Schlagzwang

In der letzten Runde der 2. Landesliga Ost trafen, wie ja bereits avisiert, die 2. Mannschaften von FHS Stralsund und des Greifswalder Schachvereins aufeinander. Zuletzt lief noch die Begegnung zwischen Austen Brost und Jens Mildner. Jens hatte – nach einem Fingerfehler im ersten Zug – die weiße Initiative gut überstanden und war nach der Zeitkontrolle mit einer Mehrqualität übriggeblieben. Inzwischen hatte er diese wieder abgegeben, um in extremer Zeitnot die Stellung wenigstens einigermaßen übersichtlich zu halten. Beide hatte noch weniger als eine Minute Bedenkzeit auf der Uhr, als Austen ein Schach auf g4 gab, welches Jens flink mit Dg6 parierte (D). Der Weiße überlegte noch einige Sekunden und gab dann auf. Der Damentausch war nicht mehr zu vermeiden, der weiße König kann sich nicht rühren und der schwarze König holt die weißen Bauern ab. Doch Moment mal – die zahlreichen Kibitze witterten Unheil – konnte Weiß sich nicht einfach patt setzen lassen? 1.De4 Dxe4 2.fxe4, dann opfert Weiß die Mittelbauern und gibt danach mit a3-a4 und b4-b5 die Damenflügelbauern ab. Es entstand eine kurze Unruhe, bis zur allgemeinen Beruhigung festgestellt wurde, dass Schwarz den zweiten Bauern am Damenflügel nicht mehr nehmen muss, sondern stattdessen mit b5xa4-a3-a2-a1D einfach mattsetzt.

5 Gedanken zu „Schlagzwang“

  1. Manchmal ist das Brett einfach zu groß. Ich glaube, dies hat schon jeder von uns in seiner Schachkarriere zu spüren bekommen ;-)

  2. Retro (4) ?!
    Im Ernst, kann mal jemand bei der Rekonstruktion dieser Stellung mithelfen?
    Bei der Eingabe wurde nämlich die Zugfolge
    1. e4 d6 2. d4 g6 3. Bd3 Bg7 4. Ne2 c5 5. c3 cxd4 6. cxd4 e6 7. Nbc3 Ne7 8. O-O
    O-O 9. Be3 Nbc6 10. Rc1 a6 11. a3 Bd7 12. b4 b5 13. Bb1 Na7 14. h4 Nac8 15. Bf4 Be8 16. Ba2 Nb6 17. Nb1 Bc6 18. Qd3 Rc8 19. h5 d5 20. e5 Re8 21. hxg6 fxg6 22. Qh3 Nf5 23. Nd2 Qh4 24. Qd3 Nc4 25. Nf3 Qe7 26. Bb1 Rf8 27. Bg5 Qf7 28. Nh2 Bh6 29. Bf6 Bd7 30. Ng4 Bxc1 31. Rxc1 h5 32. Qh3 Qh7 33. Nh2 Nd2 34. Rxc8 Rxc8 35. Bd3 Ne4 36. Nf3 Qh6 37. Bh4 Nxh4 38. Qxh4 g5 39. Qh2 Rf8 40. Bxe4 dxe4 41. Nd2 Bc6 42. Ng3 h4 43. Ngxe4 Bxe4 44. Nxe4 g4 45. Kh1 g3 46. Qg1 Rc8 47. Nc5 Rf8 48. Ne4 Qf4 49. f3 Rf5 50. Qb1 h3 51. Nf6+ Rxf6 52. exf6 Qxf6 53. Qe4 h2 54. Qg4+ 0-1
    vermerkt, die eigentlich auch halbwegs logisch ist – dummerweise steht dann
    der schwarze König auf g8, und das 0-1 könnte man durch Dxg6 noch deutlich hinauszögern…
    Also: Kann mir jemand den Trick verraten, wie man in der Zeitnot heimlich und unauffällig den K von g8 nach g7 verschiebt?

  3. Wahrscheinlich einer der gefürchteten “Eingabefehler”. Ich habe die Partie live mitverfolgt und beginnend etwa mit dem 45. Zug mitgeschrieben. Beide waren unter fünf Minuten und haben sich wohl nicht mehr vollkommen auf die Notation konzentriert. Die Mitschrift habe ich mit Namen versehen und am Spielort hinterlassen. Vielleicht kann der Landesspielleiter Auskunft geben? Jens hatte jedenfalls seinen König zwischenzeitlich nach g7 gebracht. Ich glaube, dass Austen Dg1-b1 nicht in einem Zug gesetzt hat. Genaueres weiß ich allerdings nicht.
    By the way: Ich hatte in diesem Jahr das “Vergnügen”, bei Heimkämpfen des Greifswalder SV II die Partien einzugeben. Man glaubt gar nicht, was so alles in die Partieformulare geschrieben wird. Von daher mag die Veröffentlichung von Partien dieser Liga nur einen begrenzten Erkenntnisgewinn bedeuten.

  4. @admin
    der Erkenntnisgewinn liegt vielleicht darin, dass in McPom in der zweithöchsten Spielklasse das Niveau schon ziemlich hart in Richtung “Mensch ärgere dich nicht” driftet – was wahrscheinlich die einzige Erklärung für meine diesjährige Saisonleistung ist. Aber letztlich zählt: Mir (und hoffentlich auch den anderen) macht es einfach Spaß… ;-)

  5. Das meinte ich gar nicht – obwohl nicht von der Hand zu weisen. Ich wollte eigentlich darauf hinweisen, dass zwischen der Notation und den tatsächlich gespielten Zügen manchmal große Unterschiede bestehen.

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