Offener Brief an alle Mitglieder des Landesschachverbandes Mecklenburg-Vorpommern

Nach­trag, 3. Mai 2010: Inzwi­schen ist die Aus­ein­an­der­set­zung zu einem vor­läu­fi­gen Abschluss gekom­men. Ich ver­wei­se noch auf eine Zusam­men­fas­sung nach einer Woche Dis­kus­si­on und mei­ne Stel­lung­nah­me zu einem als Kom­pro­miss bezeich­ne­ten Vor­schlag des Prä­si­den­ten vom letz­ten Don­ners­tag. Auch die­ser Vor­schlag wur­de vor der Mit­glie­der­ver­samm­lung noch zurück­ge­zo­gen. Wie es schließ­lich aus­ge­gan­gen ist, könnt ihr hier lesen. Dort fin­det sich auch eine Dar­stel­lung, wie ande­re Lan­des­schach­ver­bän­de mit die­ser Fra­ge umge­hen. Und hier ein ein klei­ner Aus­blick auf die Schö­ne-Neue-Anti-Doping-Welt, wie wir sie auf Bun­des­ebe­ne haben – und auf Lan­des­ebe­ne gera­de noch ver­hin­dern konn­ten.

Lie­be Schachfreunde!

Das Prä­si­di­um des Lan­des­schach­ver­ban­des hat mehr­heit­lich beschlos­sen, der Mit­glie­der­ver­samm­lung am 2. Mai 2010 in Güs­trow eine Änderung der Sat­zung und die Ver­ab­schie­dung einer Anti-Doping-Ord­nung vor­zu­schla­gen. Erlaubt mir bit­te, dazu kurz mei­ne Mei­nung zu schildern.

1. Es gibt kein Doping­pro­blem im Schach!

Es gibt mei­nes Erach­tens kein Doping­pro­blem im Schach. Ich spie­le seit über 30 Jah­ren Schach und ich habe noch nie davon gehört, dass jemand ver­sucht hät­te, durch Ein­nah­me von Sub­stan­zen oder durch bestimm­te Ver­fah­ren wie Blut­ma­ni­pu­la­tio­nen sei­ne Leis­tung im Schach zu ver­bes­sern. Es gibt kei­ne ein­zi­ge ernst­zu­neh­men­de Stu­die, in der fest­ge­stellt wird, dass so etwas über­haupt mög­lich wäre. Es gibt des­halb auch kei­nen eige­nen Kata­log von ver­bo­te­nen Stof­fen oder Metho­den für das Schach – weil nie­mand wüss­te, was er in einen sol­chen Kata­log hin­ein­schrei­ben soll­te. Schach­spie­ler sol­len wie Rad­fah­rer oder Gewicht­he­ber behan­delt werden. 

2. Die Anti-Doping-Ord­nung ist unverhältnismäßig!

Schach in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist ein Ama­teur­sport. Es ist gera­de das Schö­ne an unse­rem Spiel, dass es von allen Men­schen gespielt wer­den kann, egal ob alt oder jung, Frau oder Mann, arm oder reich. Die Anti-Doping-Ord­nung soll für jeden gel­ten, der im Zustän­dig­keits­be­reich des Lan­des­schach­ver­ban­des Schach spielt, also im Liga­be­trieb, im Pokal oder bei Meis­ter­schaf­ten. Die Anti-Doping-Ord­nung unter­wirft jeden Schach­spie­ler einem Kon­troll­re­gime. Er muss sich infor­mie­ren, wel­che Stof­fe und Metho­den ver­bo­ten sind – auf einer Inter­net­sei­te in eng­li­scher Spra­che! Wenn ihm der Arzt sol­che Stof­fe ver­schrei­ben will, weil er viel­leicht an einer Herz­er­kran­kung oder einer psy­chi­schen Krank­heit lei­det, muss er sich das geneh­mi­gen las­sen, bevor er das Medi­ka­ment ein­nimmt. Er muss sich auf Urin und Blut kon­trol­lie­ren las­sen, wenn das die Natio­na­le Anti-Doping-Agen­tur (NADA) oder der Deut­sche Schach­bund (DSB) anord­nen. Das gilt auch im Trai­ning. Wol­len wir das? Nur weil wir Schach spie­len wollen?

3. Die Anti-Doping-Ord­nung ist ein Ein­griff in die Verbandsdemokratie!

Die geplan­te Anti-Doping-Ord­nung des Lan­des­schach­ver­ban­des soll ein­fach alle Rege­lun­gen über­neh­men, die der Deut­sche Schach­bund, die NADA und die World Anti-Doping Agen­cy (WADA) ver­ab­schie­det haben und noch ver­ab­schie­den wer­den. Die Mit­glie­der des Lan­des­schach­ver­ban­des haben dann kei­ner­lei Ein­fluss­mög­lich­kei­ten mehr dar­auf, was als Doping gilt, wie kon­trol­liert und wie bestraft wird. Der Voll­zug der Anti-Doping-Ord­nung wird dem DSB über­tra­gen. Ãœber Änderungen der Anti-Doping-Ord­nung des Lan­des­schach­ver­ban­des darf die Mit­glie­der­ver­samm­lung nicht mehr bestim­men, als ein­zi­ge Ord­nung im Lan­des­schach­ver­band ent­schei­det dar­über allein mit ein­fa­cher Mehr­heit das Prä­si­di­um. Das Lan­des­schieds­ge­richt wird in die­sem Bereich kei­ne Zustän­dig­kei­ten haben.

4. Die Anti-Doping-Ord­nung wird neue Schach­spie­ler abschre­cken und alte vertreiben!

Für Ver­stö­ße gegen die Ord­nung sind Sank­tio­nen vor­ge­se­hen. Wer sich zum Bei­spiel einer Kon­trol­le ver­wei­gert oder uner­laubt Medi­ka­men­te nimmt, die auf der Doping­lis­te ste­hen oder wer (straf­recht­lich nicht ver­bo­te­ne Dro­gen) wie Mari­hua­na kon­su­miert, kann gesperrt und mit einer Geld­stra­fe von min­des­tens 100 Euro belegt wer­den. Wer Kader­spie­ler ist, muss dafür unter­schrei­ben, bei Min­der­jäh­ri­gen müs­sen die Eltern unter­schrei­ben. Wird das das Schach attrak­ti­ver machen? Ich kann für mich nur erklä­ren, dass ich nicht unter Auf­sicht eines Kon­trol­leurs in einen Plas­te­be­cher pul­lern wer­de. Ich wer­de auch mei­ne Erkran­kun­gen nicht bekannt­ge­ben. Wenn das von mir ver­langt wird, ist mei­ne Schach­lauf­bahn zu Ende.

5. Die Anti-Doping-Ord­nung kann teu­er werden!

Der Lan­des­schach­ver­band hat kei­nen Ein­fluss dar­auf, ob und wie kon­trol­liert wird. Die NADA finan­ziert sich natür­lich aus den Kon­trol­len. Die Kos­ten von Doping­kon­trol­len belau­fen sich auf einen drei­stel­li­gen Betrag pro Per­son und sol­len vom Lan­des­schach­ver­band getra­gen wer­den. Wenn es der NADA also mal ein­fal­len soll­te, einen Lan­des­li­ga­kampf zu kon­trol­lie­ren, ist der Haus­halt unse­res Ver­bands gesprengt. Nie­mand kann ver­bind­lich garan­tie­ren, dass das nicht pas­sie­ren wird – oder wozu brau­chen wir sonst eine Anti-Doping-Ordnung?

6. War­um dann eigent­lich die­se Ordnung?

Die Befür­wor­ter der Anti-Doping-Ord­nung sagen natür­lich selbst, dass wir die­se Ord­nung nicht brau­chen. Nie­mand glaubt ja ernst­haft an ein Doping­pro­blem im Schach. Argu­men­tiert wird nur damit, dass uns sonst die öffent­li­che Sport­för­de­rung ver­lo­ren­geht. Es geht nur ums Geld. Ich sage dar­auf: Erst­mal möch­te ich ein Papier sehen, in dem ein Geld­ge­ber des Lan­des­schach­ver­ban­des oder der Ver­ei­ne ver­langt, dass wir eine Anti-Doping-Ord­nung haben. Dann möch­te ich wis­sen, um wel­che Beträ­ge es sich han­delt. Und dann erst kann man ent­schei­den, ob man die geschil­der­ten Nach­tei­le durch die Anti-Doping-Ord­nung in Kauf neh­men möch­te. Ganz deut­lich: Ich hal­te es für Oppor­tu­nis­mus und Heu­che­lei, eine Ord­nung zu ver­ab­schie­den, die man gar nicht anwen­den möch­te. Dann wür­de ich lie­ber auf das Geld ver­zich­ten. Das Ehren­amt an der Basis ist sowie­so nicht bezahlbar.

7. Wir sind nicht allein!

Das Schach in Meck­len­burg-Vor­pom­mern wird auch ohne Anti-Doping-Ord­nung wei­ter­ge­hen. Bay­ern und Hes­sen wer­den kei­ne sol­che Ord­nung ver­ab­schie­den, Ber­lin hat die Fra­ge ver­tagt. Uns wird des­we­gen schon nie­mand aus dem DSB werfen.

Die vor­ge­schla­ge­ne Anti-Doping-Ord­nung setzt eine Sat­zungs­än­de­rung vor­aus, für die eine Zwei­drit­tel­mehr­heit erfor­der­lich ist. Der Greifs­wal­der Schach­ver­ein wird gegen die Sat­zungs­än­de­rung und gegen die Anti-Doping-Ord­nung stimmen.
Dan­ke für eure Aufmerksamkeit!

Ste­fan Kalhorn
Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Greifs­wal­der Schachvereins
Vor­sit­zen­der des Schieds­ge­richts des Landesschachverbandes
Greifs­wald, den 20.4.2010

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26 Kommentare

  1. Das Bei­spiel der „alten Tan­te“ ist ja nicht schlecht, aber viel­leicht soll­te man lie­ber sagen, hier waren 5 oder mehr „alte Tan­ten“ im Raum und eine Unter­schei­dung ist eher schwie­rig, wel­che hier genau so riecht. (Viel­leicht haben meh­re­re Frau­en einen ähn­li­chen Duft oder sogar das sel­be Parfüm.)
    Naja, was will ich damit sagen: das o. g. Zitat kann von fast jeder demo­kra­ti­schen Par­tei kom­men … ist also all­ge­mein­gül­tig, als zu kei­ner bestimm­ten Strö­mung zuzu­rech­nen ud daher par­tei­po­li­tisch völ­lig neutral.

    Fazit: schlech­tes Bei­spiel … bit­te neu­es ausdenken

  2. „Die­ses Leit­bild soll ein­la­den, das Poten­zi­al des orga­ni­sier­ten Schachs bewusst zu machen, um damit noch stär­ker an der Gestal­tung einer akti­ven Bür­ger­ge­sell­schaft in Meck­len­burg-Vor­pom­mern mitzuwirken.“ …
    „Als akti­ver Teil des regio­na­len Gemein­we­sens stärkt und gewähr­leis­tet der Lan­des­schach­ver­band Meck­len­burg-Vor­pom­mern e.V. den Stel­len­wert des Schachs in Staat und Gesellschaft;“ …
    „Durch das Schach und dar­über hin­aus rea­li­siert der Lan­des­schach­ver­band Meck­len­burg-Vor­pom­mern e.V. bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment durch gesell­schafts­po­li­ti­sche Interessenvertretung“ …
    „Unse­re Wert­ori­en­tie­rung ist vom huma­nis­ti­schen Men­schen­bild und den Idea­len der olym­pi­schen und Nicht­olym­pi­schen Bewe­gung geprägt“ …
    „Für uns steht Schach als Sport im Dienst der Frie­dens­be­mü­hun­gen, da Sport Men­schen und Völ­ker ver­bin­det und die Ach­tung vor dem Ande­ren erhöht“

    „Völ­ker, hört die Signa­le…“ Par­don, das stand NICHT drin.

  3. Leu­te, wenn wir nicht so ein erns­tes The­ma zu ver­han­deln hät­ten, wür­de ich mich ja gern dazu äußern, ob wir Gen­der Main­strea­ming im LSV brau­chen. Aber lei­der lei­der ist mir gar nicht nach Scher­zen zumute.

  4. habe ich gefun­den auf der Home­page des DSB.

    „Prä­si­di­um 28.04.2010

    Deut­scher Schach­bund wei­ter­hin förderungswürdig
    Der Deut­sche Olym­pi­sche Sport­bund (DOSB) hat für den För­der­zy­klus 2010 bis 2013 die För­de­rungs­wür­dig­keit aller nicht­olym­pi­schen Ver­bän­de über­prüft. Grund­la­ge ist das För­der­kon­zept für den nicht­olym­pi­schen Spit­zen­sport. Im Wesent­li­chen geht es dabei um die inter­na­tio­na­le und natio­na­le Ver­brei­tung der Sport­ar­ten und Dis­zi­pli­nen, das Wett­kampf­sys­tem sowie die Aner­ken­nung des NADA-Codes.

    Erfreu­li­cher­wei­se wur­de die För­de­rungs­wür­dig­keit des Schach­s­por­tes unein­ge­schränkt festgestellt.

    Horst Met­zing
    DSB-Sportdirektor

    Ver­öf­fent­licht von Frank Hoppe“

  5. @Stefan:
    Span­nen­de News beim DSB. Bleibt abzu­war­ten bzw. zu hin­ter­fra­gen, was dies für die Pro­vinz im Nord­os­ten der Repu­blik bedeutet ;)

    @MiBu:
    Was stört dich genau an den Zita­ten? Ich habe mich mal spon­tan auf die Suche nach „Bür­ger­ge­sell­schaft“ gemacht:
    Bürgergesellschaft
    Wiki
    CDU
    SPD
    FDP (libe­ra­le BG)
    B90 – Die Grünen
    Die Lin­ke (evtl. überaltet)

    Ich gebe ger­ne zu, dass ich nicht alle Arti­kel gele­sen habe, gehe aber davon aus, dass es kei­ne Par­tei gibt, die die Bür­ger­ge­sell­schaft aus­schließt – sicher­lich haben alle klei­ne ande­re Vor­stel­lun­gen über die Aus­prä­gung … ist aber bei uns Schach­spie­lern ziem­lich unwichtig ;)

  6. Stefan

    28. April 2010 — 19:11

    @Adju: Man könn­te ja fast auf die Idee kom­men, dass der DSB auf die­se Dis­kus­si­on hier reagiert ;-) Auf mei­ne E‑Mail reagie­ren sie jeden­falls nicht, aber viel­leicht steht ein sol­cher Umgang mit ihren Mit­glie­dern und Bei­trags­zah­lern ja in ihrem Leitbild.

  7. Es gab eine Mail von Met­zing heu­te Mit­tag (für Dich an die web.de-Adresse). Es wird dar­auf ver­wie­sen, dass der Ver­trag dem Prä­si­den­ten des LSV MV zuge­sandt wur­de. Ich inter­pre­tie­re das so, das kei­ne beson­de­ren Geheim­hal­tungs­pflich­ten bestehen und es Auf­ga­be des Prä­si­den­ten gewe­sen wäre, die Ver­ei­ne im Vor­feld der Mit­glie­der­ver­samm­lung ange­mes­sen recht­zei­tig sol­che für die Ent­schei­dun­gen rele­van­ten Infor­ma­tio­nen zuzustellen.

  8. @Adju: Wer­de ich nicht erklä­ren, da ich rein sach­li­che und unpo­li­ti­sche Bei­trä­ge in Aus­sicht gestellt habe und in gewis­ser Wei­se schon wort­brü­chig gewor­den bin. Zudem glau­be ich, dass mei­ne Erklä­run­gen kaum von Erfolg gekrönt wären in dem Sin­ne, dass jemand die sel­ben Schluck­be­schwer­den dabei ent­wi­ckelt wie ich, der sie vor­her nicht hat­te. Was ich aber sagen kann ist, dass es in ers­ter Linie auch gar nicht ein kon­kre­ter Satz oder ein Aus­druck ist, an dem ich Anstoß neh­me, son­dern das Gesamt­werk von neun Sei­ten, das eine exten­si­ve Ana­ly­se jeder Sen­tenz m.E. gar nicht ver­dient hat. In einem aber hast Du natür­lich recht: Schwa­feln, Phra­sen dre­schen und rela­tiv sinn­freie Schlag­wor­te gebrau­chen kön­nen auch die ande­ren Par­tei­en gut, wie ich gera­de wie­der an so ziem­lich jeder Stra­ßen­la­ter­ne nach­le­sen kann – es ist Land­tags­wahl­kampf in NRW. (Ich hof­fe der Bei­trag war aus­ge­wo­gen genug, um als „fast unpo­li­tisch“ durchzugehen.) 

    Aber jetzt hal­te ich hier end­gül­tig die Klap­pe zu die­ser spe­zi­el­len The­ma­tik, denn: Das Leit­bild mag gut oder schlecht, brauch­bar oder unbrauch­bar, not­wen­dig oder über­flüs­sig sein – ist viel­leicht gar nicht so wich­tig. Die Ver­samm­lung nimmt es an oder auch nicht – ist womög­lich auch nicht so wich­tig, da damit kei­ner­lei prak­ti­sche Fol­gen ver­bun­den sein dürf­te. Das Leit­bild mit sei­nen All­ge­mein­plätz­chen ist ein Sym­bol (oder viel­leicht bes­ser eine Duft­mar­ke, wenn ich die Par­fum-Meta­pher noch mal auf­neh­men darf) und mehr nicht, denn es regelt weder Spiel­be­trieb (man sehe NRs Hin­weis auf TO‑Änderungen, die kei­ne Beach­tung in der Dis­kus­si­on fin­den – da hat der Mann recht) noch sonst was. Zank­ap­fel und Stol­per­stein ist das Leit­bild letzt­lich eher nicht.

    Ich wage aber noch eine Pro­gno­se zu die­ser Fern­seh-Geschich­te: Es wird weder von dopen­den Schä­chern, die ihre Ver­ge­hen nicht sank­tio­nie­ren wol­len, die Rede sein noch vom Sieg der Ver­nuft. Das Fern­se­hen lebt von Bil­dern, und die bes­ten Bil­dern wer­den die mit den hef­tigs­ten Gemüts­re­gun­gen sein. Die Fern­seh­ma­cher wer­den auf wut­ent­brann­te Dele­gier­te hof­fen, die laut­stark ihren Rück­tritt erklä­ren oder sich gegen­sei­tig zum Toten­grä­ber des Schachs erklä­ren etc. etc. In der Außen­wir­kung blei­ben wir so oder so die Freaks mit dem etwas absei­ti­gen Hobby.

  9. Wenn der NDR kommt, dann kann ich nur hof­fen, dass es die Jungs von Extra 3 sind. ;-)

  10. @HL:
    Ein sinn­vol­ler Bei­trag (z. B. im Nord­ma­ga­zin) wür­de uns sicher­lich mehr hel­fen. Wenn wir es wir­lich zu Extra 3 schaf­fen, dann benö­ti­gen wir ne Men­ge Humor ;)

    @MiBu:
    Lese ich da bezüg­lich des poli­ti­schen Aus­drucks des Leit­bilds bei dir rich­tig, dass du es jetzt als par­tei­po­li­tisch (eher) neu­tral ansiehst? Das ist schön … über den Sinn die­ses gesam­ten Leit­bilds lässt sich natür­lich grund­sätz­lich strei­ten und so rich­tig kann ich mit den vie­len Sei­ten (noch) nichts anfan­gen … mal sehen wie dar­über am Sonn­tag ent­schie­den wird.

    @all:
    Viel inter­es­san­ter ist ja auch das eigent­li­che The­ma ADO in die­sem Bei­trag. Bis Sonn­tag sind noch ein paar Tage Zeit und viel­leicht las­sen sich bis dahin noch eini­ge offe­ne Fra­gen klären …

  11. Dabei sei bemerkt, dass die Sport­för­de­rung an den DSB ca. 1/6 des Gesamt­haus­hal­tes ausmacht. 

    Dazu eine Aufschlüsselung:

    Unter den Infor­ma­tio­nen vom Schatz­meis­ter“ beim DSB enden lei­der die belast­ba­ren Jah­res­ab­schlüs­se 2006. 

    Neh­men wir man­gels Bes­se­rem den dort abge­leg­ten Plan 2008, so belau­fen sich die Gesamt­ein­nah­men auf € 938.350. Als Sport­för­der­mit­tel des Bun­des tau­chen dort noch € 25.000 auf, in Wirk­lich­keit waren es offen­bar, geht man von der Bericht­erstat­tung zur Doping-Rück­zah­lung aus, nur € 17.500. Aller­dings sind ver­mut­lich auch die Gesamt­ein­nah­men gerin­ger, da der Mit­glie­der­schwund fort­schrei­tet. Jeden­falls machen die Sport­för­der­mit­tel des Bun­des ca. 2% des Gesamt­etats aus. 

    Die Rück­zah­lung wegen nicht exis­tie­ren­der Doping­ord­nung beläuft sich auf ca. 0,3%= 3 Pro­mil­le des Gesamtetats.

    Auf ca. 1/6 kommt man, falls man noch die für Mit­tel für

    -Sport­di­rek­tor DSB, Bun­des­trai­ner, Bundesnachwuchstrainer
    ‑Kos­ten­über­nah­me Aus­hil­fe Wirt­schafts­dienst GmbH
    ‑Zuschuss der Sport­ju­gend fürDSJ-Geschäftsführer
    ‑Kos­ten­er­stat­tung ECU für Sekre­ta­ri­at und Aushilfen
    ‑Zuschüs­se BMI für FIDE-Trai­ner-Aka­de­mie Ber­lin (FTA Berlin)
    ‑Zuschüs­se BMI für Per­so­nal- und Ver­wal­tungs­kos­ten des ECU-Sekretariats

    hin­zu­rech­net. Aller­dings spiel­ten die­se Pos­ten für das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern kei­ne Rol­le bei der Zugrun­de­le­gung der Rück­zah­lun­gen 2008 wegen feh­len­der Doping­ord­nung; die Bezeich­nung „Sport­för­de­rung“ für die Gesamt­sum­me darf man daher wohl als sach­lich falsch bewer­ten, sie ist auf­grund des Gesag­ten nur den Haus­halts­po­si­tio­nen 2320 und 2321 zuzuordnen.

    Die Ver­tre­ter des Lan­des­ver­ban­des bei den DSB-Kon­gres­sen soll­ten genaue­re Zah­len besit­zen (war­um die Infos der DSB-Home­page so ver­al­tet sind, weiß ich nicht). Beson­de­re Bedeu­tung für die Ver­ei­ne dürf­te die Ver­wen­dung der Anfang 2009 vor­fris­tig vom NRW-Ver­band über­wie­se­nen Bei­trä­ge an den DSB haben. Hier wäre zu klä­ren, ob die­se haus­halts­tech­nisch nur eine bedeu­tungs­lo­se Frist­ver­la­ge­rung oder aber einen Kre­dit dar­stel­len, ohne den der DSB Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen bis zum Kon­gress 2009 nicht hät­te leis­ten kön­nen. Im letz­te­ren Fall wäre zu erör­tern, ob für den LSV MV die DSB-Mit­glied­schaft ange­sichts dro­hen­der Insol­venz wei­ter ver­tret­bar ist. Da der Prä­si­dent des LSV MV vor dem Kon­gress über die­sen Sach­ver­halt infor­miert wur­de, gehe ich davon aus, dass er hier auf Nach­fra­ge Klar­heit schaf­fen kann.

  12. Niklas Rickmann

    28. April 2010 — 23:03

    „Es gab eine Mail von Met­zing heu­te Mit­tag (für Dich an die web.de-Adresse). Es wird dar­auf ver­wie­sen, dass der Ver­trag dem Prä­si­den­ten des LSV MV zuge­sandt wur­de. Ich inter­pre­tie­re das so, das kei­ne beson­de­ren Geheim­hal­tungs­pflich­ten bestehen und es Auf­ga­be des Prä­si­den­ten gewe­sen wäre, die Ver­ei­ne im Vor­feld der Mit­glie­der­ver­samm­lung ange­mes­sen recht­zei­tig sol­che für die Ent­schei­dun­gen rele­van­ten Infor­ma­tio­nen zuzustellen.“

    @rank zero
    Die Ver­ei­ne oder Mit­gie­der hät­ten auch die Mög­lich­keit gehabt, vor zwei oder einem Jahr die Dis­kus­si­on zu füh­ren. Wir haben auf der HP des Ver­ban­des recht­zei­tig infor­miert, was auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung 2010 beschlos­sen wer­den soll. Fra­ge­stel­lun­gen wur­de the­ma­ti­siert und auf­be­rei­tet. War­um taucht der Bedarf auf Ver­trags­ein­sicht erst jetzt auf? Der Ver­trag ist seit zwei Jah­ren bekannt.

    „Hier wäre zu klä­ren, ob die­se haus­halts­tech­nisch nur eine bedeu­tungs­lo­se Frist­ver­la­ge­rung oder aber einen Kre­dit dar­stel­len, ohne den der DSB Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen bis zum Kon­gress 2009 nicht hät­te leis­ten kön­nen. Im letz­te­ren Fall wäre zu erör­tern, ob für den LSV MV die DSB-Mit­glied­schaft ange­sichts dro­hen­der Insol­venz wei­ter ver­tret­bar ist.“

    Der DSB hat kei­ne Insol­venz­ver­schlep­pung oder eine dro­hen­de Insol­venz durch­lebt. Die Rech­nungs­prü­fer haben die­ses auf dem Kon­gress 2009 ein­deu­tig geklärt. Fakt ist, dass die Finan­zen des DSB teil­wei­se sehr knapp waren. Die NRW Gel­der waren kein Kre­dit, son­dern eine Frist­ver­la­ge­rung von Bei­trä­gen um einem Monat. Ich den­ke, dass die Ver­mu­tung somit sich erle­digt hat.

    @rank zero
    Was wür­de uns ein Aus­tritt aus dem DSB brin­gen? Kei­ne DWZ Aus­wer­tun­gen, Teil­nah­men an DEMs, 2. BL, Pokal, Jugend­meis­ter­schaf­ten, Senio­ren DLMs uvm., Will das wirk­lich einer ernst­haft diskutieren? 

    Der NDR wird für das Nord­ma­ga­zin berich­ten. Ich neh­me an, dass der Bei­trag gleich am Abend des 2. Mai um 19:30 Uhr zu sehen sein wird. Die FAZ ist auch auf die Dis­kus­si­on auf­merk­sam gewor­den und über­legt eben­falls an der Mit­glie­der­ver­samm­lung teilzunehmen.

  13. Stefan

    29. April 2010 — 06:29

    @Niklas: Ich ver­ste­he dei­ne Ein­las­sung über­haupt nicht und ich habe auch wenig Ver­ständ­nis dafür.

    1. Der Ent­wurf der Anti-Doping-Ord­nung ist nicht seit zwei Jah­ren bekannt (mir jeden­falls nicht), son­dern erst seit ein paar Wochen. Er wur­de mit der Ein­la­dung zur Mit­glie­der­ver­samm­lung ver­schickt. Ist es nicht nor­mal, dass man dann dar­über dis­ku­tiert? War­um soll­te ein Dis­kus­si­on jetzt nicht mehr zuläs­sig sein?

    2. Der Ver­trag des DSB mit der NADA ist auch nicht seit zwei Jah­ren bekannt. Genau­er gesagt: Er ist bis heu­te nicht bekannt. Wur­de er ver­öf­fent­licht? Hast du ihn schon mal gese­hen? Wann denn das ers­te Mal? Ich habe ihn über­haupt noch nicht gese­hen. Und ich inter­pre­tie­re dich so, dass das auch so blei­ben soll.

    3. Wenn du die ein­schlä­gi­gen Schach­blogs (unter ande­rem die­ses hier) und Schach­fo­ren ver­fol­gen wür­dest, wür­dest du mer­ken, dass das The­ma Doping dort seit Jah­ren eine her­aus­ra­gen­de Rol­le spielt. Den Schuh zie­he ich mir nicht an. Wenn man aller­dings nur die DSB-Sei­te liest, sieht es natür­lich anders aus.

    Noch­mals: Der Ver­trag ist zen­tral. Du argu­men­tierst damit. Das finan­zi­el­le Risi­ko für den Lan­des­schach­ver­band ist ein wich­ti­ges Ent­schei­dungs­kri­te­ri­um und hängt damit zusam­men, ob und inwie­weit Doping­kon­trol­len recht­lich aus­ge­schlos­sen sind. Sol­che Doku­men­te den Mit­glie­dern des LSV und den Dele­gier­ten der MV nicht oder zu spät zugäng­lich zu machen, soll­te nicht die Art eines demo­kra­tisch ver­fass­ten Schach­ver­ban­des sein.

    Also: Wann sehe ich den Vertrag?

  14. @NR: Dan­ke. Zum DSB: Natür­lich steht das The­ma, ob eine Zukunft mit dem DSB mög­lich ist, auf der mit­tel­fris­ti­gen Tages­ord­nung – nicht umsonst haben die Bay­ern ja schon detail­liert dar­über nach­ge­dacht. Für den LSV MV stellt sich die Fra­ge, wie weit man sich orga­ni­sa­to­risch und finan­zi­ell in Gei­sel­haft bege­ben möch­te. Orga­ni­sa­to­risch zeigt die aktu­el­le Debat­te den Scha­den auf: Obwohl sach­lich nicht begrün­det (s. Ste­fans Erläu­te­run­gen zum NADA-Code), sind Extre­m­ord­nun­gen von oben an die Lan­des­ver­bän­de durch­ge­reicht wor­den. Das geht bis zu den (noch zu klä­ren­den) Abspra­chen und Vor­ga­ben zu Sat­zungs­än­de­run­gen in den Län­dern, die offen­sicht­lich in der Kom­pe­tenz der Mit­glie­der lie­gen. Finan­zi­ell hat der DSB sei­ne Glaub­wür­dig­keit ver­spielt: Obwohl der Mit­glie­der­schwund seit Jah­ren abseh­bar und kon­ti­nu­ier­lich ver­läuft, feh­len ent­spre­chen­de Kon­se­quen­zen auf der Aus­ga­ben­sei­te. Statt des­sen gibt es immer wie­der Luft­schlös­ser und gebro­che­ne Zusa­gen (ich erin­ne­re nur an den Olym­pia­zu­schlag), die nur durch Bei­trags­er­hö­hun­gen kom­pen­siert wer­den kön­nen. Natür­lich betrifft uns das.

    Inhalt­lich bringt die Ant­wort die Sache auf den Punkt: Wir sind in MV inter­es­siert an einem funk­tio­nie­ren­den Wert­zahl­sys­tem im DSB und einem effek­ti­ven über­re­gio­na­len Spiel­sys­tem. Mehr nicht. Unse­re Ver­tre­ter soll­ten also dar­auf hin­wir­ken, dass sich der Schach­bund auf die­se Auf­ga­ben kon­zen­triert (gegen­wär­tig wird die über­gro­ße Men­ge der Res­sour­cen nicht in die­sem Sin­ne ver­wen­det). Wenn mit­tel­fris­tig die Ent­wick­lung nicht in die­se Rich­tung ver­läuft, muss man auch dar­über nach­den­ken, wie sinn­voll die Mit­glied­schaft für uns ist. Und damit die­se Dis­kus­si­on nicht end­los läuft (sie ist inhalt­lich sehr alt) muss man eben Ter­mi­ne set­zen – sagen wir, vier Jah­re, dann über­prüft man, in wel­che Rich­tung sich der Ver­band in die­ser Zeit ent­wi­ckelt hat, und ent­schei­det (bis dahin kann man prü­fen /strukturieren, ob DWZ und Spiel­sys­tem auch im Rah­men von Koope­ra­tio­nen außer­halb der Mit­glied­schaft rea­li­sier­bar sind; DWZ-Ver­wal­tung etwa erfolgt ver­teilt, da muss man eben nur die Bei­trä­ge für DWZ-Refe­ren­ten und die zen­tra­le Daten­bank klären).

    Gera­de in der Fra­ge der Doping­ord­nun­gen sieht man, was pas­siert, wenn der DSB einen Blan­ko­scheck hat (oder sich jeden­falls so verhält). 

    Wir kön­nen uns hier im Post aber auch die Fra­ge DSB aus­klam­mern (wäre mir im Sin­ne der Kon­zen­tra­ti­on lie­ber) und ein­fach davon aus­ge­hen, dass der Vor­stand diver­se Sat­zungs­än­de­run­gen und eine neue Ord­nung vor­ge­legt hat, deren Aus­wir­kun­gen auf den Lan­des­ver­band weit­rei­chend sind. Man müss­te dann eben nur dar­auf ver­zich­ten, sich immer dar­auf zurück­zu­zie­hen, dass ja wegen des DSB-Ver­trags alles nicht so schlimm wird – eines Ver­trags, des­sen Gestal­tung sich zumin­dest künf­tig außer­halb unse­res Ein­flus­ses befindet.

  15. Martin Graffenberger

    29. April 2010 — 12:25

    1. Die Berich­te über die zuneh­men­de Anzahl von Men­schen, die Dro­gen ein­neh­men, um von außen oder an sich selbst gestell­ten Anfor­de­run­gen zu genü­gen, erschre­cken mich. Ich begrü­ße dazu geleis­te­te Auf­klä­rungs­ar­beit, auch von Schach­ver­ei­nen oder ‑ver­bän­den. Einer Zunah­me selbst­zer­stö­re­ri­schen Han­delns muss nicht taten­los zuge­se­hen wer­den. Auch der LSV MV mag sich hier­zu öffent­lich erklären.

    2. Ein leis­tungs­stei­gern­der Ein­fluss von Dro­gen auf das Wett­kampf­schach ist bis­her nicht nach­ge­wie­sen. Natür­lich gibt es gute Grün­de für eine sol­che Ver­mu­tung. In die­ser Dis­kus­si­on wur­de aber auch auf eine gegen­tei­li­ge prak­ti­sche Beob­ach­tung im Zusam­men­hang mit der Ein­nah­me von Beta­blo­ckern vor einer Tur­nier­par­tie hin­ge­wie­sen, eben­so auf Beob­ach­tun­gen an Prü­fungs­kan­di­da­ten für das Fach Mathe­ma­tik unter dem Ein­fluss von Rita­lin. Wir wis­sen es nicht. Unwis­sen ist eine gute Grund­la­ge für wil­de Spe­ku­la­tio­nen und leb­haf­ten Aus­tausch von Unter­stel­lun­gen, nicht jedoch für sach­lich begrün­de­te Enscheidungen.

    Der hes­si­sche LSV hat dar­aus den rich­ti­gen Schluss gezo­gen, dass wis­sen­schaft­li­cher Klä­rungs­be­darf besteht. Ich wür­de mir wün­schen, dass unser Ver­band in MV die­se Enschei­dung aus Hes­sen aus­drück­lich begrüßt und die Ent­schei­dung über ADO und ent­spre­chen­de Satzngs­än­de­rung ver­tagt, bis die dor­ti­gen Ergeb­nis­se vorliegen.

    3. Ich ver­mag nicht zu beur­tei­len, wie es im Bereich der höhe­re Spiel­stär­ken ist. Was den Bereich mei­ner Spiel­stär­ke angeht, unte­re Hälf­te Lan­des­li­ga­mann­schaft M‑V, hal­te ich es für wesent­lich ein­fa­cher, durch ande­re unfai­re Metho­den, wie Hin­wei­se von Zuschau­ern, Blick ins Buch oder den Com­pu­ter wäh­rend der Par­tie zu betrü­gen als durch die Ein­nah­me von Drogen. 

    Da die Kon­trol­le der WCs wäh­rend der Par­tie, eine lau­fen­de tech­ni­sche Ãœber­wa­chung des Tur­nier­saals auf elek­tro­ni­sche Gerä­te oder ähn­li­ches, von nie­man­dem ernst­haft in Betracht gezo­gen wird, hal­te ich die Durch­füh­rung von Doping­kon­trol­len zumin­dest ab Lan­des­li­ga abwärts für völ­lig unver­hält­nis­mä­ßig. Es soll­ten des­halb auch kei­ne Rege­lun­gen ein­ge­führt wer­den, die für die Zukunft die Ein­füh­rung sol­cher Kon­trol­len ermöglichen. 

    Auf der ande­ren Sei­te besteht, je mehr es im Bereich höhe­rer Spiel­stär­ken um Geld geht, auch der zukün­fi­ge Gewinn zah­lungs­kräf­ti­ge­rer Spon­so­ren wäre ja kein unver­nünf­ti­ges Ziel, ein nach­voll­zieh­ba­res Inter­es­se sich hier den inter­na­tio­nal übli­chen Maß­stä­ben der Doping­kon­trol­le zu unter­wer­fen. Den Inhalt die­ser inter­na­tio­nal übli­chen Regeln wird der LSV MV kaum beein­flus­sen können.

    Ich hiel­te es für sinn­voll, gründ­lich zu erwä­gen, wo die Gren­ze gezo­gen wer­den kann, um den beson­de­ren Erfor­der­nis­sen der Brei­te und der Spit­ze gerecht zu wer­den. Es soll­te mög­lich sein, hier einen Kom­pro­miss zu fin­den, der sach­lich begrün­det und nach außen ver­tre­ten wer­den kann.

  16. Dan­ke für den aus­ge­wo­ge­nen Kom­men­tar, Martin!

    „Ich wür­de mir wün­schen, dass unser Ver­band in MV die­se Enschei­dung aus Hes­sen aus­drück­lich begrüßt und die Ent­schei­dung über ADO und ent­spre­chen­de Sat­zungs­än­de­rung ver­tagt, bis die dor­ti­gen Ergeb­nis­se vorliegen.“

    Genau so sehe ich das auch und füge hin­zu, dass es eine Ãœber­gangs­re­ge­lung geben soll­te, wie ich sie schon vor­schlug (a la: Der LSVMV behält sich vor, auf höhe­rer Ebe­ne aus­ge­spro­che­ne Sper­ren für die eige­nen Tur­nie­re zu übernehmen).
    Und dann eben Wie­der­vor­la­ge 2014 (oh, das schrieb ich auch schon so ähn­lich). Wäre es nicht schön, wenn sich bei der Pola­ri­sie­rung, die die­se Dis­kus­si­on bis­wei­len erfährt, ein gemä­ßig­ter Stand­punkt durch­setz­te? Manch­mal sind die Kom­pro­mis­se opti­mal, bei denen alle Betei­lig­ten glei­cher­ma­ßen unzu­frie­den nach Hau­se gehen.

  17. Stefan

    29. April 2010 — 19:34

    @Losso: Ich bin ja der Mei­nung, dass ich einen gemä­ßig­ten Stand­punkt ver­tre­te und die Befür­wor­ter der Anti-Doping-Ord­nung einen radi­ka­len Stand­punkt. Ich hal­te es für nor­mal, dass der Lan­des­schach­ver­band die Per­sön­lich­keits­rech­te (wir reden hier von Grund­rech­ten!) sei­ner Mit­glie­der wahrt und schützt und nicht unnö­tig dar­in ein­greift. Erst recht, wenn es um die Rech­te von kran­ken Men­schen und Kin­dern geht.

    Kein Arbeit­ge­ber darf nach Erkran­kun­gen sei­ner Arbeit­neh­mer fra­gen (von engen Aus­nah­men abge­se­hen, zum Bei­spiel Haut­er­kran­kun­gen bei Labo­ran­ten u.ä.). Aber der Lan­des­schach­ver­band darf ver­lan­gen, dass ein Bezirks­li­ga­spie­ler sei­ne Erkran­kun­gen und Medi­ka­men­te offen­legt? Ein Kind mit ADHS muss sei­ne Rital­in­ver­ord­nung bei jedem Schach-Wett­kampf mit­füh­ren und auf Ver­lan­gen vor­zei­gen? Die Eltern müs­sen damit ein­ver­stan­den sein? Die Eltern müs­sen damit ein­ver­stan­den sein, dass ein Kon­trol­leur ihr Kind beim Uri­nie­ren beob­ach­tet? Dazu nach eige­nem Ermes­sen eine drit­te Per­son zuzie­hen darf, auch gegen den Wil­len des Kin­des? Die Jugend­trai­ner müs­sen dar­über beleh­ren? Hier geht jedes Maß verloren.

    Ich bin mir eini­ger­ma­ßen sicher, dass die ADO in ihrer jet­zi­gen Form gegen höher­ran­gi­ges Recht ver­stößt. Nicht umsonst schließt der DSB (der sie voll­zie­hen soll) für Strei­tig­kei­ten dar­über den ordent­li­chen Rechts­weg aus. War­um eigentlich?

    Es ist nicht so, dass ich nicht kom­pro­miss­be­reit wäre. Ich könn­te damit leben, wenn die ADO den Ath­le­ten­be­griff im Sin­ne des NADA-Codes defi­nie­ren wür­de, also auf Natio­nal­spie­ler und Teil­neh­mer an Deut­schen Meis­ter­schaf­ten beschrän­ken. Die­ser Per­so­nen­kreis unter­liegt ja ohne­hin der DSB-Gesetz­ge­bung. Einen Kom­pro­miss­vor­schlag des Prä­si­di­ums habe ich noch nicht gehört.

  18. der Kom­pro­miss­vor­schlag klingt sinn­voll, auch an ande­rer Stel­le hast du eine gemä­ßig­te Posi­ti­on ver­tre­ten, die man auf­grei­fen kann. Das Prä­si­di­um kann aller­dings (noch) kei­nen eige­nen Kom­pro­miss­vor­schlag anbie­ten, dazu müss­te man so etwas erst mal bespre­chen. Allein­gän­ge ein­zel­ner Per­so­nen wären da nicht so gut, inso­fern ist dies nur mei­ne per­sön­li­che Meinung

  19. Der Kom­pro­miss­vor­schlag des LSV

    E‑Mail vom 29.04.2010 um 15:17 Uhr an alle Ver­ei­ne des LSV M‑V

    „Änderungen fol­gen­der Satzungsanträge

    Lie­be Schachfreunde,

    nach mehr­ma­li­ger Rück­spra­che mit Ver­tre­tern des LSB M‑V und dem neu­en Anti-Doping-Beauf­trag­ten des Deut­schen Schach­bun­des, ist der Beschluss einer eige­ne Anti-Doping-Ord­nung für den LSV M‑V vor­erst nicht not­wen­dig. Es reicht bei den Doping­for­mu­lie­run­gen der Ver­weis auf die Anti-Doping Ord­nung des DSB. Aus die­sem Grund ver­än­dern sich eini­ge sat­zungs­än­dern­de Anträ­ge im Wortlaut […].“

    Nach­dem Niklas und ich mit dem LSB und dem DSB gespro­chen haben, besteht für uns die­se Mög­lich­keit, die aus mei­ner ganz per­sön­li­chen Sicht auf­grund der begrenz­ten Zeit, die uns zur Ver­fü­gung stand, nicht end­gül­tig aus­ge­reift, aber erstein­mal aus­rei­chend ist. Ich hof­fe, dass dies im Inter­es­se der Schach­freun­de unse­res Lan­des ist.

  20. Aktua­li­sie­rung: Niklas hat mir inzwi­schen per Mail den Ver­trag zwi­schen der NADA und dem DSB über­mit­telt, der ihm offen­bar per Post (!) geschickt wor­den war. Letz­te­res wuss­te ich nicht. Ich neh­me des­halb den Vor­wurf zurück, dass mir die­ser Ver­trag vor­ent­hal­ten wer­den soll­te und ent­schul­di­ge mich dafür.

    Bis jetzt weiß ich nicht, ob ich aus dem Ver­trag zitie­ren darf. Zu der neu­en Ent­wick­lung schrei­be ich noch heu­te einen neu­en Ein­trag, sobald ich die Unter­la­gen gesich­tet habe. Nach allem, was ich bis jetzt gele­sen habe, fürch­te ich aber, dass sich in der Sache nichts geän­dert hat.

  21. Fol­gen­des ist viel­leicht noch von Inter­es­se: Vor kur­zem fand der Kon­gress 2010 des LV NRW statt. Bei der Suche nach dem Pro­to­koll die­ser Ver­samm­lung fand ich nur das vom Kon­gress 2009 und muss­te fest­stel­len, dass die ent­spre­chen­de Sat­zungs­än­de­rung zum The­ma Anti-Doping damals schon voll­zo­gen wor­den war [war mir bis dato nicht bewusst]. (Wider­spruch war aus dem Ver­band des neu­en Vize­prä­si­den­ten DSB wohl auch nicht zu erwar­ten.) Aller­dings muss man auch sagen, dass die Änderung in NRW mehr dekla­ra­to­ri­scher Natur ist. Nähe­res ist hier (pdf) nach­zu­le­sen (letz­te Sei­te). Eine eige­ne ADO scheint man sich ver­knif­fen zu haben.

  22. Vor allem hat man die ADO des DSB nicht für den LSV NRW für anwend­bar erklärt – wie es hier gesche­hen soll. Der Satz in NRW ist rei­ne Pro­gramm­ly­rik ohne jede recht­li­che Bedeu­tung. Wenn das alles ist, was in NRW ver­ab­schie­det wor­den ist, gibt es auf Lan­des­ebe­ne kein Anti-Doping-Regel­werk. Ãœber­haupt fällt auf, dass die ande­ren Lan­des­ver­bän­de sehr zöger­lich agie­ren, wenn es dar­um geht, ihre loka­le ADO zu veröffentlichen…

  23. Stefan

    1. Mai 2010 — 08:40

    Zur aktu­el­len Ent­wick­lung und zu dem jetzt vor­ge­leg­ten Ver­trag habe ich in die­sem Arti­kel etwas geschrieben.

  24. Stefan

    1. Mai 2010 — 11:26

    Zur Lage in den ande­ren Lan­des­schach­ver­bän­den ist hier eine Auf­stel­lung, die jeden­falls deut­lich macht, dass die strik­te Poli­tik von Niklas und Paul im Ver­gleich der Lan­des­ver­bän­de eher die Aus­nah­me ist.

  25. Stefan

    1. Mai 2010 — 11:28

    Hier ist eine vor­läu­fi­ge Bilanz unse­rer Diskussion.

  26. »Prak­tisch uner­forscht sind der­zeit noch die Aus­wir­kun­gen von Gehirn-Doping.«
    Ist man in den letz­ten Jah­ren wirk­lich kei­nen Schritt wei­ter­ge­kom­men… :o

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