com­pu­ter befra­gen müs­sen, was bei einer sol­chen Auf­ga­be nicht ein­mal ver­werf­lich wäre.

  14. Das Mär­chen­schach­tref­fen fin­det in Ander­nach statt.
    Das erklärt natür­lich, wie­so auch Hel­mut Wieteck (Ander­nach) bis­wei­len Mär­chen erzählt.

  15. @AB Dan­ke für die schnel­len Hin­wei­se. Ich habe mir schon gedacht, dass die­se Auf­ga­be an die Gren­zen des­sen stößt, was ein Mensch so erfas­sen kann. Was ich aller­dings nicht wuss­te: Es gibt mitt­ler­wei­le Com­pu­ter­schach­pro­gram­me, die mit Mär­chen­schach­be­din­gun­gen umge­hen können?

    BTW: War es frü­her nicht ein Reiz des Pro­blemschachs, Neben­lö­sun­gen und Wider­le­gun­gen zu fin­den? Das dürf­te damit ja auch hin­fäl­lig sein…

  16. Schön wäre es, Ste­fan. Ich habe aller­dings eine Selbst­matt­auf­ga­be kom­po­niert, die weder von Ches­tU­CI noch von Gus­tav (der Platz­hirsch unter den Pro­blem­lö­sern) gelöst wer­den konn­te. War­um das so ist, konn­te sich bis­her nie­mand erklären.

    In der Schwal­be vom Juni gibt es einen inter­es­san­ten Arti­kel über Schach­pro­gram­me und Pro­blem­lö­sun­gen. Er wur­de ver­fasst, nach­dem ein Pro­gramm einen 13-Züger nach sage und schrei­be 50 Tagen Rechen­zeit löste.

    Ich neh­me das hier mal zum Anlass, mei­ne Kom­po­si­ti­on bei mir zu ver­öf­fent­li­chen. So viel Eigen­wer­bung sei gestat­tet ;o)

  17. Ãœber mei­nen Auf­nah­me­an­trag bei der Schwal­be ist noch nicht entschieden…
    Und Leu­te, lest Los­sos Schachblog!

  18. Ich kli­cke auf Los­sos Schach­blog und der ers­te Bei­trag auf der Sei­te (zumin­dest hier um die­se Zeit…): „Selbst­matt in 10“! Jun­ge, da bin ich jetzt erschlagen…

  19. > Ãœber mei­nen Auf­nah­me­an­trag bei der Schwal­be ist noch nicht entschieden…

    Die neh­men halt auch nicht jeden ;o)

    > Und Leu­te, lest Los­sos Schachblog!

    Dan­ke! Ãœber zu vie­le Leser kann ich mich wirk­lich nicht bekla­gen – viel­leicht ist mein päd­ago­gi­scher Anspruch zu hoch oder mein Wer­be­auf­wand zu klein.

  20. Ich unter­stüt­ze den Auf­ruf: „Lest Los­sos Schach­blog!“. Ich brau­che näm­lich auch noch Hel­fer, um das s#10 zu kna­cken… Hat schon jemand eine Idee für das Matt­bild? S hat nur Bau­ern und einen gefes­sel­ten Sprin­ger, das macht die Sache nicht so leicht.
    Anspruch zu hoch? Wür­de ich nicht so sehen, es darf ja ruhig etwas Niveau rein. Ich gehe davon aus, dass der Durch­schnitts­le­ser sowohl bei den Schach­blät­tern als auch bei Los­so spiel­stär­ke­mä­ßig über dem durch­schnitt­li­chen Ver­eins­spie­ler liegt. (Eine mög­lichst hohe Zahl auf dem Hit­coun­ter kann ja nicht das allei­ni­ge Ziel sein, dafür müss­te man mit im Wort­sin­ne schmut­zi­gen Tricks arbeiten.)

    Ach­ja, gibt es zu der Aus­gangs­auf­ga­be (die mit dem lee­ren Brett) eigent­lich auch eine Lösung?

  21. Zu jeder Auf­ga­be gibt es eine Lösung. Aber nicht jede Auf­ga­be kann man lösen.

    Zu Los­sos Selbst­matt: Ich tip­pe auf ein Zug­zwang­mo­tiv. Im 10. Halb­zug wird der sS ent­fes­selt und muss mattsetzen.

    Zu den Leser­zah­len: Ich freue mich über jeden, gera­de auch über die Hart­platz­hel­den U2000. Und ein Blog braucht vor allem Geduld und Kontinuität.

  22. Das s#10 ist ’ne har­te Nuss.
    Ich tip­pe auch auf Zug­zwang mit Matt durch den sS, aber das ist gar nicht so ein­fach. Es bie­ten sich die Fel­der d5 oder f5 an. Steht dann der wT noch auf f8, käme nur T:f6 in Fra­ge, da Tf7 das poten­ti­el­le Matt­feld e7 deckt. Nach T:f6 hät­te der sS aber schon 2 Züge. Also tip­pe ich eher dar­auf, dass die wFi­gu­ren ihre Funk­ti­on tau­schen, der wT wan­dert über a8 nach unten und holt einen sB ab, die wD über­nimmt auf f8 des­sen Fes­sel­funk­ti­on, und nach Her­stel­len der Matt­bild­si­tua­ti­on folgt 10.D:f6+ S:f6#
    Aller­dings weiß ich noch kei­nen Weg dahin, zumal die preis­ge­ge­be­nen Dua­le die Suche nicht unbe­dingt erleichtern …
    Unab­hän­gig davon freut es mich außer­or­dent­lich, dass sich in Meck-Pomm außer mir nun noch eini­ge vom Pro­blemschach­vi­rus haben infi­zie­ren lassen.

  23. Natür­lich lus­tig, wenn ich hier Tipps pos­te, aber es stimmt natür­lich, dass der letz­te Zug Sxx matt ist und vor­her der Sprin­ger nie set­zen konnte.

  24. @SHL Hey; nicht vor­sa­gen ;-) Will doch allei­ne scheitern…!

  25. @ElNino:

    Ãœb­ri­gens sind Lang­zü­ger nicht unbe­dingt schwie­ri­ger als Kurz­zü­ger. Wobei ich der Ansicht bin, dass mei­ne Auf­ga­be ordent­lich schwer ist.

    Gruß, SHL

  26. So lang­sam nähern sich die Löser bei mir der Lösung.

  27. @ Ste­fan
    > Es gibt mitt­ler­wei­le Com­pu­ter­schach­pro­gram­me, die mit Mär­chen­schach­be­din­gun­gen umge­hen können?
    Die gibt es schon län­ger, z.B. Popeye, Aly­ba­dix (Fai­ry­ba­dix), Winchloe.
    > War es frü­her nicht ein Reiz des Pro­blemschachs, Neben­lö­sun­gen und Wider­le­gun­gen zu fin­den? Das dürf­te damit ja auch hin­fäl­lig sein…
    Ganz im Gegen­teil! Lang­zü­gi­ge Auf­ga­ben kön­nen immer noch nicht voll­stän­dig geprüft wer­den und es gibt sogar h=4 mit Anti­cir­ce, die noch kein Com­pu­ter in ange­mes­se­ner Zeit schafft. Auch gibt es Mär­chen­be­din­gun­gen, die noch in kei­nem Prüf­pro­gramm zu fin­den sind. In den letz­ten zehn Jah­ren habe ich meh­re­re Dut­zend Auf­ga­ben „gekocht“, nicht nur bei alten Auf­ga­ben, die noch völ­lig ohne Com­pu­ter gebaut wur­den, son­dern auch bei ganz aktu­el­len Urdru­cken. Das Auf­spü­ren von Neben­lö­sun­gen und Dua­len wird noch lan­ge eine span­nen­de Sache bleiben.
    > Zu jeder Auf­ga­be gibt es eine Lösung.
    Stimmt auch nicht so ganz. Manch­mal stellt sich eine Auf­ga­be als unlös­bar her­aus, weil der Autor bei sei­ner Lösung einen Feh­ler über­se­hen hat. Bei eini­gen älte­ren Auf­ga­ben kennt man bis heu­te die Lösung nicht, weil sie ver­schol­len ist oder nur der Schlüs­sel bekannt ist. In Ander­nach gab es vor eini­gen Jah­ren sogar einen klei­nen Wett­be­werb zu sol­chen Auf­ga­ben. Bei einer Auf­ga­be (es war eine Scherz­auf­ga­be – auch so etwas gibt es) wuss­te der Autor selbst nicht mehr sei­ne beab­sich­tig­te Lösung, die auch nir­gend­wo notiert war. Die konn­te ich dann kna­cken, aber eine S#-Seeschlange von Ernst Has­sel­kus ist immer noch ungelöst.
    Doch zurück zur Auf­ga­be mit dem lee­ren Brett. Die Anga­be, dass es e i n e Lösung gibt, ist auch ein klei­ner Hin­weis. Denn nor­ma­ler­wei­se müss­te es aus Sym­me­trie­grün­den zwei Lösun­gen geben. Ein Stein, z.B. auf b3 ein­ge­setzt, müss­te mit dem Ein­set­zen auf g3 eine sym­m­tri­sche Lösung erzeu­gen. Die ein­zi­ge der sechs Mär­chen­be­din­gun­gen, die nicht sym­me­risch ist, ist Anti­cir­ce, weil die Repuls­fel­der von D und K nicht gespie­gelt wer­den. Da der sK erst im Matt­zug erscheint, kann er nicht mehr schla­gen. Das heißt dann, dass in der Lösung eine D schlägt und/oder e8 besetzt wer­den muss, damit der sK im Matt­bild kei­nen wei­ßen Stein schla­gen kann. Also kann dann ein unge­deck­ter Stein matt­set­zen. Dass eine ein­ge­setz­te wD schlägt, dürf­te unwahr­schein­lich sein, denn sie wür­de im ers­ten Zug zu einem sT, der dann zum wL wür­de. So vie­le Schlag­ob­jek­te dürf­te es nicht geben, dass dar­aus per Ein­stein­schach wie­der ein D her­vor­gin­ge. Damit blie­be nur noch, dass e8 besetzt wer­den muss, damit ein unge­deck­ter wei­ßer Stein matt­set­zen kann.
    Das muss jetzt wie­der ein paar Tage auf die grau­ern Zel­len ein­wir­ken und viel­leicht klappt es ja doch noch mit der Lösung.

  28. Hier die Lösung der Auf­ga­be mit dem lee­ren Brett: +wDa7, dann 1…Da7-e7=sT[+sBa7] 2.Te7-e1=wL[+wBe7] Le1-a5=sS 3.Sa5-b7=wB[+wBa5] b7-b8=sB 4.b8-b5=wB e7-e8=sB[+sKa6]#. Nicht selbst, son­dern vom Com­pu­ter gefun­den, aber immer­hin lag ich mit mei­nen Ver­mu­tun­gen dicht dran.

  29. Stefan

    9. Oktober 2009 — 21:31

    @AB: Bes­ten Dank, es muss ziem­lich dün­ne Luft da oben sein! Ich hat­te mir schon gedacht, dass ich noch nicht ein­mal die Lösung ver­ste­hen wür­de. Hier eine gra­fi­sche Darstellung:

    genesis1 genesis2 genesis3 genesis4 genesis5 genesis6 genesis7 genesis8 genesis9

  30. Den feh­len­den wK kann ich ja noch ver­kraf­ten, aber Bau­ern auf der Grund­rei­he über­schrei­ten auch mei­ne Tole­ranz­gren­ze. Und das die Schluss-Stel­lung matt sein soll, weil ein Be8 das „Anti­circe­feld“ des schla­gen­den Königs blo­ckiert und ande­rer­seits Kb7 wegen der Gene­se eines Ba6 nicht geht, ist schon reich­lich skur­ril. Hat der Autor die­ser Auf­ga­be in sei­ner Jugend eigent­lich viel mit psy­cho­ak­ti­ven Sub­stan­zen experimentiert? ;-)

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